Reuter: "Ich bleibe bei Abstieg - und Lehmann auch"

Autor : Tobias Altschäffl | 14.03.2019

Augsburgs Manager spricht über seine Zukunft, die Relegation und die Formschwankungen des FCA

SPORT BILD: Herr Reuter, aus dem Vierkampf im Keller zwischen Hannover, Nürnberg, Stuttgart und Augsburg wird ein Fünfkampf: Zählen Sie Schalke schon zu den Mitkonkurrenten?

STEFAN REUTER (52): Wir haben noch einen Punkt Rückstand auf Schalke. Für sie kann es eine sehr schwierige, auch mental herausfordernde Situation werden. Entscheidend ist, wie man im Abstiegskampf mit der Situation umgeht. Schalke 04 hat viel Qualität, aber im Abstiegskampf zählen vor allem Mentalität und Geschlossenheit, einer muss sich für den anderen aufopfern. Ich bin sicher, dass das bei uns gegeben ist.

Nun kommt das nächste Abstiegs-Endspiel gegen Hannover. Da wird man es sehen!

Wir wollen uns absetzen oder zumindest den Abstand zu den letzten beiden Mannschaften aufrechterhalten. Jetzt kommen Spiele, in denen Charakter gefragt ist.

Wenn SPORT BILD Ihnen heute Platz 16, also die Relegation, am Saisonende zusichern könnte, wie würde Ihre Antwort lauten?

Nein! Das würde ich nicht annehmen. Wir wollen drei Mannschaften hinter uns lassen.

Auf den Joker des Trainerwechsels wollen wir gerne verzichten

Anders als die Abstiegskonkurrenten zog der FCA noch nicht die Option des Trainerwechsels.

Auf diesen „Joker“ wollen wir auch gerne verzichten. Wir wollen die Situation gemeinsam mit Manuel Baum meistern. Faktoren wie die Verletzungen oder die Abgänge von den Leistungsträgern Caiuby und Hinteregger im Winter dürfen nicht vernachlässigt werden.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit Jens Lehmann?

Jens bringt sich täglich in die Trainingsarbeit, Diskussionen und die gemeinsame Vorbereitung ein. Die Zusammenarbeit klappt super, ich sehe da gar kein Konfliktpotenzial.

Hat Lehmann einen gültigen Vertrag für die zweite Liga?

Jens Lehmann hat wie alle Mitarbeiter bei uns einen gültigen Vertrag für die erste sowie die zweite Liga. Aber wir haben auch von Anfang an gesagt: Da will keiner hin!

Wir haben leider keine Option, ihn zu verpflichten, aber es gibt durchaus Hoffnung, dass er noch bleiben könnte.

Über Ihre Zukunft gab es Spekulationen, Ihr 2020 auslaufender Vertrag wurde noch nicht verlängert. Verlassen Sie Augsburg in eineinhalb Jahren? Oder gar direkt im Falle des Abstiegs?

Das ist für mich überhaupt kein Thema. Ich fühle mich hier total wohl und möchte unabhängig von der Liga bleiben. Natürlich kam zuletzt auch Kritik auf, aber wir können nicht jahrelang sagen, dass wir aufgrund der Voraussetzungen – u.a. haben wir mit das niedrigste Budget – um den Klassenerhalt kämpfen und dann total von der Situation überrascht sein, wenn sie eintreffen sollte. Ich arbeite hier sehr gerne, und einer Fortsetzung der Zusammenarbeit steht meiner Meinung nach nichts im Wege.

Ihr Ex-Trainer Markus Weinzierl kämpft mit Stuttgart ums Überleben. Wie sehen Sie den VfB?

Stuttgart hat eine enorme Qualität und im Winter gut nachgelegt. Mit Kabak und Zuber haben sie zwei sehr gute Spieler geholt, die aber auch den einen oder anderen Euro gekostet haben das sind Investitionen in einem sehr großen Rahmen gewesen, die nicht jeder Verein stemmen kann.

Augsburg baut im Abstiegskampf u. a. auf den jungen Torwart Gregor Kobel, der von Hoffenheim ausgeliehen ist. Bleibt er über den Sommer hinaus?

Gregor fühlt sich bei uns wohl, er kann Spielpraxis sammeln und ist hier sehr gut aufgehoben. Es kommt auf die Situation in Hoffenheim an: Wer der neue Trainer wird, wie dieser mit ihm plant, was mit Oliver Baumann in Hoffenheim ist. Wir haben leider keine Option, ihn zu verpflichten, aber es gibt durchaus Hoffnung, dass er noch bleiben könnte.

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