Was macht eigentlich Karl "Kalle" Del'Haye?
Was macht eigentlich Karl "Kalle" Del'Haye? Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Was macht eigentlich Karl „Kalle“ Del'Haye?

Im zwölften Teil unserer Serie „Was macht eigentlich...?“ stellen wir den ehemaligen Mönchengladbach- und Bayern-Profi Karl Del'Haye vor

Es war die Transfer-Sensation im Sommer 1980. Für 1,265 Millionen Deutsche Mark wechselte der frisch gebackene Europameister Karl Del'Haye von Borussia Mönchengladbach zum FC Bayern München.

Das Besondere daran: Die Ablösesumme war neuer Bundesligarekord. Der Transfer hatte jedoch einen faden Beigeschmack. Del'Haye gilt bis heute als Symbol eines Spielers, den die Bayern vor allem verpflichteten, um einen direkten Konkurrenten zu schwächen. Nachdem der gebürtige Aachener mit den Fohlen zwischen 1974-1977 dreimal die Deutsche Meisterschaft gefeiert und den UEFA-Pokal (74/75 und 75/76) gewonnen hatte, rückte er ins Visier der Bayern.

Der Stürmer entpuppte sich jedoch schnell als Fehleinkauf. Zu stark war die Konkurrenz beim deutschen Rekordmeister. An Karl-Heinz Rummenigge gab es für Del'Haye kein Vorbeikommen. Nach 74 Bundesliga-Spielen mit nur sieben Toren und vielen Partien auf der Bank, war für ihn in Bayern wieder Schluss. Zur Saison 1985/1986 wechselte er zu Fortuna Düsseldorf, bevor er 1988 beim SC Union Nettetal seine Karriere beendete.

Zunächst war er 15 Jahre an einem Sportreiseunternehmen beteiligt, das an der Costa Brava eine Fußballschule für Kinder organisierte. Im Anschluss absolvierte er sämtliche Trainerausbildungen des DFB, die er durch Fortbildungen noch bis heute auf dem neuesten Stand hält.

Wenn er nicht gerade seine Trainerlizenzen verlängert, kümmert er sich um seine Immobilien. „Da hat man genug zu tun, glauben Sie mir“, sagte er in einem Interview gegenüber der Münchner Abendzeitung.

Welcher Mannschaft er beim MAN-Duell zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern München am kommenden Samstag die Daumen drückt, erklärte der zweimalige Nationalspieler folgendermaßen:

„Meine Tochter ist Gladbach-Fan, meine Frau Bayern-Fan, mein Sohn Aachen-Fan, und ich bin genau dazwischen. Aber Fan? Wer so was 15, 20 Jahre beruflich gemacht hat, ist kein Fan mehr.“

Bisher erschienen sind in unserer Serie „Was macht eigentlich...?“: