Gladbachs Kapitän glänzt wieder nach schweren Verletzungen

Autor : Sven Westerschulze | 11.03.2020

Das hat Lars Stindl (31) in sei­ner Kar­riere noch nie ge­schafft! Fünf Tore er­zielte der Glad­ba­cher in den ver­gan­ge­nen vier Spie­len.

Der Ka­pi­tän macht sich für Trai­ner Marco Rose (43) ge­rade un­ver­zicht­bar. Neben sei­ner wich­ti­gen Rolle in der Ka­bine rockt Stindl auch wie­der auf dem Ra­sen.

„Lars ist mein Ka­pi­tän, mein di­rek­ter An­sprech­part­ner für viele Din­ge, die die Mann­schaft be­tref­fen, und er spürt mein vol­les Ver­trau­en. Aber nur für sein Amt be­kommt er nichts von mir ge­schenk­t“, sagt Rose.

Zwei­mal hat sich Stindl in den ver­gan­ge­nen bei­den Jah­ren nach schwe­ren Ver­let­zun­gen zu­rück­ge­kämpft, jetzt ist Steh­auf­männ­chen Stindl wie­der in Top­form.

„Für mich war es wich­tig, end­lich wie­der eine kom­plette Vor­be­rei­tung ab­sol­vie­ren zu kön­nen. Ich fühle mich rich­tig gut“, sagt Stindl. Im April 2018 zog er sich einen Syn­des­mo­se­ban­driss zu, der gleich­zei­tig sein WM-Aus be­deu­te­te, im April 2019 er­litt er einen Schien­bein­bruch. Beide Male fiel er fünf Mo­nate aus. „Na­tür­lich sind zwei so schwere Ver­let­zun­gen nicht so leicht weg­zu­ste­cken. Aber ich bin ge­dul­dig und immer po­si­tiv ge­blie­ben, weil ich wuss­te, dass ich wie­der auf mein Top-Ni­veau zu­rück­kom­men kann.“

Im Ok­to­ber 2019 fei­erte er am ach­ten Spiel­tag sein Co­me­back, stand in der Hin­runde aber nur zwei­mal in der Star­telf. Viele zwei­fel­ten schon, ob Stindl im pres­sing- und lau­fin­ten­si­ven Rose-Stil noch einen Platz fin­det. Ma­na­ger Max Eberl (46) muss dabei schmun­zeln: „Ich er­in­nere mich noch ans ver­gan­gene Früh­jahr, als es hieß, Lars passe nicht zum Stil von Marco Rose. Das habe ich schon da­mals nicht ver­stan­den -und Lars hat es längst ein­drucks­voll wi­der­leg­t.“

In fünf der sie­ben Rück­run­den­spiele stand Stindl in der Star­telf. „Lars ist ex­trem spielin­tel­li­gent, er fin­det die rich­ti­gen Räume und hilft uns da­mit, unser Spiel auf­zu­zie­hen“, sagt Rose. Und lobt Stindls Ab­schluss­qua­li­tä­ten: „Ich habe zu­letzt von der bes­ten In­nen­seite der Bun­des­liga ge­le­sen. Wenn ich sehe, wie Lars die Din­ger manch­mal ein­put­tet, ist das gar nicht so ver­kehr­t.“ Sechs Sai­son­tref­fer hat Stindl auf dem Konto – er­folg­rei­cher war er zu­letzt in der Sai­son 2016/17 (elf Tref­fer). 12,19 Ki­lo­me­ter spult er im Schnitt über 90 Mi­nu­ten ab – nur Jonas Hof­mann (27/12,38 km) rennt mehr bei Bo­rus­sia.

Stindls Ver­trag läuft 2021 aus, Ge­sprä­che über eine Ver­län­ge­rung gab es bis­lang noch nicht. Eberl lässt aber kei­nen Zwei­fel dar­an, wie zu­frie­den er ist: „Wir wis­sen, wie wich­tig Lars für uns ist -und er weiß es auch. Sein Ver­trag läuft noch mehr als ein Jahr, des­halb gibt es von bei­den Sei­ten aus ge­rade über­haupt kei­nen Druck. Wir wer­den den rich­ti­gen Zeit­punkt fin­den und uns zu­sam­men­set­zen. In den Ge­sprä­chen geht es um Ver­trauen und das rich­tige Ge­fühl, den ge­mein­sa­men Weg fort­zu­set­zen. Lars ist nicht ohne Grund Ka­pi­tän – er ver­kör­pert die Werte un­se­res Ver­eins.“

Seit 2015 spielt Stindl in Glad­bach, ein Jahr spä­ter be­reits stieg er zum Ka­pi­tän auf. Er sagt: „Für mich ist es ge­rade das Wich­tigs­te, dass ich wie­der fit bin. Ich denke we­ni­ger über meine Zu­kunft nach, weil mein Ver­trag noch bis 2021 läuft. Und wie wohl ich mich hier fühle weiß je­der.“

Auch wich­tig: Stindl ist kein Stinks­tie­fel. Als er zu Be­ginn der Rück­runde in den Top­spie­len auf Schalke und Leip­zig nur auf der Bank saß, war er zwar ent­täuscht, aber er me­ckerte nicht und ließ sich auch nicht hän­gen. Trai­ner Rose ver­rät: „Da musste Lars in den sau­ren Apfel bei­ßen. Aber er hat gut rea­giert, flei­ßig trai­niert und keine Se­kunde ge­mo­sert. Im Ge­gen­teil: Vor den Spie­len hat er die Jungs in der Ka­bine rich­tig heiß ge­macht. Ich weiß, dass ich mich auf ihn ver­las­sen kann.“

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