Dank Lewandowski! Müller wieder Brüller.
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Dank Lewandowski! Müller wieder Brüller. Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Dank Robert Lewandowski! Müller wieder Brüller

Beim Weltmeister läuft es wieder

Seine Spielkonsole hat Thomas Müller (29) im Wohnzimmer stehen. Allein für seinen zwei Jahre jüngeren Bruder Simon tritt er den „FC Bayern“ bei der Mannschaftswahl ab. Ansonsten zockt er mit dem Profil des Rekordmeisters. Bei Müller spielt Müller immer: gesetzt im Zentrum, hinter der Spitze Robert Lewandowski (30).

Bevor Trainer Niko Kovac die Rotation beim FC Bayern für beendet erklärte, trat er mit einer klaren Botschaft vor die Mannschaft und verkündete: „Wir brauchen mehr Spieler im Strafraum!“ Um das zu veranschaulichen, schob der Trainer zwei Spielsteine an der Taktiktafel ins Sturmzentrum. Einen roten für Lewandowski, den anderen für Müller.

SPORT BILD weiß: Die Offensivkonstellation war auch Thema bei der Aussprache des Führungs-Quartetts Manuel Neuer (32), Franck Ribéry (35), Lewandowski und Müller. Erst bei den Bossen, danach im Anschluss bei Trainer Kovac. Seither spielt Bayern wieder mit der Formation im Offensiv-Zentrum, die Kovac zu Saisonbeginn zu vier Siegen am Stück verholfen hatte.

„Das Thema Strafraumbesetzung haben wir jetzt intern besprochen“, bestätigt Lewandowski die neue taktische Maßnahme. „Das wird nun besser umgesetzt – auch dank Thomas. Wir kreieren nun mehr Situationen als zwischen dem 5. und 10. Spieltag.“

Es ist kein Zufall, dass Lewandowski die ersten vier Spieltage ausklammert. Zum Saisonstart spielte das Duo Lewandowski/Müller viermal zusammen in der Startformation, produzierte gemeinsam fünf Tore und drei Assists. Bayern siegte viermal. Dann rotierte Kovac das Duo erstmals auseinander. Das 1:1 gegen Augsburg war der Anfang der Bayern-Krise, die Kovac fast den Job kostete. Bei den Siegen zuletzt gegen Bremen (2:1) und Nürnberg (3:0) besann sich Kovac auf die Erfolgsformel mit seinen zwei torgefährlichsten Spielern im Zentrum.

Müller beschreibt seine alte und neue Rolle so: „Meine Aufgabe ist, mich zwischen den Linien zu bewegen. In letzter Zeit haben wir auch durch das Zentrum ein ordentliches Kombinationsspiel. Das ist ein Element, das wir in der Vergangenheit nicht so gepflegt haben. Da hieß es immer nur: Ball nach außen, und dann ging die Post ab. Jetzt suchen wir die Kombinationen mit Lewa, mit den Sechsern. Das hat gut funktioniert.“

Nach SPORT BILD-Informationen gab es bereits in der Saisonvorbereitung am Tegernsee ein Vier-Augen-Gespräch zwischen Kovac und Müller. Der Spieler hinterlegte dabei bei seinem neuen Trainer, dass er ein klares Stärken- und Schwächen-Profil habe. Er hätte in der Vergangenheit stets gerne auf den Flügeln ausgeholfen, wenn Arjen Robben (34) verletzt war. Seine beste Leistungen zeige er aber im Zentrum, hinter Lewandowski.

Die Statistik gibt Müller recht: An 18 der 28 Liga-Treffer in dieser Saison waren Lewandowski oder Müller beteiligt. 13-mal hieß der Torschütze dabei Lewandowski oder Müller.

Lewandowski: „Es ist besser, wenn ich mit jemandem im Sturmzentrum spielen kann. Mit Thomas neben mir wird es leichter, er hilft auch mir sehr viel, wir ergänzen uns sehr gut.“

Müller hat seinen Stammplatz in der Nationalmannschaft eingebüßt, beim FC Bayern scheint der Weltmeister dagegen wieder einmal die Wende geschafft zu haben. Dabei sah es zwischenzeitlich auch in seinem Heimat-Klub nicht gut für ihn aus. Als die Bayern-Bosse ihre legendäre Wut-Pressekonferenz abhielten, um ihre viel kritisierten Nationalspieler zu schützen, zählten sie Neuer, Hummels und Boateng auf. Über Müller sprachen sie nicht.

In der Führungsetage wurde zu dem Zeitpunkt hingegen viel über Müller diskutiert. Auch der Instagram-Post von Ehefrau Lisa gegen Niko Kovac wurde verärgert registriert. Müller wäre zu sehr abgelenkt, müsse sich wieder mehr auf seine Aufgaben auf dem Platz konzentrieren, lautete der Tenor aus der Chefetage.

Es krachte zwischenzeitlich sogar einmal zwischen Trainer und Spieler. Beim Pokalspiel gegen Rödinghausen soll es in der Halbzeit zum lauten Disput zwischen Kovac und Müller gekommen sein, da Renato Sanches (21) den zweiten Elfmeter im Spiel ge- und verschossen hatte.

Eingeteilt war Müller, der bereits den ersten Elfmeter verwandelt hatte. Kovac hatte dabei zuvor auch gesagt, dass Spieler, die sich gut fühlen, schießen dürfen. Müller ließ Sanches den Vortritt.

Müller wird seine aktuelle Pole-Position so schnell nicht mehr leichtfertig einem anderen überlassen.