Bayern-Star James Rodríguez: Das Super-Schnäppchen
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Bayern-Star James Rodríguez: Das Super-Schnäppchen. Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Bayern-Star James Rodríguez: Das Super-Schnäppchen

Der FC Bayern kaufte ihn für "nur" 55 Millionen Euro

Vor jedem Anpfiff schickt James Rodríguez (26) ein Stoßgebet in den Himmel. Der gläubige Christ bittet Gott, dass ihm sein Spiel in den kommenden 90 Minuten für den FC Bayern gelinge.

Das Barmen des Kolumbianers findet jetzt regelmäßig Gehör! In seinen vier Bundesliga-Partien 2018 hat James bereits fünf Scorer-Punkte auf dem Konto und damit genauso viele wie in seinen zwölf Einsätzen in der gesamten Hinrunde. Für Bayern zeichnet sich immer mehr ein lohnendes Geschäft ab: In München entwickelt sich James vom Reservisten bei Real Madrid zum internationalen Super-Schnäppchen!

Diesen Winter kostete die Verpflichtung von Liverpools Coutinho den FC Barcelona bis zu 160 Mio. Euro. Dortmund kassierte von den Katalanen im Sommer für Ousmane Dembélé eine fixe Summe von 105 Mio. Euro, die sich dank Prämien um 40 Millionen Euro erhöhen kann. Die 100-Millionen-Grenze für Mittelfeldspieler internationaler Klasse ist längst gefallen. Bayern hat mit James dagegen eine Aktie, die nur leistungsmäßig steigen kann.

Im August enthüllte die Plattform „Football Leaks“ alle Zahlen aus dem 31-seitigen Bayern-Vertrag von James (Gehalt 6,5 Mio. Euro netto im Jahr) zu seinem Wechsel von Madrid nach München. Als Leihgebühr zahlen die Bayern Real für zwei Jahre 13 Mio. Euro, die Hälfte wurde bereits im September überwiesen. Für 42 Mio. Euro können sie den Kolumbianer 2019 komplett kaufen. Diese Option ist einseitig! Allein die Münchner entscheiden, ob James dann zurückkehrt oder bleibt.

Nach SPORT BILD-Infos gilt es in der Vorstandsetage des FC Bayern bereits als beschlossen, dass die Option gezogen wird, wenn James sein aktuelles Niveau hält. Trainer Jupp Heynckes verspricht: „Er kann es sogar noch besser!“ Im Aufsichtsrat, der diesem Deal zuzustimmen hat, muss kein Widerstand erwartet werden. Aufsichtsrat Edmund Stoiber sagt gegenüber SPORT BILD zur Personalie James: „Ich würde kein Veto einlegen, wenn es bei ihm darum ginge, die Kaufoption zu ziehen.“

Zuletzt gab es Gerüchte, James könnte dennoch den Wunsch hegen, zu Real zurückzukehren. Tatsächlich fühlt sich der Kolumbianer in München rundum wohl.

Sein Trikot mit der Nummer 11 zählt schon jetzt zu den meistverkauften der Bayern-Profis dieser Saison, die Fans wählten ihn gerade zu ihrem „Spieler des Monats“. In seinem Wohnzimmer im Münchner Wohnviertel Bogenhausen hat James ein Foto von sich im Kolumbien-Trikot mit der Nummer 10 aufgehängt. Bei Bayern teilt er sich die Zehner-Position meist mit Thomas Müller. Die beiden einzigen noch aktiven WM-Torschützenkönige James (2014) und Müller (2010) bilden bei Bayern ein neues Traum-Duo.

Einen großen Anteil an der steigenden Formkurve hat Heynckes. Nach der Entlassung von Carlo Ancelotti hieß es, James würde auch wegwollen, schließlich hatte ihn sein Ex-Trainer von Real ausdrücklich als Wunschspieler geholt. Heynckes nahm dem Kolumbianer die Angst, indem er von Anfang an Spanisch mit ihm sprach. „Das hilft einem natürlich sehr, dich besser ins Spiel zu integrieren“, sagt James dankbar.

Er selbst lernt zwei- bis dreimal die Woche eine Stunde Deutsch an der Säbener Straße. Der FC Bayern hat ihm dafür Sprachlehrer Max Steegmüller an die Seite gestellt. Derzeit zählen im Team vor allem die Spanisch sprechenden Kollegen Javi Martínez, Arturo Vidal und Rafinha zu seiner Clique. Zudem hat er einen speziellen Reiseführer: Ex-Bayer Claudio Pizarro führte James in die bayerische Küche ein, fuhr mit ihm nach Bad Tölz in die Wirtschaft „Kirchbichl“ zum Schweinshaxen-Essen.

Seine Kumpels, mit denen sich James die Wohnung teilt, sorgen ansonsten für die Küche. Oft gibt es Vietnamesisch oder Sushi. Die freie Zeit vertreiben sie sich an der Playstation, bei den Spielen „Fifa 18“ oder „Call of Duty“. Beim Rennspiel „Mario Kart“ hat sich James eine eigene Figur kreiert. Der Avatar hat seine Augen, seine Haare, sein ganzes Gesicht. Abends schaut die Kolumbien-WG die Serien „Breaking Bad“, „The Walking Dead“ und „Stranger Things“. Auf Spanisch natürlich.

Von seinen einstigen Real-Kollegen hat James vor allem noch Kontakt zu Cristiano Ronaldo und Marcelo. Sollten sich ihre Wege in der Königsklasse noch kreuzen, sagt James: „Bayern ist mein Favorit für die Champions League. Wir haben ein Super-Team mit Top-Spielern. Wieso sollten wir dann nicht gewinnen können?“