Nach der Titelverteidigung: Bayern planen Angriff auf Europa

Autor : Dirk Schlickmann, Thorsten Felske | 26.06.2019

Nach der erfolgreichen Titelverteidigung greift der Deutsche Basketball-Meister Bayern München in Europa an.

Unser Ziel in der nächsten Saison muss sein, besser zu sein als in dieser,

sagt Geschäftsführer Marko Pesic. „Spätestens, wenn die neue Halle im Herbst 2021 fertig ist, wollen wir in der Euroleague regelmäßig in den Play-offs spielen und die Chance haben, das Final Four zu erreichen.“

Schon in dieser Saison spielten die Bayern in der europäischen Königsklasse gut mit und verpassten als Elfter der 16er-Liga nur knapp das Viertelfinale. Am Ende fehlte ein Sieg. Noch nie schaffte eine deutsche Mannschaft den Sprung in die europäische Top 8.

Für Bayern-Präsident Uli Hoeneß wäre das der nächste Schritt in dem von ihm vorangetriebenen Basketball-Projekt.

Ich finde, dass wir dieses Jahr schon eine gute Rolle gespielt haben. Alle wichtigen Spiele gegen die Großen sind sehr eng ausgegangen. Wir werden weiterhin daran arbeiten, die Play-offs in der Euroleague zu erreichen,

sagt Hoeneß.

Im BBL-Finale bezwangen die Bayern Alba Berlin in drei knappen Spielen. „So ein hohes Niveau habe ich noch nie in einem BBL-Finale gesehen“, sagt Pesic. Nun verhandelt er mit Leistungsträgern wie Williams, Lucic, Booker und Djedovic über einen neuen Vertrag. An Williams sind mehrere NBA-Klubs interessiert, allerdings will er mehr sein als ein Ergänzungsspieler.

„Wenn ich in Europa bleibe, dann bei Bayern“, sagt er. Lucic verlangt eine deutliche Gehaltsaufbesserung. „Ich will hier bleiben, aber es ist die Entscheidung des Klubs, ob er mit den Angeboten anderer Vereine mitgeht“, sagt der Serbe. Für ihn müssen die Bayern über eine Million Euro brutto pro Saison hinlegen.

Derzeit liegt der Bayern-Etat bei 20 Millionen Euro. „Wir versuchen, auch da einen Schritt nach vorne zu machen. Wenn alles gut läuft, können wir auf 25 Millionen kommen“, sagt Pesic. Gut die Hälfte davon machen die Spielergehälter aus. Damit würde man aber immer noch deutlich hinter Klubs wie Moskau, Madrid, Barcelona, Istanbul und Mailand liegen, die zwischen 35 und 40 Millionen (reiner Spieleretat) zur Verfügung haben. Außerdem sind die Steuersätze im Ausland viel geringer.

Die neue Halle soll helfen, dauerhaft mit Europas Spitze mithalten zu können. In dieser Saison kamen im Schnitt 5370 Zuschauer in den 6500 Zuschauer fassenden Audi-Dome.

Im letzten Finalspiel gegen Alba hätten wir 20 000 Karten verkaufen können,

sagt Pesic. „Das Potenzial für Basketball in München ist da. Aber wir müssen unsere Hausaufgaben machen und in den nächsten Jahren eine starke Mannschaft zusammenstellen.“ Der neue SAP-Garden wird 11 500 Zuschauern Platz bieten. Pesic: „Event-Charakter hin oder her: Als Tabellen-Zehnter werden wir die Halle nicht füllen können.“

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