Sie machen Gladbach zum Heimspiel-König
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Sie machen Gladbach zum Heimspiel-König. Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Alassane Plea + Thorgan Hazard + Jonas Hofmann = Platz 2

Sie machen Gladbach zum Heimspiel-König

Noch vor ein paar Monaten haderte Thorgan Hazard (25) mit sich. „Ich muss ruhiger werden“, sagte der Gladbacher zu seiner Torausbeute. „Ich schieße manchmal mit zu viel Kraft. Ich bin kein Stürmer.“

Das hat sich geändert. Hazards Wandel ist ein wichtiger Baustein für Gladbachs neue Stärke. Nach zehn Spielen steht Borussia mit 20 Punkten auf Platz zwei. 23 Treffer sind nach Dortmunds 30 Toren in dieser Saison ebenfalls der zweitbeste Wert in der Liga.

Und Hazard ist derzeit Gladbachs gefährlichster Spieler: sieben Tore, alle in den vergangenen sieben Spielen erzielt. Dazu drei Vorlagen. Und das als Stürmer.

Im 4-3-3 von Trainer Dieter Hecking (54) spielt er auf der Außenbahn. Mal rechts, mal links. Beim 3:0 gegen Düsseldorf traf er zweimal. Mittelfeld-Antreiber Jonas Hofmann (26) erzielte einen Treffer, seinen fünften in dieser Saison. Alassane Plea (25), der im Angriff zwischen Außenbahn und Zentrum pendelt, leitete zwei Treffer ein.

Zusammen sind sie das Tordreieck der Borussia. Mit Hazard, (sieben Tore, drei Vorlagen) Hofmann und Plea (je fünf Tore, drei Vorlagen) hat Gladbach als einziger Bundesliga-Verein derzeit drei Spieler unter den ersten zehn der Scorer-Liste! Das schafft weder Dortmund mit Reus, Sancho, Alcácer noch Frankfurt mit Haller, Jovic, Rebic.

Anführer des Gladbach-Trios ist 23-Millionen-Einkauf Plea. Vor dem 3:0 gegen Düsseldorf musste er zur Pause in Freiburg ausgewechselt werden, Gladbach verlor 1:3. Im Pokal gegen Leverkusen fehlte er komplett – 0:5. „Alassane hat in den Spielen, in denen er dabei war, immer den Unterschied ausgemacht“, sagt Trainer Hecking. Nur in zwei Spielen war der Franzose diese Saison ohne Torbeteiligung: in Freiburg, wo er sich eine Muskelverletzung zugezogen hatte. Und am ersten Spieltag gegen Leverkusen (2:0) als er erst in den letzten elf Minuten eingewechselt worden war.

Torwart Yann Sommer (29) beschreibt, warum Plea so wichtig ist: „Alassane überrascht mit seinen Weitschüssen. Zudem hält er die Bälle gut und gibt den anderen Spielern die Möglichkeit, in die Tiefe zu gehen.“ Den Raum nutzen dann Hazard und der dritte Stürmer. Mal Lars Stindl (30), mal wie zuletzt nach Verletzung Raffael (33), mal Fabian Johnson (30) oder Patrick Herrmann (27), der gegen Düsseldorf nicht einmal im Kader war. „Wir sind froh, dass wir diese Auswahl an Topstürmern haben“, sagt Hecking.

Sie machen Gladbach zu einem ernsthaften Kandidaten für die Champions League. In dieser Saison haben die Rheinländer in jedem Ligaspiel getroffen. Als einziger Klub gewann der Tabellenzweite alle fünf Heimspiele.

„Wir liegen etwas über den Erwartungen. Das ist aber auch eine Herausforderung, es in Bremen wieder gut zu machen“, sagt Hecking. Mit einem Sieg bei Werder kann sich Gladbach nun ganz oben festsetzen. „Es macht viel mehr Spaß, in solchen Gefilden zu spielen“, sagt Manager Max Eberl (45). Das sehen die Gladbach-Fans genauso.