Haaland kann für 75 Millionen gehen

Autor : Axel-Patrick Hesse | 30.01.2020

SPORT BILD enthüllt die Höhe der Ausstiegs-Klausel von Dortmunds neuem Super-Stürmer

Auf diese Meter hatte sich Er­ling Haa­land (19) so ge­freut. In das Dort­mun­der Sta­dion ein­zu­lau­fen, die Wucht der 81 365 Zu­schauer zu spü­ren – auch das spielte eine Rolle bei sei­nem Wech­sel zum BVB. Der 1,94 Meter große, aber schüch­tern wir­kende Stür­mer, saugte die Emo­tio­nen bei sei­ner Ein­wechs­lung beim 5:1 gegen Köln auf.

Ge­nauso ge­spannt schau­ten die 81 365 auf das Top-Ta­lent, das für die fest­ge­schrie­bene Ab­löse von 20 Mil­lio­nen Euro aus Salz­burg ge­kom­men war. Haa­land gilt als kom­men­der Welt­klasse-Stür­mer. In sei­nem ers­ten Heim­spiel für den BVB stellte er das unter Be­weis, traf zum 4:1 und 5:1. In 57 Ein­satz-Mi­nu­ten er­zielte er damit fünf Tore – Bun­des­liga-Re­kord! Viele Top-Klubs (u. a Man­che­s­ter Uni­ted, Ju­ve­n­tus Tu­rin) woll­ten ihn wegen der Durch­schlags­kraft ver­pflich­ten. Haa­land hat sich für Dort­mund ent­schie­den, weil er den Ver­ein für den rich­ti­gen hält, um den nächs­ten Kar­rie­re­schritt zu ma­chen. Dabei hat er sich die Tür für den Sprung zu einem eu­ro­päi­schen Eins-a-Klub offen ge­hal­ten.

Haaland wollte die Klausel bei unter 50 Millionen halten

Der Nor­we­gen-Star be­stand er­neut auf eine Aus­stiegs-Mög­lich­keit. Sie war Grund­vor­aus­set­zung für die Un­ter­schrift bis 2024. Nach In­for­ma­tio­nen von SPORT BILD sind der Stür­mer, sein Vater Alf-Inge Haa­land (47) und Be­ra­ter Mino Raiola (52) mit dem Wunsch in die Ver­hand­lun­gen ein­ge­stie­gen, dass der Sturm­Tank für we­ni­ger als 50 Mio. Euro Ab­löse wei­ter­zie­hen kann. Das war dem BVB zu we­nig. Eine Ei­ni­gung hat es dem­nach bei 75 Mil­lio­nen Euro ge­ge­ben, für die Haa­land wech­seln könn­te. Die Klau­sel greift aber noch nicht in die­sem Som­mer.

Ein guter Deal für alle. Der BVB hat das der­zeit wohl größte Sturm-Ta­lent Eu­ro­pas. Haa­land be­hält die Ent­schei­dungs­ge­walt über seine Kar­rie­re. Sollte er vor Ver­trag­sende 2024 wech­seln wol­len, er­hält Bo­rus­sia im schlech­tes­ten Fall das kom­plette für Haa­land ein­ge­setzte Geld in­klu­sive Ge­halt, aller Pro­vi­sio­nen und mög­li­cher Son­der­zah­lun­gen zu­rück.

So hätte etwa der Vater nach In­for­ma­tio­nen eng­li­scher Me­dien bei einem Wech­sel nach Man­che­s­ter zehn Mil­lio­nen Euro er­hal­ten sol­len. Wo­für?“Er ist der wich­tigste Rat­ge­ber für Er­ling, er ist der wahre Be­ra­ter. Wenn wich­tige Ent­schei­dun­gen an­ste­hen, holen sie sich zu­sätz­lich Rat von Ex­per­ten wie jetzt bei Mino Raio­la“, er­zählt Jan Åge Fjør­toft (53). Der ehe­ma­lige Stür­mer von Ein­tracht Frank­furt spielte ge­mein­sam mit Papa Haa­land in der Na­tio­nal­mann­schaft Nor­we­gens. Fjør­toft ver­folgte die Ent­wick­lung des neuen Wun­der­stür­mers von klein auf und ge­hört bis heute zu den engen Ver­trau­ten der Haa­land-Fa­mi­lie.

Er sagt: „Er­ling ist durch sei­nen Vater top be­ra­ten. Sie haben nie das größte An­ge­bot an­ge­nom­men, son­dern immer das beste für die Ent­wick­lung. Sie haben sich vor einem Jahr be­wusst für Salz­burg ent­schie­den statt für Ju­ve­n­tus oder an­dere Top-Ver­ei­ne, weil sie es im Sinne der Kar­riere für das Beste hiel­ten. So ist es jetzt auch mit Dort­mun­d.“

Dass Haa­land er­neut auf einer Aus­stiegs­klau­sel be­stan­den hat, hält Fjør­toft für nor­mal. Die ge­naue Ver­ein­ba­rung mit Dort­mund kennt er nicht, sagt aber: „Die Ver­eine freuen sich, wenn sie einen Spie­ler auf diese Weise be­kom­men kön­nen. Dann sollte es auch in Ord­nung sein, wenn der Spie­ler diese Op­tion auch für sei­nen nächs­ten Kar­riere-Schritt haben möch­te.

Die Lauf­bahn des Wun­der­stür­mers scheint genau ge­plant zu sein. „Er­lings Vater muss sich nicht über sei­nen Sohn be­wei­sen, weil er selbst Profi war. Es geht immer nur um den Jun­gen“, sagt Fjør­toft. „Dass der Vater selbst Profi war, hat au­ßer­dem den Vor­teil, dass Er­ling die Fuß­ball-Welt von klein auf kennt. Er kann mit der Po­pu­la­ri­tät um­ge­hen und wird nicht durch­dre­hen. Das ist ge­rade zu Be­ginn der Kar­riere ein großer Vor­teil.“

Haa­land ist auf An­hieb voll da. „Er­ling ist nicht nur ein Bre­cher, er ist auch ex­trem schnell. Das ist dann na­tür­lich auch eine Waf­fe“, sagt Mit­tel­feld­spie­ler Ju­lian Brandt (23).“Er spielt kör­per­be­tont, aber er weiß sich auch gut mit sei­ner Schnel­lig­keit durch­zu­set­zen, und das ist et­was, was einem schon ex­trem hel­fen kann. Vor al­lem, wenn du hin­ter eine Vie­rer­kette kom­men willst. Egal, wie er es macht, er macht es ge­rade ver­dammt rich­tig. Das Wich­tigste ist, dass er eis­kalt vorm Tor ist.“In Dort­mund herrscht seit dem Drei­er­pack im ers­ten Spiel beim 5:3 in Augs­burg ein ech­ter Haa­land-Hy­pe. Zum öf­fent­li­chen Trai­ning in der ver­gan­ge­nen Woche waren rund 500 Fans ge­kom­men. Die woll­ten vor allem Haa­land se­hen, ihn an­fas­sen, ein Foto mit ihm, ein Au­to­gramm von ihm. Ge­dul­dig er­füllt ihr neuer Lieb­ling die Wün­sche.

Der Boom lässt gleich­zei­tig die Kas­sen in Dort­mund klin­geln. In den ers­ten drei­ein­halb Wo­chen des Jah­res ver­kaufte der BVB be­reits 5000 Haa­land-Tri­kots mit der Num­mer 17. Al­lein am Wo­chen­ende sei­nes Drei­er­packs waren es 1500!

Der Jung­star ist so­fort mit­ten­drin beim BVB. Mit Gio­vanni Reyna (17) hat er sich an­ge­freun­det. Eine Woh­nung in der Stadt ist be­reits be­zo­gen. Bei der Ein­ge­wöh­nung hilft Joel Kunz (34), der In­te­gra­ti­ons­be­auf­tragte des BVB. Viel Ar­beit wird der mit Haa­land nicht ha­ben, ver­si­chert Fjør­toft: „Er­ling ist ein bo­den­stän­di­ger Jun­ge. Er hat keine auf­fäl­lige Fri­sur, braucht keine schnel­len Autos und fei­ert keine großen Par­tys. Er ist in Dort­mund, um Fuß­ball zu spie­len und um dort einen Weg ein­zu­schla­gen, wie es zum Bei­spiel schon Ro­bert Le­wan­dow­ski beim BVB ge­lun­gen ist.“

Der Pole war 2010 als Ta­lent aus Posen ge­kom­men, wech­selte 2014 zum FC Bay­ern und gilt der­zeit für viele Ex­per­ten als der beste Mit­tel­stür­mer der Welt.

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