Niko Kovac: Aussprache mit Robert Lewandowski
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Niko Kovac: Aussprache mit Robert Lewandowski Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Niko Kovac: Aussprache mit Robert Lewandowski

Stürmer akzeptiert Wechsel-Verbot

Das Trainingslager, das der FC Bayern vor den Toren Münchens am Tegernsee abhält, endet an diesem Donnerstag. Bis dahin will Niko Kovac (46) mit allen Spielern ein persönliches Gespräch geführt haben. Das brisanteste erledigte der Trainer noch vor der Abfahrt von der Säbener Straße.

Kovac bat vergangenen Mittwoch seinen Stürmer Robert Lewandowski (29), der seit Anfang des Jahres heftig mit Real Madrid flirtet, zu einer Aussprache.

„Es ist richtig, dass Robert und ich vergangene Woche ein Gespräch hatten“, bestätigt Kovac gegenüber SPORT BILD. Trainer und Spieler hatten bereits vor der WM telefoniert. Nun saßen sie sich Auge in Auge gegenüber, um ihre Standpunkte persönlich einander klarzumachen. Kovac lässt keinen Zweifel an dem Ergebnis der Aussprache: Der Wechsel ist vom Tisch – auch für Lewandowski.

„Robert weiß, wie ich über ihn denke und was ich von ihm halte. Der ganze Klub kennt die Qualitäten, die er besitzt. Er ist weltweit sicherlich unter den Top-3-Stürmern auf dieser Position“, sagt Kovac und stellt klar: „Wir werden ihn daher mit Sicherheit nicht abgeben. Das ist die Aussage, die ich ihm mitgegeben habe. Robert hat das akzeptiert. Das hat mich sehr gefreut.“

Lewandowski soll seinen Vertrag bis 2021 beim FC Bayern erfüllen. Dass sich der Torschützenkönig der Vorsaison (29 Treffer) nach der endgültigen Wechsel-Absage hängen lässt, glaubt Kovac nicht. „Ich habe in dem Gespräch ein Vertrauensverhältnis gespürt. Wir werden mit Sicherheit beim FC Bayern in dieser Saison viele schöne Momente haben, mit Robert Lewandowski als ganz wichtigem Bestandteil“, so Kovac. „Ich bin überzeugt, dass bei diesem Thema nun absolut Ruhe herrschen wird. Beim Spiel gegen Manchester United habe ich bereits bei Robert gesehen, dass bei ihm Freude da ist, dass er wirklich will!“

Lewandowski bleibt beim FC Bayern! Und gleichzeitig erteilt Kovac einem anderen Stürmer eine Absage, der zuletzt immer wieder  genannt wurde: Ante Rebic (24) wird ihm nicht von Frankfurt folgen.

„Es gibt da nichts zwischen dem FC Bayern und Ante Rebic“, sagt Kovac. „Ante ist eine starke Persönlichkeit und ein toller Spieler, der sich in den letzten zwei Jahren bei Frankfurt und bei der Weltmeisterschaft mit Kroatien super entwickelt hat. Wenn man sich aber unseren Kader anschaut, sieht man, dass wir eine sehr hohe Qualitätsdichte auf seinen Positionen haben. Eine Verpflichtung von Ante Rebic macht für uns daher keinen Sinn.“ Um sämtliche Missverständnisse auszuschließen, fügt der Bayern-Trainer mit einem Augenzwickern an: „Stand jetzt, wie auch Stand morgen.“

So einfach wie Lewandowski und Rebic lassen sich allerdings nicht die Transfer-Personalien Jérôme Boateng (29) und Sebastian Rudy (28) klären. SPORT BILD berichtete zuletzt über die Anfrage für Boateng von Manchester United. Die Engländer haben sich am Sonntag nach den Ablösevorstellungen der Bayern erkundigt.

„Zu diesem Thema wurde schon genug gesagt. Ich möchte mich dazu nicht mehr äußern“, sagt Kovac. Selbst der Trainer kann nicht sagen, ob er Boateng am Ende der Transferfristen noch zu seinem Kader zählen darf. Er selbst hätte sicher nichts dagegen. Doch neben United lockt mit Paris Saint-Germain ein weiterer Topklub.

Der Verteidiger ist absoluter Wunschspieler von ManU-Trainer José Mourinho (55). Noch ist nicht sicher, ob Vorstandschef Woodward (46) bereit ist, eine Ablöse von 50 bis 60 Millionen Euro für den Weltmeister hinzulegen. Wie Mourinho hofft auch weiterhin Thomas Tuchel (44), den Münchner für Paris zu verpflichten. Er traf sich bereits mit Boateng, um seinen Wunsch persönlich zu hinterlegen. Doch PSG hat Probleme, bei einer Millionen-Ablöse für Boateng seine Financial-Fairplay-Auflagen der Uefa zu erfüllen.

Ein weiterer Spieler, über dessen Zukunft sich der Bayern-Trainer ausschweigt, ist Sebastian Rudy. Kovac: „Auch hier gilt: Ich möchte mich zu solchen Transfergerüchten nicht äußern.“ Der deutsche Nationalspieler steht im Fokus von RB Leipzig, gilt als Wunschspieler von Trainer-Sportdirektor Ralf Rangnick (60). Einen Verkauf hat der FC Bayern bisher nicht ausgeschlossen. Das tut auch Kovac nicht.

Bei den Bayern sind also noch Abgänge möglich. Ansprüche für Einkäufe stellt Kovac auch für diesen Fall nicht. Er ist mit dem Kader zufrieden. Sorgen, dass er mit 21 Feldspielern plus Torhüter sogar zu viele Profis bei Laune halten muss, teilt er nicht. „Für mich ist es kein Problem, mit einem größeren Kader zu arbeiten, zumal wir ab September praktisch fast jeden dritten Tag spielen“, sagt Kovac.

Und: „Es wird mit Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League eine hohe Belastung geben, bei unseren zahlreichen Nationalspielern kommen noch die Länderspiele dazu. Darum wird es auch eine Rotation geben.“