"Die Fitness hat sicher nicht gelitten"

Autor : Tobias Altschäffl | 15.04.2020

Die­ser Mann ist der­zeit beim FC Bay­ern der heim­li­che Chef: Prof. Dr. Hol­ger Broich (45) küm­mert sich in enger Ab­spra­che mit Chef­trai­ner Hansi Flick (55) um die Fit­ness der Stars. Broich trägt beim Re­kord­meis­ter of­fi­zi­ell den Titel „Wis­sen­schaft­li­cher Lei­ter und Lei­ter Fit­ness“ – er weiß ge­nau, wie sich die Co­rona-Zwangs­pause auf die Kör­per der Spie­ler aus­wirkt.

Hat die Fit­ness der Stars ge­lit­ten?

„N­ein, das hat sie si­cher nicht“, sagt Broich: „Na­tür­lich wis­sen wir gut, wie ne­ga­tiv sich auch recht kurze In­ak­ti­vi­täts­pha­sen phy­sio­lo­gisch aus­wir­ken kön­nen. Diese Ge­fahr von Funk­ti­ons­ein­bu­ßen durch In­ak­ti­vi­tät trifft jeden Men­schen.“ Ge­mein­sam mit Peter Schlös­ser (54), dem „Trai­ner Fit­ness, Re­ha­bi­li­ta­tion, Prä­ven­tion“ ar­bei­tete Broich das Cy­ber-Trai­ning aus: Die Fit­ness-Ex­per­ten er­klär­ten via Vi­deo­-Schalte Übun­gen für die Pro­fis. Dabei habe es „klare Be­las­tungs­spit­zen“ ge­ge­ben, er­klärt Broich: „Wir haben das so­ge­nannte „Cy­ber-Trai­ning“ aus un­se­rer Sicht bis jetzt sehr er­folg­reich ab­sol­viert. Wir haben dabei grup­pen­dy­na­mi­sche Vor­gän­ge, wie sie ja bei einer Mann­schaftss­port­art völ­lig un­ver­zicht­bar sind -so­weit mög­lich -im Blick ge­hab­t.“

Dabei wurde bei­spiels­weise ein Ball-Ar­tist ein­ge­la­den: Die Spie­ler soll­ten u.a. wäh­rend sie mit dem Ball jonglier­ten ihr T-Shirt aus­zie­hen. Das sorgte für große Er­hei­te­rung, wie Tho­mas Mül­ler (30) er­klärt: „Die Vasen in un­se­ren Wohn­zim­mern waren in großer Ge­fahr.“

Die Bay­ern-Pro­fis ste­hen seit gut einer Woche wie­der unter Ein­hal­tung der Vor­sichts­maß­nah­men auf dem Feld. Broich ist mit der Um­set­zung zu­frie­den: „Un­sere Mann­schaft hat auf diese ver­än­der­ten Be­din­gun­gen her­vor­ra­gend rea­giert. Wir haben ver­sucht, die Stoff­wech­sel­pro­zesse so an­zu­re­gen, dass es zu kei­ner gra­vie­ren­den Dea­d­ap­ta­tion (Rück­bil­dung, Sta­bi­li­täts­ver­lust; d. Red.) komm­t.“

Das Fazit von Broich nach den ers­ten Ein­hei­ten auf dem Rasen an der Sä­be­ner Stra­ße: „Wir sind sehr zu­ver­sicht­lich, dass wir tech­nisch, tak­tisch und kon­di­tio­nell auf dem hohen Ni­veau wei­ter­ma­chen kön­nen.“

Die Bay­ern-Stars wer­den so­wohl beim Cy­ber-Trai­ning, wel­ches nach wie vor statt­fin­det, als auch auf dem Platz stän­dig kon­trol­liert. „Sehr ge­nau, in­ten­siv und eng­ma­schig“ seien die Maß­nah­men, sagt Broich: „Alle prak­ti­schen Trai­nings­ein­hei­ten auf dem Platz zeich­nen wir selbst auf, und na­tür­lich ver­wen­den wir die Daten der DFL bei den Spie­len.“

Die Bay­ern sor­gen da­für, dass die Stars für eine schnelle Wie­der­auf­nahme des Liga-Be­triebs be­reit sind. Aber nicht nur die Spie­ler, auch die Bay­ern-An­ge­stell­ten kön­nen an ihrer Ge­sund­heit ar­bei­ten. „Über eine in­terne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­form kön­nen sich Mit­ar­bei­ter zu di­ver­sen The­men an­mel­den und dann ge­mein­sam mit mei­nem Kol­le­gen Peter Schlös­ser oder mir trai­nie­ren“, er­klärt Broich: „Die Re­so­nanz war sehr po­si­ti­v.“ Kein Wun­der: Wer will nicht tes­ten, wie lange er bei den Übun­gen, die ur­sprüng­lich für Le­wan­dow­ski (31), Thiago (29) & Co. be­stimmt sind, mit­hal­ten kann?

Der ex­akte Zeit­plan einer Cy­ber-Ein­heit

Eine ty­pi­sche Cy­ber-Trai­nings­ein­heit dau­ert eine Stun­de. Sie be­steht aus zehn Mi­nu­ten Auf­wär­men, einem vier­mi­nü­ti­gen Wor­k­out-Block, ge­folgt von acht Mi­nu­ten Spin­ning. Die Serie wird drei­mal ab­sol­viert. Am Ende gibt es ein Cool-down (15 Min.).

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