Wir stellen den ehemaligen HSV-Profi vor
Wir stellen den ehemaligen HSV-Profi vor Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Was macht eigentlich Uwe Seeler?

Im 16. Teil unserer Serie "Was macht eigentlich...?" stellen wir den ehemaligen HSV-Profi Uwe Seeler vor.

HSV-Legende, Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft und Ehrenspielführer der DFB-Auswahl. Uwe Seeler blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück.

Das Nordlicht, geboren in Hamburg, war gewiss kein Edeltechniker. Er schuftete, er ackerte und er war sich für nichts zu schade – und genau das machte den Stürmer so beliebt. Auf dem Platz war er in seinen 476 Partien für den HSV und 72 Länderspielen für Deutschland stets ein vorbildlicher Kämpfer und Vollstrecker.

Mit einer Körpergröße von nur 1,69 m war er einer der besten Kopfballspieler, was dazu führte, dass Top-Klubs ihn jagten. 1961, im gleichen Jahr schoss er bei seinem Debüt in der Nationalmannschaft drei Treffer, schlug er ein Millionen-Angebot von Inter Mailand aus, weil er lieber in Hamburg bleiben wollte, was ihm viele Fans hoch anrechneten.

Im Laufe seiner Karriere, und auch danach, wurde er mit Sympathie und Ehrenpreisen überschüttet. Als erster Sportler überhaupt erhielt er das große Bundesverdienstkreuz, er ist Hamburger Ehrenbürger, Ehrenkapitän der Rickmer Rickmers, Ehrenspielführer der Nationalmannschaft, Ehrenkommissar der Polizei Hamburg und Ehren-Schleusenwärter in Hamburg. Vor dem Hamburger Stadion steht sein rechter Fuß, in Bronze gegossen und vier Tonnen schwer.

Uwe Seeler nimmt einen seiner vielen Ehrenpreise entgegen. Uwe Seeler nimmt einen seiner vielen Ehrenpreise entgegen. Quelle: Getty Images /. All rights reserved.

1960 wurde Seeler Deutscher Meister, 1963 Pokalsieger. International war der Vize-Weltmeister-Titel 1966 mit dem weltberühmten Wembley-Tor sein größter Erfolg. Zwei Jahre später trat er aus der Nationalmannschaft zurück, doch Bundestrainer Helmut Schön überredete ihn, doch noch die WM 1970 in Mexiko zu spielen. Dort vollzog sich Historisches: Seeler erzielte sein letztes Länderspieltor mit dem Hinterkopf zum 2:2 im Viertelfinale gegen England (Endstand 3:2), außerdem war er Teil des „Jahrhundertspiels“ im Halbfinale gegen Italien (3:4).

Uwe Seeler (links) und Bobby Moore tauschen Wimpel. Vor dem WM-Finale 1966: Uwe Seeler (links) und Bobby Moore tauschen Wimpel. Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Der dreimalige „Fußballer des Jahres“ lebt in Norderstedt bei Hamburg und ist seit 57 Jahren ohne Skandale mit seiner Frau Ilka verheiratet. Er ist bis heute nie „dicke“ Autos gefahren und schätzt Steckrübeneintopf und Grünkohl.

Nach seiner Zeit als Profi-Fußballer arbeitete Seeler zunächst als Inhaber eines Sportartikelfachgeschäfts. 1995 übernahm er das Amt des des HSV-Präsidenten und trat 1998 wieder zurück, weil seine Vorstandskollegen krummen Immobilien-Geschäften nachgingen.

2003 veröffentlichte er seine Autobiografie „Danke, Fußball!“, außerdem engagiert sich der Hanseate für wohltätige Zwecke (Uwe Seeler Stiftung), wenn er nicht gerade als Gast im Hamburger Volksparkstadion vorbeischaut.

Am 5. November 2016 feierte der ehemalige Mittelstürmer seinen 80. Geburtstag.

Uwe Seelers Karriere

  • 237 Bundesligaspiele (137 Tore)
  • Erster Bundesliga-Torschützenkönig 1964 mit 30 Treffern
  • Deutscher Meister mit dem HSV 1960
  • Deutscher Pokalsieger mit dem HSV 1963
  • 19 DFB-Pokal-Spiele (15 Tore)
  • Deutschlands Fußballer des Jahres 1960, 1964, 1970
  • 72 Länderspiele (43 Tore)
  • WM-Teilnahme 1958, 1962, 1966, 1970 (21 WM-Spiele)

Bisher erschienen sind in unserer Serie „Was macht eigentlich...?“: