Marcel Ammann mit „seinen“ Fußballern
Marcel Ammann mit „seinen“ Fußballern Quelle: MAN / All rights reserved.

Marcel Ammann hat einen ganz besonderen Arbeitsplatz

Unterwegs im „Bebbibus“

Er fährt den Mannschaftsbus des Fußballclubs FC Basel und ist bei der Firma Settelen angestellt, die schon bald 20 Jahre alle Fahrten für den Verein durchführt. Er fährt das Schweizer Erfolgsteam im MAN-Bus mit großem Stolz zu jedem seiner Spieltermine und auch ins Trainingslager. Und ist irgendwie der „zwölfte Mann der Mannschaft“.

Herr Ammann, was fahren Sie da für ein Fahrzeug?

Das ist ein MAN Lion’s Coach. Ein Bus mit 480 PS und 42 Sitzplätzen. Wir haben hier vier Monitore an Bord, eine Küche und viele Extras. Mannschaft und Staff machen in der Regel 26 Leute aus, die Spieler haben also immer genügend Platz.

Wie läuft das mit der Musik bei Ihnen im Bus: Wählt die der Kapitän aus oder der Fahrer?

Wenn wir im Trainingslager sind, dürfen die Spieler frei wählen, was sie gerne hören wollen. Wenn wir aber zu einem Spiel fahren, mache ich das – im Auftrag des Trainers: überwiegend Rock und Pop. Das letzte Stück ist meistens „Heart of Courage“ von Two Steps from Hell. Das ist nämlich auch die Einlaufmusik im Stadion. Und wenn wir ein Champions-League-Spiel absolvieren, läuft am Ende natürlich die Champions-League-Hymne.

Marcel Ammann Fan von klein auf: 1977 sah Marcel Ammann den FC Basel zum ersten Mal im Stadion. Quelle: MAN / All rights reserved.

Was bedeutet es für Sie, die Mannschaft Ihrer Heimat zu kutschieren?

Ich bin mit dem FC Basel groß geworden: 1977 kam ich als kleiner Knirps das erste Mal mit meinem Vater ins Stadion, und seither bin ich immer dabei. Daher ist es für mich natürlich etwas ganz Besonderes, vielleicht meine Berufung, diesen Verein zu fahren. Ich mache das jetzt seit 13 Jahren, seit fünf Jahren alleine, immer mit großer Leidenschaft, und gebe jeden Tag mein Bestes, dass es dem Team an nichts fehlt. Ich hoffe, ich kann das noch sehr lange machen.

Typische Situation: Das Team feiert nach dem Match, während Sie sich auf den Verkehr konzentrieren müssen. Wie klappt das?

Nach dem Spiel ist es meist etwas anders, als sich viele das vorstellen. Ruhiger, entspannter. Das kann aber schon mal sein, dass die Musik etwas lauter ist und die Spieler ausgelassener sind. Wie etwa im Mai 2017, als wir in Genf im Finale gegen den FC Sion den Schweizer Cup gewonnen haben. Ich singe dann vielleicht mal mit. Aber ich konzentriere mich aufs Fahren: Ich bin mir meiner Verantwortung mehr als nur bewusst.

Und wenn sie verloren haben – können Sie die Stimmung wieder retten?

Manchmal schon. Ich kenne den Verein, die Spieler und den Staff seit Jahren. Ich hab so meine eigene Art, die wieder aufzurichten. Die wissen: Ich bin für sie da. Und ich versuche, ihnen zu vermitteln, dass es das nächste Mal wieder besser läuft und neue Chancen kommen. Außerdem haben wir in den letzten Jahren nicht viele Spiele verloren.

Im Bus gibt es auch eine Schlafkoje. Schon drin geschlafen?

Die Schlafmöglichkeiten sind recht feudal in unserem Bus. Der Einstieg erscheint vielleicht erst gewöhnungsbedürftig, da der Platz in einem Fahrzeug knapp ist. Aber es schläft sich wirklich gut. Ich finde das sehr bequem.

Ihr Bus hat einen besonderen Namen: „Bebbibus“. Was bedeutet das auf Deutsch?

Der „Bebbi“, das ist eine eigene Bezeichnung für uns Basler. Als wir den Bus bekommen haben, hat die Mehrheit der Basler dafür gestimmt, dass der Bus so heißen soll. Und so ist es bis heute.

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