Bo­rus­sia-Park: Eberl schließt Namensverkauf nicht mehr aus

Autor : Sven Westerschulze, Axel-Patrick Hesse | 23.10.2019

Sonn­tag­abend er­strahlt der Bo­rus­sia-Park wie­der in Glad­bach-Grün. Um 18 Uhr geht es gegen Frank­furt. Flut­licht. Fest­stim­mung. Neben Auf­stei­ger Union Ber­lin ist die tra­di­ti­ons­rei­che Bo­rus­sia der ein­zige Bun­des­liga-Klub, der den Namen sei­nes ei­ge­nen Sta­di­ons noch nicht ver­kauft hat.

Was die Fans der Foh­len schät­zen, lässt den Ver­ein beim Kampf um den dau­er­haf­ten Ein­zug ins in­ter­na­tio­nale Ge­schäft wirt­schaft­lich ins Hin­ter­tref­fen ge­ra­ten. Ge­gen­über SPORT BILD spricht Ma­na­ger Max Eberl (46) über die Über­le­gung, die Na­mens­rechte am Bo­rus­sia-Park zu ver­äu­ßern: „Wenn plötz­lich ein Un­ter­neh­men kommt, das uns zehn Mil­lio­nen Euro im Jahr für die Na­mens­rechte an un­se­rem Sta­dion bie­tet, dann müss­ten wir uns Ge­dan­ken ma­chen. Das be­deu­tet für Bo­rus­sia viel Geld. In dem Fall haben wir eine Ver­pflich­tung ge­gen­über dem Klub.“

Zu­gleich ver­spricht er:

Selbst wenn es mal so kom­men soll­te, wür­den wir aber si­cher den ,Bo­rus­sia-Park‘ im Namen hal­ten.

Glad­bach war ver­gan­gene Sai­son der ein­zige Bun­des­li­gist ohne In­ves­tor oder stra­te­gi­sche Part­ner, der sich für den Eu­ro­pa­po­kal qua­li­fi­ziert hat. Eberl weiß, dass der Klub auf Dauer ohne ex­terne Geld­ge­ber nicht er­folg­reich sein kann. Einen ein­zel­nen In­ves­tor schließt er aber aus. Warum? „Weil wir ein Klub sind, der sich klar zu sei­nen Wer­ten be­kannt hat. Wir sind ein 50+1-Ver­ein, der immer sein ei­ge­ner Herr im Haus ist.“

Als Vor­bild dient der Bran­chen­pri­mus. Eberl: „Der FC Bay­ern hat mit sei­nen stra­te­gi­schen Part­nern eine her­vor­ra­gende Lö­sung ge­fun­den, diese bei­den Dinge mit­ein­an­der zu ver­knüp­fen. Na­tür­lich kann das auch für uns mal in­ter­essant sein. Damit müs­sen wir uns auch irgend­wann be­fas­sen. Es liegt an uns als Ver­ant­wort­li­che, wie wir so ein mög­li­ches Sze­na­rio vor­be­rei­ten und um­set­zen wol­len. Das letzte Wort dar­über haben aber un­sere Mit­glie­der. Diese Ent­schei­dung fällt kein Ein­zel­ner, son­dern der Ver­ein.“

2011 stand der Klub kurz vor dem Ab­stieg, seit­dem ging es ra­sant nach oben. Zwei Cham­pi­ons-League-Teil­nah­men und die dau­er­hafte Po­si­tio­nie­rung in der obe­ren Ta­bel­len­hälfte haben große Er­war­tun­gen im Um­feld ge­weckt. Zum ers­ten Mal seit acht Jah­ren steht Bo­rus­sia wie­der an der Ta­bel­len­spit­ze.

Trei­ben las­sen will Eberl sich aber trotz­dem nicht:“Wenn Sie mir ver­läss­lich vor­aus­sa­gen kön­nen, wie viele Ver­eine sich in der Zu­kunft In­ves­to­ren ins Boot holen und rich­tig in­ves­tie­ren wer­den, um uns ge­fähr­lich zu wer­den, dann kann ich sa­gen, wann wir viel­leicht die Cham­pi­ons League als Sai­son­ziel aus­ru­fen. Sonst nicht.“

In Bre­men spielt Wer­der seit die­ser Sai­son – unter Pro­tes­ten der An­hän­ger – im Wohnin­vest We­ser­sta­dion. Der Zehn-Jah­res-Ver­trag zur Ver­äu­ße­rung der Na­mens­rechte spült dem Klub 30 Mio. Euro in die Kas­se. In Ber­lin ver­kaufte Her­tha BSC 37,5 Pro­zent sei­ner Ver­einsan­teile für 125 Mio. an Lars Wind­horst (42). Der In­ves­tor hat im kom­men­den Som­mer die Mög­lich­keit, seine An­teile auf 49,9 Pro­zent auf­zu­sto­cken. Her­tha win­ken da­durch wei­tere 100 Mio. Euro. Sum­men, die auch in Glad­bach genau re­gis­triert wer­den.

Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie die Website und ihre Angebote nutzen und weiter navigieren, akzeptieren Sie diese Cookies. Änderungen können Sie in ihren Browsereinstellungen vornehmen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite Datenschutz & Cookies
Weiter