Götzes Zukunft hängt an Favre

Autor : Sven Westerschulze | 21.11.2019

Die Wahrheit im Vertragspoker mit dem Weltmeister: Gespräche erst 2020

Nur 455 von 1620 Minuten stand Mario Götze (27) diese Saison auf dem Platz. Dortmunds viertbester Scorer des Vorjahres ist bei Trainer Lucien Favre (62) nur noch selten gefragt. Götze und der BVB – was 2009 als Erfolgsstory begann, neigt sich dem Ende zu. Zum zweiten Mal, diesmal wäre es wohl endgültig. Götzes Vertrag läuft im Sommer aus. Für eine Verlängerung spricht derzeit nicht viel. 

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (60) hatte Anfang des Jahres angekündigt: „Wir werden in aller Ruhe nach der Saison mit ihm sprechen und uns austauschen. Dann gucken wir gemeinsam, wie Mario und der BVB sich die Zukunft vorstellen.“ Zwei Gespräche hat es seitdem gegeben, in denen es zwischen dem BVB und Götze um eine Verlängerung der Zusammenarbeit über 2020 hinaus ging. Das letzte liegt inzwischen mehrere Monate zurück. Seitdem herrscht Funkstille. 

SPORT BILD weiß: Die Verhandlungen wurden ins neue Jahr vertagt. Eine Entscheidung fällt erst 2020. Und sie ist verbunden mit der Trainerfrage in Dortmund. Götzes Zukunft hängt an Favre! 

Unter dem Schweizer ist der Weltmeister nur noch Ergänzungsspieler. Anders als bislang stets kolportiert, stocken die Gespräche nicht nur wegen unterschiedlicher Gehaltsvorstellungen beider Parteien, sondern auch wegen der sportlichen Bedeutung des Weltmeisters. In der Rolle des Edelreservisten will Götze seinen Vertrag nicht verlängern, Ansporn und Ambitionen sollen zu groß sein, um sich dauerhaft auf die Bank zu setzen. 

…nach der Saison mit ihm sprechen und uns austauschen. Dann gucken wir gemeinsam, wie Mario und der BVB sich die Zukunft vorstellen

Aktuell zählt Götze mit bis zu zehn Millionen Euro pro Jahr zu den Topverdienern. Der Verein will bei einer Verlängerung rund ein Viertel seines Gehalts einsparen. Götze wäre grundsätzlich zu Einbußen bereit. Doch so, wie sich seine sportliche Situation derzeit darstellt, ist es für ihn keine Option. Erfüllt Favre seinen bis 2021 laufenden Vertrag, dürfte sich das Kapitel Götze/BVB im Sommer schließen. Dass beide Parteien dann noch zueinanderfinden, erscheint eher unwahrscheinlich. Der Verein vermisst Dankbarkeit, der Spieler Wertschätzung. 

Götze kann sich eine Zukunft im Ausland vorstellen. Nicht in Amerika oder Asien, sondern in einer europäischen Top-Liga. Beim BVB durchlebt der Offensivspieler seit seiner Rückkehr 2016 eine Zeit mit vielen Höhen und Tiefen. Götze fühlt sich topfit, will sich auf höchstem Niveau beweisen. Woche für Woche. 

Obwohl er von Favre in dieser Saison kaum berücksichtigt wird, lässt er sich im Training nie hängen. Götze gilt im Team als Einzelgänger, stellt sich aber immer in den Dienst der Mannschaft. Das registrieren seine Mitspieler. Dass Favre ihn beim Champions-League-Spiel in Prag in der zweiten Minute der Nachspielzeit bei einer 2:0-Führung einwechselte, kam für den 63-maligen Nationalspieler einer Demütigung gleich. Um nach zuvor drei Spielen ohne Sieg keine weitere Unruhe zu provozieren, schwieg Götze. 

Auch vergangene Saison hatte er unter Favre einen schweren Stand, in den ersten sechs Ligaspielen stand er keine Minute auf dem Platz. Danach baute der Schweizer auf Götze als Back-up für Torjäger Paco Alcácer (26). Während der Spanier häufiger verletzt fehlte, überzeugte Götze als spielerische Neun, verpasste seit dem siebten Spieltag nur noch zwei Partien. Mit sieben Treffern und sieben Vorlagen lieferte Götze seine beste Bundesliga-Saison seit 2013/14 ab. Doch das interessiert heute niemanden mehr … 

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