Rose heizt den Acht­kampf in Mönchengladbach an

Autor : Sven Westerschulze | 12.02.2020

Glück­lich über die Derby-Ab­sage war in Glad­bach nie­mand. Für Marco Rose (43) hatte sie zu­min­dest einen po­si­ti­ven Aspekt: Bo­rus­sias Trai­ner musste am Wo­chen­ende kei­nen sei­ner Spie­ler ent­täu­schen. Denn auch gegen Köln hätte die Her­aus­for­de­rung ge­lau­tet: drei aus acht.

In Glad­bachs Mit­tel­feld herrscht der här­teste Kon­kur­renz­kampf der Liga!

Mit Lars Stindl (31), Chri­stoph Kra­mer (28), Breel Em­bolo (22), Florian Neu­haus (22), Jonas Hof­mann (27), Laszlo Benes (22), To­bias Strobl (29) und Denis Za­ka­ria (23) mel­den acht Stars An­sprü­che auf drei Star­telf-Po­si­tionen an.

Weil Za­ka­ria in 20 Li­ga­spie­len nur zwei­mal von Be­ginn an fehl­te, sind die verblei­ben­den zwei Plätze im Mit­tel­feld­ rum noch um­kämpfter.

Rose weiß um die Si­tua­tion. Er sieht sie nicht als Pro­blem, son­dern als Her­aus­for­de­rung. Für seine Spie­ler, weil sie auf­kom­mende Un­zu­frie­den­heit kon­trol­lie­ren müs­sen. Für sich, weil er die aus sei­ner Sicht trotz­dem kom­for­ta­ble Lage in den kom­men­den Mo­na­ten mo­de­rie­ren muss.

Un­ge­wöhn­lich: Er ver­sucht die Frus­tra­ti­ons­grenze bei sei­nen Pro­fis zu er­hö­hen! Mit un­ge­wöhn­li­chen Mit­teln: In Trai­nings­spie­len lässt er viele kniff­lige Si­tua­tio­nen lau­fen, ent­schei­det auch bei Fouls mit­un­ter auf Wei­ter­spie­len. Die Spie­ler sol­len ler­nen, auch mit ver­meint­lich un­ge­rech­ten Ent­schei­dun­gen um­zu­ge­hen und dar­aus noch mehr An­trieb zu ent­wi­ckeln.

In­ner­halb der Mann­schaft spricht Rose offen über den knall­har­ten Kon­kur­renzkampf. Seine Ideen und Ent­schei­dun­gen spricht er oft in der Gruppe statt in Ein­zel­ge­sprä­chen an, um alle mit­zu­neh­men. Kei­ner soll das Ge­fühl be­kom­men, schlech­ter be­han­delt zu wer­den.

„Ich bin sel­ber ge­spannt, wie wir als Team damit um­ge­hen“, sagt Rose zur Per­so­nal­si­tua­tion.

Keine Fra­ge: In Glad­bachs Zen­trum herrscht Ex­plo­si­ons­ge­fahr. „Ich bin ehr­lich ge­sagt vor dem Spiel davon aus­ge­gan­gen, dass ich von An­fang an spie­le“, sagte Neu­haus, nach­dem er im letz­ten Heim­spiel gegen Mainz (3:1) zu­nächst auf der Bank ge­ses­sen hat­te.

Eine Woche spä­ter stand er beim star­ken Auf­tritt in Leip­zig (2:2) in der Star­telf. Vor dem Derby in Düs­sel­dorf muss er sich trotz­dem neu emp­feh­len – wie seine sie­ben Kon­kur­ren­ten auch.

Das früh­zei­tige Aus in der Eu­ropa League hat den Kon­kur­renz­kampf zu­sätz­lich ver­schärft. Nicht nur die Chance auf einen Ti­tel, son­dern auch die Ge­le­gen­heit zur Ro­ta­tion ist seit­dem weg. Im DFB-Po­kal ist der Klub eben­falls schon raus. „Je­dem von uns ist klar, dass die Si­tua­tion leich­ter zu hand­ha­ben wäre, wenn wir noch in der Eu­ropa League spie­len wür­den“, sagt Neu­haus. Mit ihm, Benes (beide bis 2024) und Kra­mer (bis 2023) haben wäh­rend der Hin­runde gleich drei Mit­tel­feld­spie­ler ihren Ver­trag ver­län­gert , Hof­mann (bis 2023) un­ter­schrieb be­reits im April ver­gan­ge­nen Jah­res.

Dass der Kon­trakt von Stro­bl, der zum Sai­son ende aus­läuft, ver­län­gert wird, ist da­ge­gen un­wahrschein­lich. Der Ab­räu­mer, in der vergan­ge­nen Sai­son unter Ex-Coach Die­ter Hecking (55) noch ge­setzt, kam bei Rose bis­lang erst zu fünf Ein­sätzen in der Liga und stand dabei nur ein­mal in der Star­telf. Ma­na­ger Max Eberl (46) hat be­reits an ge­kün­digt, keine Ver­träge aus Dank­bar­keit ver­längern zu wol­len.

Zur SPORT BILD-The­se, dass seine Mann­schaft im Som­mer wei­ter um ge­krem­pelt sagt Rose: „Ich bin mit mei­ner Mann­schaft sehr zu­frie­den, weil die Jungs Qua­li­tät ha­ben, sie an­ge­nom­men haben, was wir von ihnen ver­lan­gen, und es richtig gut um­set­zen. Trotz dem ma­chen wir uns na­tür­lich Ge­dan­ken über Ver­än­de­run­gen im Som­mer. Ich würde mo­men­tan aber nicht sagen um­krem­peln, son­dern punk­tu­ell ver­stär­ken.“

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