FCA-Spieler Caiuby wehrt sich gegen Chaos-Image
Aktuell aus
FCA-Spieler Caiuby wehrt sich gegen Chaos-Image. Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Caiuby wehrt sich gegen Chaos-Image

Der FCA-Star im Interview

Sport Bild: Herr Caiuby, wir möchten mit Ihnen über die Negativ-Schlagzeilen sprechen, für die Sie zuletzt gesorgt haben. Sind Sie bereit dazu?

Caiuby (30): Das bin ich, kein Problem. Ich weiß, dass ich Fehler gemacht habe und stehe dazu. Aber ich will auch Dinge klarstellen.

Dann lassen Sie uns loslegen. Was halten Sie von Ihrem Spitznamen „Chaos-Caiuby“?

Das ist nicht mein Spitzname, sondern so haben mich einige Medien genannt. Das ist nicht schön und aus meiner Sicht auch eine Nummer zu viel. Ich will „Kai-Uwe“ sein, so wie mich auch die Fans in Augsburg nennen.

„Kai-Uwe“ passt zu Ihrer Aussage, Sie seien ein deutscher Brasilianer. Zu den deutschen Eigenschaften zählt man gemeinhin Pünktlichkeit – die ist aber nicht Ihr Spezialgebiet.

Deswegen habe ich ja gesagt, dass ich ein deutscher BRASILIANER bin. Ich habe nach wie vor auch das Brasilianische in mir. Ich bin humorvoll und locker. Vielleicht kommt es manchmal so rüber, ich sei in einigen Dingen zu locker.

Wie beispielsweise im Sommer, als Sie Ihren Urlaub eigenmächtig um eine Woche verlängerten.

Es gab dafür private Gründe. Mein Fehler war es, den Verein nicht vorab informiert zu haben. Ich habe es den Verantwortlichen erklärt und eine Geldstrafe bekommen, die ich akzeptiert habe.

Haben Sie sich bei der Mannschaft entschuldigt?

Ja, ich habe vor dem Team gesprochen und gesagt, dass es ein Fehler war. Ich habe Unruhe in die Mannschaft gebracht, das ist nicht gut.

Sie kamen vor dem Spiel gegen Leipzig wieder zu spät zu einer Teamsitzung.

Das waren zwei Minuten, die ganz normal mit unserem Strafenkatalog sanktioniert wurden. Bei keinem anderen Spieler wäre das ein Thema in der Öffentlichkeit gewesen, bei mir wurde es wieder ein Skandal.

Wegen Schwarzfahrens wurden Sie zu einer Geldstrafe von 22500 Euro verurteilt...

Ich habe diese Strafe akzeptiert und bezahlt. Ich hatte ein Zugticket für die Fahrt von München nach Augsburg, bin jedoch eingeschlafen und erst in Ulm kontrolliert worden. Dann hatte ich kein gültiges Ticket.

Die Summe von 22500 Euro erscheint für ein Einzelvergehen unfassbar hoch. Sie sollen aber mehrere Verkehrsdelikte begangen haben, unter anderem ohne Führerschein gefahren sein. Führte das am Ende zu dem Betrag?

Ich weiß nicht genau, wie es zu dieser Summe kam. Aber ich habe sie akzeptiert, auch wenn ich sie für übertrieben halte. So ist das Gesetz.

Fuhren Sie bei der erwähnten Fahrt vom Oktoberfest zurück?

Das ist korrekt.

Hatten Sie Bier getrunken?

Ich war müde und bin eingeschlafen. 

Zuletzt gab es auch Ärger mit Ihrem Vermieter. Weshalb?

Für einen einzigen Nachbarn war die Musik zu laut. Da ist wieder die deutsche Mentalität, auf die die brasilianische prallt. Aber ich wollte eh aus der Wohnung ausziehen, dann bin ich eben etwas früher raus. Das ist kein Problem.

Haben Sie Angst, dass Sie beim FCA rausfliegen können?

Klar hatte ich davor Angst. Aber ich habe mich gegenüber den Verantwortlichen erklärt und verspreche: So etwas kommt nicht mehr vor. 

Die „SZ“ schrieb kürzlich: Eigentlich sind Sie von Ihren Fähigkeiten und Anlagen her zu gut für den FCA, aber Ihre Eskapaden würden den Weg nach ganz oben verbauen …

Ich möchte eben gerne beim FCA bleiben (lacht laut). Im Ernst: Ich bin, wie ich bin. Authentisch, ein Mensch mit Fehlern und fühle mich beim FCA wohl.

Text von Tobias Altschäffl