Vincenzo Grifo
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Vincenzo Grifo Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Wird Mönchengladbachs Vincenzo Grifo der neue Pirlo?

Der Italiener will einen Platz in der Squadra Azzurra

Im Sommer freuten sich die Borussia-Fans auf ihren neuen Sechs-Millionen-Euro-Mann aus Freiburg, mit Saisonstart wurde aus Vincenzo Grifo (24) aber der Sechs-Spiele-Pause-Mann.

Nach ausgestandener Kapselverletzung im Knie greift Grifo jetzt endlich wieder an – und hat in Gladbach Großes vor!

Der Italiener will sich bei der Borussia zum Nationalspieler entwickeln, daraus macht er kein Geheimnis. „Die Nationalmannschaft ist nach wie vor mein Ziel, daran werde ich weiter arbeiten“, sagt Grifo zu SPORT BILD. Viermal spielte er für die italienische U 20, auf seine erste Berufung ins A-Team wartet er dagegen noch.

Zwar ist Grifo in Pforzheim geboren und aufgewachsen, doch der Fan von Inter Mailand hat italienische Wurzeln. Sein Vater stammt aus Sizilien, seine Mutter aus Lecce. „Wir sprechen zu Hause tatsächlich nur Italienisch“, sagt er.

Seine Qualitäten können jedem Team helfen, denn der Edel-Techniker ist ein echter Standardspezialist. In der Bundesliga zählt Grifo zu den größten Könnern am ruhenden Ball – genau so einer fehlt der Squadra Azzurra seit dem Rücktritt von Andrea Pirlo (37) 2015. Kann Grifo die Pirlo-Nachfolge antreten?

„Ich hoffe es“, sagt er selbstbewusst. „Dafür arbeite ich hier jeden Tag und gebe immer mein Bestes.“ Auf dem Weltklasse-Niveau von Pirlo zu seinen besten Zeiten agiert er zwar noch nicht, doch ein Blick auf die Statistik zeigt, dass Grifo sich vor dem Altmeister nicht verstecken muss – zumindest in Sachen Standards.

Mit 20 Treffern nach seinen ruhenden Bällen hatte Grifo großen Anteil am Freiburger Bundesliga-Aufstieg 2016. Auch in der vergangenen Saison sorgten seine Flanken immer wieder für Gefahr. 82 Torschüsse resultierten aus seinen Standards, lediglich Ingolstadts Pascal Groß bereitete so drei Chancen mehr vor. Pirlo lieferte auf hohem Niveau zwar zuverlässig ab und war mit seinen Standards in 22 WM- und EM-Spielen an fünf Toren beteiligt, doch so effektiv wie Grifo war er am ruhenden Ball nicht.

Sein Ziel Nationalmannschaft war auch mit ein Grund, weshalb sich der Ex-Freiburger für Gladbach entschied. „In so einem großen Klub wie Gladbach zu spielen macht nicht nur Spaß, sondern bietet auch die Chance, sich zu zeigen.“

Direkten Kontakt zu Nationaltrainer Gian Piero Ventura hatte der Mittelfeldmann bislang noch nicht, doch Grifo weiß, dass er unter Beobachtung steht. „Ich bin einer von nur wenigen Italienern in der Bundesliga. Da wird schon auf einen geguckt.“

Doch noch ist der Weg ins Team des Weltmeisters von 2006 weit. Erst mal muss er sich gegen die große Offensiv-Konkurrenz in Gladbach durchsetzen. Auch Ibrahima Traoré und Jonas Hofmann sind nach ihren Verletzungen wieder zurück, Trainer Dieter Hecking hat ein Luxusproblem. Wie wertvoll Grifo sein kann, bewies er gegen Hannover. Gleich bei seinem Debüt holte er in der Nachspielzeit den Elfer raus, der Gladbach den wichtigen 2:1-Sieg bescherte.

Hecking lobt: „Er hatte die entscheidende Szene, das sollte ihm weiteren Auftrieb geben.“