Keine Verlängerung aus Dankbarkeit!

Autor : Axel-Patrick Hesse | 31.01.2020

Gladbach-Spieler müssen sich im Titelkampf empfehlen - oder gehen

Geht es um ver­diente Spie­ler, kommt im rauen Fuß­ball-Ge­schäft schon mal die mensch­li­che Seite durch. Beim FC Bay­ern etwa, der in der ver­gan­ge­nen Sai­son Franck Ribéry (36) und Arjen Rob­ben (36) eine Ab­schied­stour durch die Liga er­mög­licht und ih­ret­we­gen auf einen frü­he­ren Um­bruch ver­zich­tet hat. In Glad­bach gibt es sol­che Ge­dan­ken nicht.

In den kom­men­den 16 Mo­na­ten lau­fen bei der Bo­rus­sia die Ver­träge von zwölf Spie­lern aus. Dar­un­ter die von ver­dien­ten Stars wie Raf­fael (34) in die­sem Jahr, Lars Stindl (31) und Tony Jantschke (29) 2021. Ge schenke dür­fen sie nicht erwarten.

Ma­na­ger Max Eberl (46) sagt: „Es geht immer um Leis­tung und dar­um, wel­che Per­spek­tive wir se­hen. Wir wol­len und kön­nen keine Plätze nur des­halb ver­ge­ben, weil je­mand in der Ver­gan­gen­heit er­folg­reich war.“ Heißt: Es gibt keine Ver­län­ge­run­gen nur aus Dank­bar­keit.

Eberl steht da­für, die Mann­schaft nie kom­plett auf den Kopf zu stel­len, aber immer wie­der Im­pulse durch Trans­fers zu set­zen. „Es ist immer gut, dem Kader fri­sches Blut zu­zu­führen“, sagt er. Ein­ge­fah­rene Struk­tu­ren soll es nicht ge­ben.

Bei Ginter und Elvedi zieht Eberl die Option nur mit ihrer Zustimmung

Schwere Ent­schei­dun­gen scheut Eberl nicht. „Ich er­in­nere mich an Mike Han­ke“, sagt er. „Mit ihm haben wir uns 2011 in der Re­le­ga­tion ge­ret­tet, sind mit ihm in die Cham­pi­ons League ein­ge­zo­gen und haben uns dann ent­schlos­sen, nicht zu ver­län­gern. Das hat für viel Auf­re­gung ge­sorgt. Aber es war zu dem Zeit zu än­dern.“

Ver­gan­gene Sai­son er­wi­schte es Trai­ner Die­ter Hecking (55). Er wurde trotz lau­fen­den Ver­trags und Platz fünf durch Marco Rose (43) er­setzt, um eine Ent­wick­lung her­bei­zu­füh­ren. Kommt es nun zum großen Um­bruch der Mann­schaft? „Für mich ist es ein Um­bruch, wenn drei oder vier Kor­sett­stan­gen raus­bre­chen. Die Si­tua­tion haben wir nicht“, sagt Eberl. „Jetzt geht es um Struk­tur­spie­ler. Und wir müs­sen uns Ge­dan­ken ma­chen, wie wir die Struk­tur an­pas­sen.“

Die auslaufenden Verträge der Fohlen-Profis im Überblick:

  • Raffael (Vertrag bis 2020)
  • Johnson (Vertrag bis 2020)
  • Grün (Vertrag bis 2020)
  • Wendt (Vertrag bis 2020)
  • Strobl (Vertrag bis 2020)
  • Traoré (Vertrag bis 2021)
  • Stindl (Vertrag bis 2021)
  • Jantschke (Vertrag bis 2021)
  • Elvedi (Vertrag bis 2021)
  • Ginter (Vertrag bis 2021)
  • Doucouré (Vertrag bis 2021)
  • Sippel (Vertrag bis 2021)

Raf­fael, über Jahre ein ge­fei­er­ter Of­fen­sivspie­ler, aber der­zeit fast chan­cen­los im Ka­der, wird wohl kei­nen Ver­trag mehr be­kom­men. Auch für Ver­tei­di­ger Oscar Wendt (34), der seit neun Jah­ren für den Klub spielt, wird es schwer.

Wei­ter­ma­chen würde Bo­rus­sia gerne mit den In­nen­ver­tei­di­gern Nico El­vedi (23) und Matt­hias Gin­ter (26), deren Ver­träge bis 2021 gel­ten. Der Klub hat je­weils die Op­tion, um ein Jahr zu ver­län­gern. Für Eberl steht aber fest, dass er mit den Spie­lern ge­mein­sam ent­schei­den wird, wie es wei­ter­geht. Na­tio­nal­spie­ler Gin­ter will blei­ben und auch gerne ver­län­gern. Sollte El­vedi einen Trans­fer an­stre­ben, ist es wahr­schein­lich, dass er die­sen Som­mer für eine Ab­löse von 50 Mil­lio­nen Euro und mehr geht.

Eberl, des­sen Mann­schaft nach dem 3:1 gegen Mainz auf Platz drei steht, ist ent­spannt. Er sagt: „Ich sehe, dass Spie­ler, die vor ein paar Jah­ren noch den nächs­ten Schritt bei einem an­de­ren Klub ma­chen woll­ten, bei uns die Per­spek­tive dafür sehen und sich sehr wohl­füh­len. Das spricht für un­sere Ent­wick­lung.“

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