Lewandowski: Zum ersten Spiel bin ich fit

Autor : Tobias Altschäffl | 08.01.2020

SPORT BILD: Herr Le­wan­dow­ski, für die Bay­ern-Fans be­gann das Jahr mit einem Schock: Sie, der wich­tigste Mann, konn­ten nicht mit ins Trai­nings­la­ger nach Doha reisen. Wie geht es Ih­nen, und wann sind Sie wie­der fit?

RO­BERT LE­WAN­DOW­SKI (31): Die Ope­ra­tion ist gut ver­lau­fen, es hat keine Pro­bleme ge­ge­ben. Aber für mich war es zu die­sem Zeit­punkt bes­ser, in­di­vi­du­ell zu trai­nie­ren. Aber keine Sor­ge:

Zum ers­ten Spiel in Ber­lin werde ich, wenn alles wei­ter nach Plan läuft, fit sein. Alles ist so ver­laufen, wie wir es ge­plant ha­ben!

Zum Start ins Jahr 2020: Wel­che Träume möch­ten Sie sich in Ihrem Leben noch er­fül­len?

Pri­vat wün­sche ich mir für meine Fa­mi­lie und mich nur Ge­sund­heit. Wir be­kom­men unser zwei­tes Kind, das mo­ti­viert mich und gibt mir einen Ex­tra-Kick. Sport­lich ist der Sieg in der Cham­pi­ons League mit Bay­ern mein Traum, zudem mit Polen eine Top-EM zu spie­len

Beim Bal­lon d’Or lan­de­ten Sie zu­letzt auf Rang 8. Geht da noch mehr, wenn Sie wei­ter so tref­fen wie bis­her -und die 30 Pflicht­spiel-Tore (19 in der Bun­des­li­ga) der Hin­runde be­stä­ti­gen kön­nen?

Ich bin sehr glück­lich, dass ich im Jahr 2019 als einer der zehn bes­ten Spie­ler der Welt an­ge­se­hen wer­de. Das mo­ti­viert mich, mit mei­nen Kol­le­gen bei Bay­ern und in der pol­ni­schen Na­tio­nalelf noch här­ter zu ar­bei­ten, um ir­gend­wann die höchs­ten Aus­zeich­nun­gen zu ge­win­nen.

Ich habe die Mess­latte hoch ge­legt – aber ich will sie über­tref­fen und noch bes­ser wer­den.

Wer ist Ihr Fa­vo­rit in der Cham­pi­ons Lea­gue?

Das ist sehr schwer zu sa­gen. Li­ver­pool stand ver­gan­gene Sai­son in der Vor­runde kurz vor dem Aus, nur eine Pa­rade von Al­li­son hat sie ge­ret­tet. Am Ende hat Li­ver­pool den Titel ge­holt. Es kann noch alles pas­sie­ren.

Sie ge­hö­ren beim FC Bay­ern zu den er­fah­rens­ten Spie­lern. Im No­vem­ber sag­ten Sie in einem In­ter­view in der „SZ“, dass die neue Ge­ne­ra­tion einen an­de­ren Um­gang brau­che als die alte. Wie mein­ten Sie das?

Es gibt junge Spie­ler, eine neue Ge­ne­ra­tion, denen so­fort der rote Tep­pich aus­ge­rollt wird, die schon in jun­gen Jah­ren un­glaub­lich viel Geld kos­ten. Aber diese Spie­ler müs­sen noch wach­sen, sie ga­ran­tie­ren dir noch kei­nen Er­folg. Der Markt ist pro­ble­ma­tisch für eine Struk­tur in der Mann­schaft. Es geht oft­mals nur noch um Jugend, um Spie­ler, die schnell ge­hypt wer­den. Aber für den Erfolg braucht man eine gute Mischung aus Jung und Alt.

Muss das auch ein Trai­ner wie Hansi Flick ver­ste­hen, wenn er Er­folg haben will?

Na­tür­lich. Das sind zwei verschie­dene Wel­ten. Junge Spie­ler haben heute eine ganz an­dere Aus­bil­dung hin­ter sich, waren in ihrer Ju­gend oft in einer Nach­wuchs-Aka­de­mie. Diese Talente brau­chen eine an­dere Anspra­che als die ver­meint­lich äl­tere Ge­ne­ra­tion. Die Ide­en, die In­ter­es­sen sind an­ders. Das ist manch­mal pro­blematisch für einen Trai­ner: Der Coach muss fle­xi­bel sein, zwi­schen Ge­ne­ra­tio­nen ver­mit­teln. Ein guter Trai­ner kann das.

Hat­ten Sie es als jun­ger Spie­ler schwe­rer, weil Ihnen eben nicht alles hin­ter­her­ge­tra­gen wur­de?

Die jun­gen Spie­ler wol­len ar­bei­ten, ge­win­nen. Die Ein­stel­lung ist je­doch an­ders. Einem äl­te­ren Spie­ler konnte der Trai­ner ein­fach sa­gen: „Du spielst nicht.“ Ein jun­ger Spie­ler will es er­klärt ha­ben, will viel­leicht sogar Sta­tis­ti­ken se­hen. Auch der Um­gang zwi­schen den Spie­lern ist an­ders, die neue Ge­ne­ra­tion ist nun ein­mal mit dem Handy auf­ge­wach­sen. Umso wich­ti­ger ist es, dass es in der Ka­bine eine gute Kom­mu­ni­ka­tion gibt, sich die Grup­pen, zwi­schen denen viel­leicht eine ganze De­kade liegt, ver­ste­hen. Ich sage nicht, dass eine Ge­ne­ra­tion bes­ser ist als die an­de­re. Die Welt ver­än­dert sich.

Haben Sie des­halb zu­letzt mit Spie­lern wie David Alaba oder Serge Gna­bry ver­mehrt Kon­takt, um auch die In­ter­es­sen der jün­ge­ren Spie­ler bes­ser zu ver­ste­hen?

Das sind gute Ty­pen. Wenn man mit ihnen mehr Zeit ver­bringt, ver­steht man ihre Welt, ihre Idee vom Leben bes­ser. Die Ge­ne­ra­tion der 20,23-Jäh­ri­gen ist eine an­dere als mei­ne, das ist ein Fakt.

Glad­bach ist eine der großen Über­ra­schun­gen der Hin­run­de. Kann das Team Meis­ter wer­den?

Es läuft bei Glad­bach rich­tig gut, sie haben Eu­pho­rie im Ver­ein. Die Frage ist, wie die Mann­schaft bei Rück­schlä­gen rea­giert. Wenn sie auch damit gut um­ge­hen kön­nen, wer­den sie ein Kon­kur­rent für uns.

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