Top-Scorer Jadon Sancho war in jedem Liga-Spiel dabei

Autor : Sven Westerschulze | 15.05.2019

Sean Sancho ist beim BVB Kult. Der Vater von Super talent Jadon Sancho (19) fährt gern mal mit dem Fahrrad statt im Luxuswagen an der Dortmunder Geschäftsstelle vor.

Immer freundlich, immer mit einem Lächeln. Sean Sancho hat allen Grund zur Freude: Sein Sohn zählt zu den begehrtesten Spielern der Welt.

In anderthalb Jahren hat sich Jadon Sancho vom Jugendspieler zum wertvollsten Profi der Bundesliga entwickelt. 2017 kam der Engländer für knapp acht Millionen Euro zum BVB, in zwischen wird sein Marktwert auf 80 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) taxiert. Fast alle europäischen Topklubs haben den englischen Nationalspieler auf dem Zettel. In seiner Heimat wird Sanchos Entwicklung besonders von seinem Ex-Verein Manchester City und dessen Stadtrivalen United verfolgt.

Obwohl der Dribbler seinen Vertrag erst vergangenen Oktober bis 2022 verlängert und Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc (56) einen Verkauf im Sommer ausgeschlossen hat, gibt es immer wieder Wechselgerüchte um ihn. Sancho selbst beschäftigt sich damit nicht. Er will auch in der kommenden Saison beim BVB spielen.

Sancho fühlt sich wohl in Dortmund. Er lebt allein, wohnt am Phönix-See im Stadtteil Hörde. Das Trainingsgelände der Borussia ist nur zehn Minuten entfernt. Pünktlich ist der Youngster trotzdem nicht immer. Im Klub heißt es: Wenn Sancho sich mal verspätet, ist er allein zu Hause. Hat er Besuch von seinem Vater, passiert das nicht. Sean Sancho achtet auf seinen Sohn, er ist sein größter Förderer.

Sean hat sich Jadon und seiner Entwicklung verschrieben – alles dreht sich um Jadon

sagte Sayce Holmes-Lewis, der Sancho trainierte, als der zwölf war. Sanchos Vater pendelt zwischen Dortmund und London, wo Jadon im Stadtteil Kennington aufwuchs. Bei Heimspielen des BVB ist Sean fast immer im Stadion – und wurde Kronzeuge des rasanten Aufstiegs seines Sohns.

Sancho ist Dortmunds Topscorer, erzielte elf Tore und bereitete 17 vor.

In allen 33 Ligapartien stand er auf dem Platz. Anfangs als Joker, seit dem siebten Spieltag ist er in der Startelf von Trainer Lucien Favre (61) gesetzt. Beim 3:2 gegen Düsseldorf wurde er allerdings nur eingewechselt. Aufgrund muskulärer Probleme konnte er vergangene Woche nicht regelmäßig trainieren.

Im Oktober 2018 feierte Sancho sein Debüt in der englischen Nationalelf. Als erster Spieler des 2000er-Jahrgangs trug er das Trikot der Three Lions. Sanchos Verpflichtung hatte sich für den BVB längst als absoluter Glücksgriff entpuppt. Dabei setzte sich der Klub gegen große Konkurrenz durch. „Im Zuge der Gespräche war klar, dass Top-Klubs aus dem In- und Ausland ebenfalls großes Interesse an ihm hatten. Wir haben uns zum Glück sehr frühzeitig um ihn bemüht“, so Zorc.

Einen Betreuer, der sich für den Teenager um alltägliche Dinge abseits des Platzes kümmert, hat die Borussia nicht abgestellt. Den Spielern alles abzunehmen, widerspricht der BVB-Philosophie im Umgang mit Talenten. Um Persönlichkeit zu entwickeln, setzt der Verein auf Eigenständigkeit.

Für Sancho kein Problem. Mit zwölf zog er ins Internat des FC Watford, knapp zwei Jahre später ging es für ihn weiter nach Manchester. Heute ist Sancho darüber froh, wie er zuletzt bei einem Sponsorentermin in London verriet:

Der Umzug hat mich wahrscheinlich davon abgehalten, unter der Woche abends auszugehen. Ich war alleine und habe mich voll auf den Fußball konzentriert. Jetzt bin ich einfach nur glücklich.

Schwerer als der Umzug ins Internat war der Schritt nach Dortmund 2017: neues Land, neues Umfeld, neue Sprache. Sancho machte ihn trotzdem mit Überzeugung.

„Du musst wissen, welchen Weg du gehen willst und wo du deine Zukunft siehst. Ich habe meine in Dortmund gesehen“, erklärt er seine Entscheidung gegenüber SPORT BILD. Was ihm bei all den Veränderungen nicht verloren ging, ist seine Spielfreude. Vor über 80 000 Zuschauern im Signal-Iduna-Park spielt Sancho heute genauso unbekümmert wie einst auf den Betonplätzen und Käfigen in Kennington.

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