Dortmunds Titel-Pärchen: Mit diesem Kader greift der BVB die Bayern an

Autor : Sven Westerschulze | 10.07.2019

Seine Spieler stattete der BVB im Urlaub mit individuellen Trainingsplänen aus. Auf sieben Seiten erhielten die Profis Lauf-Vorgaben, Ernährungs-Tipps und einen elf Übungen umfassenden Aktivierungszirkel.

Was alle Stars vereinte: die Strafen! SPORT BILD kennt sie. So kostete der erste vergessene Lauf 1000 Euro, ein zweiter 3000. Jede weitere versäumte Einheit sogar 5000 Euro! Wer beim Trainingsauftakt vergangenen Mittwoch den Gurt zur Herzfrequenz-Messung vergaß, musste ebenfalls 1000 Euro zahlen. Für den Titel-Angriff überlässt der BVB nichts dem Zufall – und setzt im Duell gegen den FC Bayern auf Titel-Pärchen. Denn:

Nach der Transferoffensive ist Dortmunds Kader so stark wie selten zuvor.

Wir haben durch unsere Transfers vor allem an Qualität dazugewonnen, aber sind dadurch auch in der Breite besser aufgestellt. Wir haben jede Position doppelt besetzt und adäquaten Ersatz, wenn ein Spieler mal verletzt ausfällt,

sagt Michael Zorc (56) gegenüber SPORT BILD. Der Sportdirektor erinnert sich noch an die abgelaufene Saison, als seine Mannschaft – auch aufgrund personeller Sorgen – die Meisterschaft noch verspielte: „In der vergangenen Rückrunde haben uns die vielen Ausfälle einige Male vor Probleme gestellt.“

Rückkehrer Mats Hummels (30/für 30,5 Mio. Euro vom FC Bayern) bildet zusammen mit Manuel Akanji (23) das neue Abwehrzentrum. Akanjis Back-up ist Rechtsfuß Julian Weigl (23), als Hummels-Ersatz bewerben sich die beiden Linksfüße Abdou Diallo (23) und Dan-Axel Zagadou (20). Einer der beiden könnte den BVB noch verlassen. Der FC Arsenal hat Interesse an Zagadou, Olympique Lyon an Diallo.

Während bei Konkurrent Bayern aktuell nur 17 Feldspieler unter Vertrag stehen, ist der BVB bereit für den Titelangriff. Zorc:

Der Anfang Januar feststehende Verkauf von Christian Pulisic (für 64 Mio. Euro zu Chelsea; d.Red.) war der Startschuss für unsere Transferbestrebungen. Das war natürlich ein Vorteil, weil wir früh Planungssicherheit hatten und uns rechtzeitig um unsere Wunschspieler bemühen konnten.

Pulisic wird durch Thorgan Hazard (26/für 25,5 Mio. Euro aus Gladbach) ersetzt, dazu erweitert Julian Brandt (23/für 25 Mio. Euro aus Leverkusen) die Optionen von Trainer Lucien Favre (61). Durch die neue Offensivpower plant der Schweizer jetzt im 4-1-4-1-System, im Vorjahr ließ er fast ausschließlich mit Doppel–Sechs (4-2-3-1) agieren. Gemeinsam mit Marco Reus (30) soll Brandt im zentralen offensiven Mittelfeld für Gefahr sorgen.

Um den Nationalspieler zur Borussia zu holen, schaltete sich auch Reus ein. „Ich habe die Initiative ergriffen und Julian erklärt, welche Möglichkeiten es in Dortmund gibt, welches Potenzial der Verein hat und dass ein Spieler wie er zum BVB gehört. Ich habe ihm unsere DNA erklärt“, verrät der BVB-Kapitän in der neuen GQ-Kolumne „Bundesliga Backstage“. Seine Worte wirkten. Trotz Leverkusens Qualifikation für die Champions League sagte Brandt dem BVB zu.

Mit dem wertvollsten Kader der Klubgeschichte (Marktwert: 720,6 Mio. Euro) und Rekordinvestitionen in Höhe von 127,5 Millionen Euro soll es endlich mit der ersten Schale seit 2012 klappen.

Zorc sagt: „Wir achten darauf, dass die Balance zwischen unseren Ausgaben und Einnahmen stimmt. Da wir in den vergangenen Jahren regelmäßig Transferüberschüsse erzielt haben, haben wir uns in diesem Sommer dazu entschlossen, mehr Geld in die Mannschaft zu investieren.“

Trotzdem stehen in Dortmunds XXL-Kader noch mehr als ein halbes Dutzend Spieler vor dem Absprung. André Schürrle (28) ist genau wie Shinji Kagawa (30) freigestellt. Geld fließen soll vor allem für Raphaël Guerreiro (25), an dem Paris Saint-Germain Interesse hat, und Maximilian Philipp (25), der beim VfL Wolfsburg auf der Liste steht.

Dortmunds Titel-Pärchen

Bürki ist gesetzt. Der Schweizer gehörte vergangene Saison zu den besten Dortmundern. Ersatzkeeper Hitz hat keine Stammelf-Ambitionen.© Getty
Bürki ist gesetzt. Der Schweizer gehörte vergangene Saison zu den besten Dortmundern. Ersatzkeeper Hitz hat keine Stammelf-Ambitionen.

Götze lief Alcácer in der Rückrunde den Rang in der Spitze ab. Der Spanier trifft zwar häufig, muss sich aber mehr ins Spiel integrieren.

Hazard ersetzt Pulisic als Linksaußen. Der Neuzugang war Wunschspieler von Favre. Bruun Larsen muss sich wieder an die erste Elf rankämpfen.

Reus ist Dreh- und Angelpunkt im Spiel. Ist der Kapitän fit, spielt er. Gönnt Favre ihm eine Pause, steht Youngster Gómez bereit.

Brandt macht das Spiel flexibler, soll aus dem Zentrum für Gefahr sorgen. Als Herausforderer tritt Dahoud gegen den Nationalspieler an.

Sancho ist auf dem rechten Flügel Favres größte Waffe. Trotz seiner erst 19 Jahre gesetzt. Wolf ist wie in der letzten Saison nur Ergänzungsspieler.

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Witsel ist erste Wahl im defensiven Mittelfeld. Der Stratege zeigte vergangene Saison, wie wichtig er ist. Delaney zählt nicht mehr zur ersten Elf.

Schulz schließt die größte Baustelle links hinten. Der Nationalspieler bringt viel Geschwindigkeit mit. Braucht er eine Pause, spielt Schmelzer.

Hummels ist in der Innenverteidigung gesetzt. Linksfuß Zagadou ist erste Alternative für den Weltmeister, kämpft um einen Startelf-Platz.

Akanji ist im Zentrum gesetzt. Fällt er aus, steht Weigl parat. Der etatmäßige Sechser überzeugte in der Rückrunde in der Innenverteidigung.

Hakimi hat seine Stärken in der Vorwärtsbewegung. Nach Verletzung wieder fit. Patzt die Real-Leihgabe, steht Routinier Piszczek als Back-up bereit.

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