Kostet der Rasen die Bundesliga?

Autor : Tobias Altschäffl | 27.02.2019

Wegen der Verletzten-Misere wird beim FC Augsburg alles hinterfragt - auch der neue Hybridrasen

Es war mal wieder eine bessere Rumpf-Elf, die Trainer Manuel Baum (39) beim 1:5-Debakel in Freiburg auf den Platz schicken musste. Vize-Kapitän und Torjäger Alfred Finnbogason (30) fällt wegen einer Muskelverletzung in der Wade auf unbestimmte Zeit aus. Abwehrchef Jeffrey Gouweleeuw (27) stellt die medizinische Abteilung mit hartnäckigen Adduktorenproblemen seit Wochen vor Rätsel. In Freiburg fehlten ebenso Leistungsträger André Hahn (28, Muskelprobleme an der Wade) sowie kurzfristig Marco Richter (21) und Jan Moravek (29). Stürmer Sergio Córdova (21) plagt sich seit der Hinrunde mit Problemen herum, spielte zuletzt dennoch. Verteidiger Raphael Framberger (23) fehlt wegen eines Kreuzbandrisses den Rest der Saison. Für Baum sind die vielen Ausfälle ein Riesen-Ärgernis.

„Über die Verletzten rede ich nicht!“, schimpfte Baum vor dem Duell in Freiburg und erklärte fatalistisch: „Wir haben viele Fragezeichen, aber wir werden elf fitte Spieler auf den Platz bringen.“

Wir machen uns in alle Richtungen gedanken. Wir lassen nichts unversucht!

Augsburgs Manager Stefan Reuter

Der FC Augsburg ist auch wegen der Verletzungsmisere in akuter Abstiegsgefahr. Damit der Klassenerhalt gelingt, wird nun alles hinterfragt – sogar der Rasen!

Seit dieser Saison haben die Augsburger einen neuen Trainingsplatz, der wie der Übungsplatz daneben mit Hybridrasen ausgestattet ist. Der Naturrasenbelag wird durch künstliche Fasern verstärkt und soll eigentlich nur Vorteile bringen.

„Wir erkundigen uns bei anderen Vereinen, die auch einen Hybridrasen haben, sprechen mit Rasen-experten“, erklärt Manager Stefan Reuter (52): „Viele Experten sagen, dass dieser Untergrund den Vorteil hat, dass er speziell im Winter nicht tief und schmierig ist.“ Allerdings berichten Spieler, dass der Augsburger Belag sehr hart sei. Der Grund für die vielen Ausfälle?

Jens Lehmann bringt seine Erfahrungen in die Diskussion ein. Es werden Reize gesetzt, um Dinge zu verändern.

Stefan Reuter

„Zu meiner Zeit gab es damals viele Leistenprobleme, weil man immer wieder weggerutscht ist“, erinnert sich Reuter: „Der Platz nun hat mehr Stabilität, man hat einen besseren Abdruck.“ Dennoch gibt er offen zu, dass die Pflege des Trainingsplatzes nun auf dem Prüfstand steht. „Man kann den Platz unterschiedlich bearbeiten: Man kann ihn auflockern, ihn unterschiedlich pflegen, Löcher stechen, Luft in die Erde pumpen“, sagt Reuter: „Wir machen uns in alle Richtungen Gedanken. Wir lassen nichts unversucht!“

In Augsburg wird alles probiert, um die Seuche in den Griff zu bekommen. Auch die Belastungssteuerung wird hinterfragt, zuletzt wurde die letzte Einheit vor dem Spieltag etwas weniger intensiv gestaltet. Weil der neue Co-Trainer Jens Lehmann (49) darauf Einfluss nahm? „Jens Lehmann bringt seine Erfahrungen in die Diskussion ein“, meint Reuter: „Es werden Reize gesetzt, um Dinge zu verändern.“

Reuter weiß, dass die Zeit drängt: Augsburgs Vorsprung auf Platz 16 beträgt nur noch zwei Punkte, am Freitag ist der BVB in Augsburg zu Gast. „Jeder Tag, den wir gewinnen, jede Verletzung, die wir verhindern: Das ist im Abstiegskampf Gold wert. Denn die Spieler verlieren dadurch auch ihren Rhythmus und die Form“, erklärt Reuter und warnt vor dem Abstiegs-Finale: „Wir haben eine intensive Spielweise, bei der die Spieler 100 Prozent gehen müssen.“

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