Axel Witsel verspricht neuen Meisterkampf

Autor : Torsten Rumpf | 12.06.2019

Als Axel Witsel (30) vor einem Jahr einen Vertrag bis 2022 bei Borussia Dortmund unterschrieb, setzte er sich ein klares Ziel: Mindestens einmal in der Zeit möchte er den BVB-Fans eine Trophäe auf dem Borsigplatz präsentieren.

„Denn von allem, was ich gehört habe“, sagte der Mittelfeldspieler, „muss die Stimmung in dieser Stadt nach einem Titelgewinn ziemlich heftig sein!“

2019 war die Borussia nah dran, verspielte aber einen Neun-Punkte-Vorsprung und wurde noch vom FC Bayern überholt. Ist damit eine einmalige Meister-­Chance geplatzt? Nicht für Witsel!

Er kündigt den Münchnern bereits einen neuen Meisterkampf an.

Wir wollen besser sein als vergangene Saison. Wir können den Titel oder den Pokal gewinnen, alles ist möglich. Mit Julian Brandt, Thorgan Hazard und Nico Schulz sind wir etwas stärker geworden. Dazu sind wir als Mannschaft erfahrener geworden,

sagt Witsel im Gespräch mit SPORT BILD während eines Termins bei der belgischen Nationalmannschaft in Tubize vor den Toren Brüssels.

Dortmund rüstete seinen Kader bereits mit drei aktuellen Nationalspielern auf. Julian Brandt (23) kommt für 25 Millionen Euro Ab­löse von Bayer Leverkusen, er war in der vergangenen Saison mit sieben Treffern und 14 Torvorlagen einer der offensivstärksten Mittelfeldspieler der Liga. „In Leverkusen spielte ich gegen ihn, es war sehr hart“, sagt Witsel. Weil Brandt auch dynamisch und technisch versiert ist.

Für den Belgier Hazard (26) zahlt der BVB 25,5 Millionen Ablöse an Borussia Mönchengladbach, der Flügelstürmer spielte sich vergangene Saison in der Hinrunde in den Blickpunkt (zehn Tore/elf Assists). Witsel:

Ich bin froh, dass Thorgan kommt. Wir haben davor viel darüber gesprochen. Er verdient diesen Transfer. Wir haben ein junges Team, und Thorgan kann bei uns Erfahrung sammeln.

Der Preis für Linksverteidiger Nico Schulz (26) liegt ebenfalls bei 25,5 Millionen Euro Ablöse, er schaffte in Hoffenheim den Sprung in die Nationalelf. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 35 km/h gehört er zu den schnellsten Spielern der Liga und tut dem Dortmunder Hochgeschwindigkeits-Fußball gut.

Das alles sind gute Transfers. Wir brauchen sie. Und vielleicht kommen ja noch weitere Spieler dazu,

sagt Witsel. Wie erklärt er sich Dortmunds Meister-Einbruch in der Rückrunde? „Wir haben zu viele Punkte liegen lassen. Gegen Hoffenheim führen wir zu Hause 3:0 und spielen am Ende 3:3. In Bremen führten wir 2:0 und spielen 2:2“, sagt Witsel. Nicht die einzigen Ausrutscher. Bei den zwei Absteigern Hannover 96 und 1. FC Nürnberg kamen die Dortmunder nicht über ein 0:0 hinaus, bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf gab es ein 1:2.

Gleichwohl kommt Witsel zu dem Ergebnis: „Am Ende war es dennoch positiv, es war eine große Saison von uns. Niemand hat damit gerechnet, dass Dortmund so ein Jahr spielen wird. Wir müssen nun aus den Erfahrungen lernen.“

Der BVB holte 76 Zähler, es war die drittbeste Punkt-­Ausbeute in Dortmunds Bundesliga-­Historie. Auch dank Witsel. In seinem ersten Jahr ist er gleich zum Mittelfeld-Chef aufgestiegen. Von allen Feldspielern des BVB kam er auf die meiste Einsatzzeit (2873 Minuten, verteilt auf 33 Spiele). Vor allem durch seine Ballsicherheit wurde Witsel schnell zu einem der Schlüsselspieler bei den Westfalen. Er spielte die meisten Pässe aller Dortmunder und hat eine Fehlpassquote von nur sechs Prozent – ligaweit eine der niedrigsten aller Mittelfeldspieler. Darum bezeichnete Borussias Sportdirektor Michel Zorc (56) Witsel auch als „Weltklassespieler“. Vor einem Jahr verpflichtete die Borussia Witsel für 20 Millionen Euro Ablöse vom chinesichen Erstligisten Tianjin Tianhai.

Doch Witsel weiß: Ein Spieler allein garantiert dem BVB keine Titel. Darum ist der Belgier froh, dass die Dortmunder mit Marco Reus (30), Lukasz Piszczek (34) oder Mario Götze (27) weitere erfahrene Akteure in ihrem Kader haben: „Wir haben eine junge Mannschaft. Für das Titelrennen braucht man auch Erfahrung.“

Der Titelkampf ist schon wieder eröffnet!

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