Raffael kämpft um seine Zukunft.
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Raffael kämpft um seine Zukunft. Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Raffael: Tore für neuen Vertrag

Der Brasilianer kämpft um seine Zukunft

Um seine Bedeutung für die Borussia hervorzuheben, genügt ein Blick auf die Statistik. 58 Treffer und 22 Vorlagen in 150 Ligaspielen der letzten fünf Jahre – im Schnitt war Raffael (33) in jeder zweiten Partie an einem Tor beteiligt. Kein Spieler war für Gladbach in dem Zeitraum so wichtig wie der Edeltechniker. In dieser Saison ist er bislang aber nur Reservist.

„Es ist das erste Mal für mich, dass ich auf der Bank sitze, wenn ich fit bin“, sagt er im Gespräch mit SPORT BILD.

Anfreunden will sich Raffael mit der Situation nicht, sagt aber auch: „Die Mannschaft spielt momentan auch ohne mich gut. Wir sind Zweiter, das freut mich sehr. Wenn ich ins Spiel komme, versuche ich, ihr zu helfen.“ Dass er das kann, bewies er gegen Stuttgart. Acht Minuten nach seiner Einwechslung erzielte Raffael das erlösende 1:0 (69.).

Aber: Am Offensivtrio Lars Stindl (30), Alassane Plea (25) und Thorgan Hazard (25) kommt er nach seiner Wadenverletzung zu Saisonbeginn aktuell nicht vorbei. Plea und Hazard sind mit je acht Treffern die Top-Torjäger des Teams, Kapitän Stindl ist auch nicht wegzudenken. Seit fünf Wochen ist der Brasilianer wieder fit, stand jedoch erst einmal in der Startelf.

Raffaels neue Rolle: Kämpfer statt Zauberer.

Im März wird der Rechtsfuß 34 Jahre alt, sein Vertrag läuft im Sommer aus. Im Kader der Borussia zählt er immer noch zu den besten Fußballern. „Es ist gut, dass wir so viele Spieler haben, die Torgefahr ausstrahlen. Das macht uns stark und gibt mir als Trainer ein gutes Gefühl“, sagt Dieter Hecking (54) über den großen Konkurrenzkampf in der Offensive. Zudem ist im neuen 4-3-3-System nur noch Platz für einen zentralen Stürmer, zuvor agierte Gladbach jahrelang im 4-4-2. Trotz des ungewohnten Reservisten-Daseins denkt Raffael nicht an Abschied.

„Ich kann mir nach wie vor sehr gut vorstellen zu bleiben. Ich bin seit über fünf Jahren hier, Borussia ist für mich etwas Besonderes“, betont er.

Mindestens zwei Jahre will er noch auf Top-Niveau spielen. Auch die Verantwortlichen in Gladbach können sich eine weitere Zusammenarbeit mit dem Zauberfuß vorstellen. Als Teamplayer und Identifikationsfigur ist Raffael weiterhin enorm wertvoll. Konkrete Gespräche über eine Vertragsverlängerung gab es bislang aber noch nicht.

Wichtiger als die Zukunft ist für Raffael jedoch seine aktuelle Situation. „Ich fühle mich fit und bin voll belastbar. Um auf 100 Prozent zu kommen, fehlen mir noch ein paar Einsätze. Aber das entscheidet der Trainer“, sagt der Brasilianer. „Ich bereite mich auf jedes Spiel gut vor und bin bereit, wenn ich gebraucht werde.“

In den Jahren zuvor war der Maestro unverzichtbar. Unter den Ex-Trainern Lucien Favre (61) und André Schubert (47) spielte der Offensivstar immer, in den ersten anderthalb Jahren unter Hecking auch. Teilweise sogar, wenn er nicht richtig fit war. Jetzt muss er sich als Joker wieder in die Mannschaft kämpfen.