"Ich liebe das Spiel von Rose, weil ..."

Autor : Sven Westerschulze | 02.10.2019

Gladbachs Königsspieler verrät, warum der neue Trainer wichtig für ihn ist.

SPORT BILD: Herr Za­ka­ria, SportBild be­zeich­nete Sie vor Marco Roses Amtsantritt als sei­nen Kö­nigs­spie­ler. Haben wir recht ge­habt?

DENIS ZA­KA­RIA (22): (­grinst) Da müs­sen Sie den Trai­ner selbst fra­gen. Aber Fakt ist: Ich stand in die­ser Sai­son bis­lang in jedem Spiel über 90 Mi­nu­ten auf dem Platz.

Damit sind Sie der Ein­zige aus dem neu for­mier­ten Mit­tel­feld. Was sagt das über Ihre Be­deu­tung aus?

Es sagt, dass ich bis­lang ganz gute Leis­tun­gen ge­bracht habe. Ich will eine rich­tig gute Sai­son spie­len. Das habe ich mir nach dem schwie­ri­gen Vor­jahr im Som­mer vor­ge­nom­men, und daran ar­beite ich jeden Tag. Der Trai­ner hilft mir dabei sehr.

Was haben Sie ge­dacht, als Sie im April von Roses Ver­pflich­tung er­fuh­ren?

Dass wir einen rich­tig guten Trai­ner be­kom­men. Und dass sich für mich wie­der eine neue Chance er­gibt. Mit der ver­gan­ge­nen Sai­son konnte ich persönlich nicht zu­frie­den sein. Die Ver­pflich­tung von Marco Rose hat mich noch einmal zu­sätz­lich mo­ti­viert. Jetzt bin ich wie­der glück­lich.

Warum?

Ich habe ei­nige Spiele von RB Salz­burg in der Eu­ropa League ge­se­hen. Seine Mann­schaft spielte mit viel Po­wer, viel Tempo und hohem Pres­sing. Das ist genau mein Spiel, das liebe ich. Es er­in­nerte mich an meine Zeit bei den Young Boys Bern unter Adi Hüt­ter. Da spiel­ten wir ähnlich. Des­halb habe ich mich sehr auf Marco Rose gefreut.

Spü­ren Sie sein Vertrauen auch?

Ja, ab­so­lut – und ich ver­su­che, es jeden Tag zu­rück­zugeben. Bis jetzt ist mir das ganz gut ge­lun­gen, denke ich. Und ich mer­ke, dass ich von ihm neuen Input bekom­me, der mich vor­an­bringt. Ich spiele in einem an­de­ren Sys­tem, habe eine an­dere Rolle und fühle mich sehr wohl.

Sie haben sich als Sech­ser in der Mit­telfeld-​Raute fest­ge­spielt. Liegt Ihnen die Rolle bes­ser als die Ach­ter-​Po­si­tion?

Ich den­ke, ich kann bei­des spie­len. Auf der Sechs fühle ich mich wohl­er. Ich kann das Spiel von hin­ten an­schie­ben, habe den Groß­teil des Fel­des vor mir. Das bin ich ge­wohnt und habe die Ab­läufe auf der Po­si­tion bes­ser ver­in­ner­licht als auf jeder an­de­ren. Aber ich werde mich dar­auf nicht aus­ru­hen, son­dern will mich be­haup­ten. Und wenn der Trai­ner mich auf einer an­de­ren Po­si­tion auf­stellt, gebe ich dort auch al­les.

Im drit­ten Jahr bei Bo­rus­sia soll­ten Sie sich auch als Stamm­spie­ler eta­blie­ren!

Na­tür­lich ist das mein Ziel. Ich will un­ver­zicht­bar sein für die Mann­schaft. Ich bin nicht mehr 18, son­dern 22 und will den nächs­ten Schritt ma­chen. Die Voraussetzun­gen dafür sind jetzt sehr gut.

Die Mann­schaft spult deut­lich mehr Ki­lo­me­ter pro Par­tie als im Vor­jahr ab, macht auch mehr Sprints. Wie neh­men Sie den neuen Glad­ba­cher Stil wahr?

Wir haben uns ja nicht kom­plett vom Ball­be­sitz-​Fuß­ball ver­ab­schie­det. Auf den legen wir immer noch Wert, nur sind wir jetzt ag­gres­si­ver durch das in­ten­si­vere Pres­sing und den Wil­len, di­rekt den Weg zum geg­ne­ri­schen Tor zu su­chen. Mit un­se­ren Zu­gän­gen wie Ste­vie Lai­ner, Ramy Bensebai­ni, Mar­cus Thu­ram und Breel Em­bolo sind wir dafür gut auf­ge­stellt.

Em­bolo hat in drei Mo­na­ten bei Bo­rus­sia ge­fühlt schon mehr bes­sere Spiele ge­macht als in drei Jah­ren auf Schal­ke. Sie ken­nen ihn aus der Schwei­zer Na­tio­nalelf. Hat es Sie über­rascht, dass er so durch­star­tet?

Na ja. Wenn man weiß, dass Breel aus der Tiefe stär­ker ist als in der Spitze oder auf dem Flü­gel, dann ist das keine Über­ra­schung. Er ist für mich kein Stür­mer, son­dern ein Mit­tel­feld­spie­ler – so wie er bei uns auch ein­ge­setzt wird. Sein Tem­po, seine Wen­dig­keit und seine Wucht: All das braucht ein of­fen­si­ver Mit­tel­feld­spie­ler. Ich freue mich für ihn, dass er so gut drauf ist und für uns so wert­voll ist. Wenn er jetzt ver­let­zungs­frei bleibt, wird er ein ganz wich­ti­ger Spie­ler für uns sein.

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