Mit Psycho-Hilfe ins Meister-Finale

Autor : Christian Falk | 13.05.2020

Am Sams­tag be­ginnt für den BVB eine neue Zeit­rech­nung. 42 Tage blei­ben dem Klub, um das große Sai­son­ziel von der ers­ten Meis­ter­schaft seit 2012 zu er­rei­chen.

Los geht es mit dem Geis­ter­derby gegen Schal­ke. 42 Tage spä­ter wol­len sich die Schwarz-Gel­ben im Sai­son­fi­nale gegen Hof­fen­heim am 27. Juni zum Meis­ter krö­nen – und die Ziel­vor­gabe von ihrem Boss er­fül­len.

Hans-Joa­chim Watzke (60) hatte be­reits im Som­mer den Ti­tel-An­griff auf den FC Bay­ern (sie­ben Meis­ter­schaf­ten in Fol­ge) aus­ge­ru­fen. Daran hat sich auch in der Co­rona-Pause trotz vier Punk­ten Rück­stand auf den Re­kord­meis­ter nichts ver­än­dert. Ganz im Ge­gen­teil! Damit die Spie­ler mit der be­son­de­ren Geis­ter­ku­lisse klar­kom­men, wurde kurz­fris­tig ein Sport-Psy­cho­loge an­ge­stellt.

Ex-BVB-Spie­ler Dr. Phil­ipp Laux (47) soll die Spie­ler auf die be­son­dere Si­tua­tion vor­be­rei­ten.

Nach SPORT BILD-Info war der Hin­ter­grund der Blitz-Ver­pflich­tung das Cham­pi­ons-League-Aus in Paris (0:2). Dort lie­fer­ten die Stars im lee­ren Prin­zen­park eine Gru­sel-Vor­stel­lung ab. Damit so etwas nicht noch mal pas­siert, wurde jetzt ge­han­delt. Mit Psy­cho-Hilfe ins Meis­ter -Fi­na­le! Kann Laux, der seit Sams­tag­abend mit den Spie­lern, dem Trai­ner-Team und Be­treu­ern im Hotel l’Ar­ri­vée im Dort­mun­der Süden gas­tiert, einen Teil zum Ti­tel-Ge­winn bei­steu­ern?

Se­bas­tian Kehl (40), Lei­ter der Li­zenz­spie­ler­ab­tei­lung, sagt: „Phil­ipp will und wird sei­nen Teil dazu bei­tra­gen, ge­nauso wie jeder an­dere Ex­perte rund um unser Trai­ner­team, dass wir jetzt am Sams­tag im Derby top star­ten und noch das Best­mög­li­che aus die­ser Sai­son raus­ho­len. Aber eines ist klar, es gibt kein Wun­der­mit­tel für diese Si­tua­tion, auch nicht aus psy­cho­lo­gi­scher Sicht.“

Die Spie­ler müs­sen den FC Bay­ern al­lein vom Thron sto­ßen. Dass das klap­pen kann, haben schon ei­nige Klubs vor dem BVB ge­zeigt. Im letz­ten Jahr sogar zum Leid­we­sen der Bo­rus­sia.

Erz­ri­vale Bay­ern hatte ver­gan­gene Sai­son Mitte De­zem­ber zwi­schen­zeit­lich neun Punkte Rück­stand auf Spit­zen­rei­ter Dort­mund -nach dem 20. Spiel­tag waren es auch immer noch sie­ben Punkte Rück­stand. Die Schale ging den­noch nach Mün­chen. Es war der zweit­größte Rück­stand, der je­mals auf­ge­holt wur­de.

Noch bes­ser machte es nur Wolfs­burg. Der VfL lag 2008/09 nach dem 15. und 18. Spiel­tag je­weils elf Punkte hin­ter der Spit­ze, schnappte sich am Ende den­noch den Ti­tel. Die­ses Jahr will Dort­mund im Sai­son-Fi­nale wie­der ju­beln.

Und wie be­rei­tet sich die Mann­schaft von Trai­ner Lu­cien Favre (62) auf die Meis­ter-At­ta­cke vor?

Alle Stars haben im Qua­ran­tä­ne­-Ho­tel Ein­zel­zim­mer be­zo­gen, sol­len mög­lichst wenig Kon­takt zu den Mit­spie­lern ha­ben. Nur bei der Bus­fahrt zum Trai­nings­ge­lände bzw. Sta­dion und beim Essen sowie bei den Ana­lyse-Sit­zun­gen wer­den alle ver­sam­melt sein. Damit den Spie­lern nicht die Decke auf den Kopf fällt, wurde extra das In­ter­net im Hotel ver­stärkt. So kön­nen sich die Spie­ler ge­mein­sam über ihre Spiele-Kon­so­len ver­bin­den.

Dass sich die Pro­fis kom­plett an die Richt­li­nien hal­ten müs­sen, wurde ihnen ver­gan­ge­nen Don­ners­tag auch noch mal von Watzke per­sön­lich bei einem Tref­fen im Sta­dion ins Ge­wis­sen ge­ru­fen. Wer da­ge­gen ver­stößt – wie im Ka­lou-Fall von Her­tha BSC – muss mit har­ten Kon­se­quen­zen rech­nen.

Der Fokus liegt jetzt auf dem Koh­len-Kra­cher am Sams­tag. Trai­ner Lu­cien Favre stellte dafür extra sei­nen Trai­nings­plan um. Er lässt bis zum Derby gegen Schalke mehr­fach im Sta­dion trai­nie­ren, um die Geis­ter­ku­lisse zu si­mu­lie­ren. Den­noch bleibt er sich bei sei­nen Ein­hei­ten treu, lässt nur ma­xi­mal 90 Mi­nu­ten am Tag trai­nie­ren, so­dass am Ende nicht die Sprit­zig­keit fehlt -und keine Ver­let­zun­gen da­zu­kom­men.

Ver­gan­gene Woche haben sich Emre Can (26) und Axel Wit­sel (31) ver­letzt, fal­len de­fi­ni­tiv für das Derby aus. Dä­nen-Ab­räu­mer Tho­mas De­la­ney (28) wird nach sie­ben Mo­na­ten Ver­let­zungs­pause wohl sein Co­me­back fei­ern. Er soll ge­mein­sam mit Ju­lian Brandt (24) den Dort­mun­der Ma­schi­nen­raum im Mit­tel­feld bil­den. Trotz der grö­ßer wer­den­den Per­so­nal­sor­gen wird Favre an sei­nem 3-4-3-und 3-5-2-Sys­tem fest­hal­ten. Im­mer­hin:

Für den Knal­ler gegen Bay­ern in zwei­ein­halb Wo­chen wer­den Can und Wit­sel de­fi­ni­tiv wie­der dabei sein.

Glei­ches könnte auf Ka­pi­tän Marco Reus (30) zu­tref­fen. Der Of­fen­sivspie­ler stei­gert täg­lich sein Pen­sum, weil er un­be­dingt beim Ti­tel-Fi­nale gegen den großen Kon­kur­ren­ten dabei sein will.

42 Tage hat Dort­mund für die Er­fül­lung des Meis­ter-Traums. Zu­sätz­li­che Mo­ti­va­tion wird es auch von der Tri­büne aus ge­ben. Neben der Chef­etage um Watz­ke, Cra­mer und Treß wird Be­ra­ter Matt­hias Sam­mer (52) wei­ter im Sta­dion an­we­send sein. Dem ex­ter­nen Be­ra­ter der Ge­schäfts­füh­rung wird einer der acht Plätze im BVB-Kon­tin­gent für die Heim­spiele re­ser­viert.

Sam­mer be­stä­tigt SPORT BILD: „Ich habe vor, in nächs­ter Zeit Liga-Spiele vor Ort zu be­su­chen. Mit dem BVB ist das ab­ge­stimmt, dass dies mög­lich ist.“ Ein gutes Omen: In der Sai­son 2001/02 ge­wann der BVB mit Sam­mer als Trai­ner den Meis­ter­ti­tel. Drei Spiel­tage vor Schluss lag Bo­rus­sia noch fünf Punkte hin­ter Spit­zen­rei­ter Le­ver­ku­sen. Am Ende aber ju­belte Dort­mun­d…

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