Paco macht es wie Messi

Autor : Sven Westerschulze | 28.08.2019

Der BVB-Star traf bislang in jedem Pflichtspiel. Was Paco Alcácer sich von Barcelonas Superstar Lionel Messi abgeguckt hat und warum seine Freistöße so gefährlich sind

Die freiwilligen Überstunden haben sich gelohnt. In seiner Zeit beim FC Barcelona von 2016 bis 2018 feilte Paco Alcácer (25) nach den Trainingseinheiten regelmäßig mit Lionel Messi (32) an seiner Torschuss-Technik. Wie muss ich den Ball perfekt treffen? Wie erzeuge ich den besonderen Spin, der Freistöße unhaltbar macht?

Alcácer schaute Barças Superstar genau auf den Fuß – und wurde so selbst zum Ballermann. Der BVB-Stürmer ist der einzige Bundesliga-Profi, der in dieser Saison in jedem Pflichtspiel getroffen hat. Das gelang selbst Bayern-Star Robert Lewandowski (31) nicht.

Mit fünf Treffern in den ersten vier Pflichtspielen (Su­percup, Pokal, Bundesliga) hat Alcácer seinen neuen Status als Stammspieler untermauert. Im vergangenen Jahr war er oft nur als Joker zum Einsatz gekommen, jetzt stand er in jedem Spiel in der Startelf – und traf.

„Das Selbstvertrauen ist enorm wichtig bei ihm. Er spürt, dass ihm hier vertraut wird und seine Qualitäten geschätzt werden“, sagt Torwart Roman Bürki (28).

Eine Waffe sind seine Standards. Beim Testspiel gegen den FC Zürich (6:0) traf Alcácer per Freistoß, im DFB-Pokal gegen Uerdingen (2:0) auch. Die steil abfallende Flugkurve macht es für die Torhüter schwer, rechtzeitig zu reagieren.

Plötzlich arbeitet Alcácer auch fürs Team – zur Freude seiner Mitspieler

 

Bürki erklärt, warum Alcácers Freistöße schwer zu halten sind: „Der Ball kommt mit viel Tempo über die Mauer und fällt plötzlich ab. Im Training kann ich da durchaus spekulieren, im Spiel würde ich es aber nicht tun. Wie Paco Freistöße schießt, ist in der Bundesliga schon einzigartig. Er hat ja auch einen speziellen Anlauf.“

Und bei seinen Mitspielern inzwischen eine gewisse Erwartungshaltung geweckt. „Ich sage zu Paco immer, dass ein Freistoß für ihn wie ein Elfmeter ist“, feixt Axel Witsel (30).

Anders als im vergangenen Sommer ist der Angreifer nun topfit. Der Verein gab ihm einen individuellen Trainingsplan mit in den Urlaub, Alcácer nahm im Sommer sogar ein Kilogramm ab. Deutlich auffälliger war jedoch der Ehrgeiz, mit dem er in die Vorbereitung startete. Wie sich der vorher nicht unbedingt für seinen Einsatz geschätzte Stürmer plötzlich reinhängte, überraschte seine Mitspieler.

Bürki bestätigt: „Paco hat in der Vorbereitung hart an sich gearbeitet, das merkt man in jedem Training.“

Im ersten Heimspiel ge­gen Augsburg (5:1) erhielt der Stürmer Sonder-­Applaus, als er am eigenen Strafraum einen Zwei­kampf gewann. „Das war das erste Mal, dass ich ihn als Rechtsverteidiger gesehen habe“, sagt Witsel. „Das ist ein gutes Zeichen für das Team.“

18 Treffer erzielte Alcá­cer in seinem Premieren-­Jahr in 26 Liga-Spielen. Der Spanier: „Mein Ziel ist es, im zweiten Jahr noch mehr Tore zu machen.“ Mit jedem Tor steigt die Chance des BVB auf den Meistertitel …

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