Niko Kovac startet i9n seine erste Trainer-Saion bei den Bayern
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Niko Kovac startet i9n seine erste Trainer-Saion bei den Bayern Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Die 7 Kovac-Regeln

So regiert der neue Bayern-Trainer

Gemeinsam mit Bruder Robert (44) begutachtete Niko Kovac (46) bereits vergangenen Donnerstag die Bauarbeiten an der Säbener Straße, wo derzeit das Trainingsgelände erneuert wird. Auch der neue Chefcoach plant einen Umbau: Die Mannschaft des FC Bayern soll in Zukunft nach seinen Regeln ticken, mit denen er Frankfurt gegen die Münchner zum Pokalsieg trieb. SPORT BILD zeigt die 7 Kovac-Regeln:   

1) Ich bin hier der Boss!

„Ich habe mit Lewa telefoniert und ihm meinen Standpunkt mitgeteilt“, sagte Kovac über sein Gespräch mit Robert Lewandowski. Über den Inhalt ließ er wissen: „Es war nicht lang, aber auf den Punkt.“ Im Klartext lautete die Chefansage: Lewandowski hat zu bleiben – und Leistung zu bringen! 

Schon als Nationaltrainer widersetzte er sich dem Nominierungsdiktat der mächtigen Bosse aus Zagreb.

2) Tägliche Blutprobe!

Für die ersten drei Tage hat Kovac vor allem Medizin- und Leistungschecks beim FC Bayern angesetzt. Wie in Frankfurt wird er auch in München täglich seine Profis zur Blutprobe bitten, um ihre „ck“-Werte zu kontrollieren. Anhand des Kreatin-Wertes lässt sich u. a. die aktuelle Belastungsfähigkeit der Profis sehr genau analysieren. Kovac kennt sich mit der Leistungsdiagnostik aus: „Hätte ich es als Profi nicht geschafft, wäre ich Sportmediziner geworden.“

3) Training geht vor Marketing

„Wir müssen zusehen, dass wir die nötige Fitness bekommen, uns technisch, taktisch verbessern, vielleicht auch ein zusätzliches System integrieren können“, stellt Kovac klar. Das Trainingslager am Tegernsee (2. bis 9. August) wurde Kovac genauso vorgegeben wie die USA-Reise (23. bis 30. Juli). Ein Punkt war dem Trainer dabei allerdings wichtig: Auf der US-Tour darf es erst ab 20.30 Uhr Marketing-Termine geben, nichts tagsüber. Die volle Konzentration soll auf Sport und Training liegen. Die Werbepartner mussten sich dem Wunsch fügen. In Frankfurt trainierte Kovac seine Spieler häufig zwei Stunden und mehr.  

4) Siegen mit dem „Balkan-Gen“!

„Ich musste mich immer in meinem Leben durchboxen“, sagt Kovac. „Ich hatte ein Talent, aber das allein reicht nicht. Ich hatte auch ein Arbeitstalent.“ Mentalität ist für Kovac das größte Talent. In Frankfurt sprach er mal vom „Balkan-Gen“, das in ihm stecke und ihn nie aufgeben lasse. Er beschrieb es mit einem Beispiel aus seinem Privatleben: Nicht einmal seine Tochter habe er beim Kartenspielen gewinnen lassen, als sie noch klein war. 

5) Der Experte weiß es besser als DU!

Kovac schart in seinem Stab gern viele Experten um sich. In Frankfurt hatte er zum Beispiel eine Yoga-Lehrerin engagiert, um die Spieler mit fußballfremden Inhalten noch besser zu machen. 

6) Essen ist nicht zum Genuss!

Kovac achtet sehr auf die Ernährung. In Frankfurt hatte er auch für diesen Bereich eine Beraterin engagiert. Ergebnis: viele Körner, wenig Fleisch. Das soll die Leistungsfähigkeit stärken. Und als Höhepunkt: lauwarmes Wasser als Getränk zum Essen für besseren Stoffwechsel. Kovac bat nach dem Pokalsieg seine Spieler um Vergebung. „Entschuldigt, wenn ich euch nicht immer so behandelt habe, wie ihr es wolltet. Aber das ist mein Job.“

7) Das Team ist wichtiger als DU!

Teamgeist hat Kovac auf der Straße gelernt. In seiner Kindheit kickte er in Berlin regelmäßig mit seinen Kumpels gegen die Jungs aus der Nachbarstraße. Die wurden nur geschlagen, wenn alle gemeinsam funktionierten. „Ich muss erst einmal jeden Einzelnen kennenlernen. Wir haben nicht den kompletten Kader zusammen“, bedauert Kovac. Er will aus den Bayern-Stars eine Einheit formen. „Ich gehe voran, bin ein Typ, der gerne arbeitet, vieles vorlebt. Ich erwarte von den anderen aber auch, dass sie es mitleben, mittragen!“