Borussia Dortmund kauft ein wie nie

Autor : Sven Westerschulze | 22.05.2019

Am Dienstag kamen in Dortmund alle Themen auf den Tisch. Diesmal tagten BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (59) und Sportdirektor Michael Zorc (56) nicht nur mit ihrem externen Berater Matthias Sammer (51) und dem Leiter der Lizenzspieler-Abteilung Sebastian Kehl (39).

Diesmal war auch Trainer Lucien -Favre (61) dabei. In ihrer abschließenden Saisonanalyse ging es den BVB-Verantwortlichen nicht nur um die Dinge, die nach dem großen Umbruch im vergangenen Sommer gut liefen, für ein zwischenzeitliches Neun-Punkte-Polster auf Bayern sorgten und bis zum Schluss auf die erste Meisterschaft seit 2012 hoffen ließen. Zur Sprache kamen auch die Gründe, warum es am Ende trotzdem nicht reichte – und was in der nächsten Saison nötig ist, um endlich den Titel zu holen.

Wir wollen uns stetig verbessern. Die abgelaufene Saison ist für uns eine große Motivation und Verpflichtung zugleich, um auch in der Zukunft erfolgreich zu sein,

sagt Zorc zu SPORT BILD. Der Beschluss: Der Kader bekommt noch mehr Qualität und Erfahrung.

Zorc sagt: „Wenn wir von einem Spieler überzeugt sind, dann sind wir auch bereit, entsprechende Summen zu zahlen.“

Vor der Saison 16/17 gab der Klub 112,5 Millionen Euro für Zugänge aus. Diese Rekord-Marke wird in diesem Sommer getoppt, denn der BVB will die Münchner nicht enteilen lassen. Watzke: „Wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung. Wir wollen in den nächsten Jahren an den Bayern dranbleiben. Das ist ambitioniert, aber wir werden es versuchen.“ Helfen sollen neue Stars.

96 Millionen Euro hat der Vizemeister schon ausgegeben – wenn nach Leihgabe Paco Alcácer (25), für den jetzt 21 Millionen Euro an den FC Barcelona fällig werden, auch Nico Schulz (26), Thorgan Hazard (26) und Julian Brandt (23) unterschrieben haben. Der Nationalspieler hat den BVB-Verantwortlichen nach Informationen von SPORT BILD und BILD bereits seine Zusage gegeben und kann Leverkusen dank einer Ausstiegsklausel für 25 Millionen Euro verlassen. Brandt wäre nach Hazard der zweite Zugang für die Offensive, trotzdem soll noch ein neuer Stürmer her. Dazu beschäftigt sich der Klub mit Verstärkungen für das zentrale Mittelfeld.

Auch wenn Zorc betont, dass „die wirtschaftliche Vernunft bei uns oberstes Gebot bleibt“, besitzt der BVB nach den Transfers von Schulz, Hazard und Brandt noch genug Geld für weitere Zugänge. In den vergangenen zwei Jahren erzielte der Klub einen Transferüberschuss von 110 Millionen Euro. Der Verkauf von Christian Pulisic (20) zum FC Chelsea spülte Anfang des Jahres weitere 64 Millionen Euro in die Kasse. Dessen Nachfolge tritt Hazard an. Für den Belgier zahlt der BVB 25 Millionen Euro an Gladbach, mit Bonuszahlungen kann die Summe auf bis zu 30 Millionen Euro steigen.

Thorgan hat eine hohe fußballerische Qualität. Er besitzt eine hervorragende Abschlusstechnik und glänzt als exzellenter Vorbereiter. Mit seinen Fähigkeiten passt er sehr gut in unser Offensivspiel

sagt Zorc zu SPORT BILD. Nach fünf Jahren in Gladbach will Hazard sich in Dortmund weiterentwickeln, dauerhaft in der Champions League und um Titel spielen. Er erhält einen Fünf-Jahres-Vertrag.

Auch Schulz kostet 25 Millionen Euro und unterschreibt bis 2024. Der Verteidiger ist die dringend benötigte Verstärkung hinten links. „Mit seiner Dynamik, seinem Speed und seiner Physis hat Nico uns überzeugt. Er bringt die Qualitäten mit, die wir für unser Spiel auf der Außenbahn benötigen – besonders auf höchstem Niveau“, sagt Zorc.

In der abgelaufenen Saison agierten mit Raphaël Guerreiro (25), Marcel Schmelzer (31), Achraf Hakimi (20) und Abdou Diallo (23) gleich vier verschiedene Spieler beim BVB als Linksverteidiger. Schulz absolvierte dagegen in Hoffenheim 30 Ligaspiele und etablierte sich durch gute Leistungen auch im DFB-Team. Mit Mateu Morey (19) kommt ein weiterer Außenverteidiger ablösefrei vom FC Barcelona.

Mit Brandt soll noch ein Nationalspieler zur Mannschaft stoßen. Mit Marco Reus (29), Mario Götze (26) und Brandt besäße der BVB im Offensivzentrum drei technisch versierte und spielstarke Akteure – ganz nach dem Geschmack von Favre.

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