So formte Flick den Triple-Kandidaten

Autor : Tobias Altschäffl | 09.07.2020

Hansi Flick (55) hatte Meis­ter­schale und DFB-Po­kal am Mon­tag ge­rade ins Bay­ern-Mu­seum ge­bracht, da nahm er be­reits die kom­mende Auf­gabe ins Vi­sier. „Ich freue mich schon, mich mit der Mann­schaft auf das nächste Ziel vor­zu­be­rei­ten“, er­klärte der Trai­ner und er­gänzte so­fort: „Auf das Fi­nale der Cham­pi­ons Lea­gue, das in Lissa­bon ge­spielt wird.“

Der Fahr­plan hier­für steht in­zwi­schen ge­nau: Die Pro­fis be­ka­men am Wo­chen­ende mit­ge­teilt, dass sie nach dem 4:2-Po­ka­ler­folg über Le­ver­ku­sen 13 Tage frei ha­ben. Am 19. Juli gibt es für sie die nächs­ten Co­rona-Tests, da­nach zwei Tage Cy­ber-und drei Tage Klein­grup­pen­trai­ning. Am 25. Juli star­tet dann nach dem zwei­ten Co­rona-Test das Mann­schafts­trai­ning. Und die Vor­be­rei­tung auf das Ziel, wel­ches den ge­sam­ten Ver­ein elek­tri­siert:

Nach 2013 das zweite Tri­ple der Ge­schich­te!

Be­reits im Win­ter-Trai­nings­la­ger hat Flick der Mann­schaft eine Tri­ple-Prä­sen­ta­tion ge­hal­ten. Nach der ge­won­ne­nen Meis­ter­schaft mo­ti­vierte er sie in­tern: „Der erste Schritt ist ge­tan. Jetzt ma­chen wir den zwei­ten!“ In der Cham­pi­ons League soll der dritte fol­gen. Damit Flick seine Spie­ler am 23. Au­gust, nach dem Fi­nale in Lissa­bon, wie am Sams­tag in der Ka­bine in Ber­lin mit Cham­pa­gner über­gie­ßen kann.

Die Bay­ern sind reif für das große Ding. Denn Flick setzte vom ers­ten Tag auf eine Ach­se, an der sich die Mann­schaft auch in schlech­ten Spie­len ori­en­tie­ren kann. 2013 hieß die: Neuer-Dante-Schwein­stei­ger/­Mar­tí­nez-Mül­ler-Mandzu­kic. 2020 sind eben­falls sechs Spie­ler als Ge­rüst ge­setzt: Neuer-Alaba-Kim­mich/­Go­retzka-Mül­ler-Le­wan­dow­ski.

Von den Tri­ple-Ge­win­nern 2013 ste­hen mit Neu­er, Boa­teng, Alaba und Mül­ler vier von fünf üb­rig­ge­blie­be­nen Pro­fis wie­der in der Star­telf. Der letzte im Bun­de, Javi Mar­tí­nez (31), wird sich nach der Sai­son wohl ver­ab­schie­den. Bis dahin pusht er je­doch seine Kol­le­gen. Stell­ver­tre­tend hier­für: das Po­kal­fi­nale am Sams­tag. Mar­tí­nez‘ Stimme war im gan­zen Olym­pia­sta­dion hör­bar, ob­wohl er gar nicht im Kader stand. „Auf geht’s, Boa“, plärrte der Spa­nier bei einer Grät­sche Boa­tengs und feu­erte 90 Mi­nu­ten lang an. In der un­ge­wohn­ten Zu­schau­er­rolle fand sich unter Niko Kovac (48) auch Tho­mas Mül­ler, nun ein ganz ent­schei­den­der Ti­tel-Fak­tor. Diese Ent­wick­lung führte auch in­tern zu einem Um­den­ken.

Flick galt als größ­ter Be­für­wor­ter des Ha­vertz-Trans­fers. Doch auch er sah eine Pro­ble­ma­tik: Mül­ler spielt in der Form sei­nes Le­bens, ist auf dem Rasen sein ver­län­ger­ter Arm. Der Trai­ner ist sich si­cher, dass in sei­nem Sys­tem Mül­ler noch min­des­tens zwei, wenn nicht drei Jahre auf die­sem Ni­veau spie­len kann. Dann hat Flick aber kei­nen Platz für Ha­vertz in der Zen­tra­le. Bevor sich Bay­ern ein Pro­blem ein­kauft, baut er lie­ber auf Mül­ler. Der spielte be­reits 2013 im Wem­bley-Fi­nale die Zeh­ner-Rolle hin­ter Stür­mer Mandzu­kic und zwi­schen Rob­ben und Ribéry.

Mül­ler führt auf und neben dem Platz. Nach dem ge­glück­ten Dou­ble ver­schwand er in die Ber­li­ner Nacht im Taxi mit Le­wan­dow­ski, Go­retzka und Kim­mich zur in­ter­nen Feier ins „Soho Hou­se.“ Kim­mich steht mit sei­nem Ehr­geiz wie kein an­de­rer für die Ti­tel-Gier, er nimmt hier den Part ein, den 2013 Bas­tian Schwein­stei­ger in­ne­hat­te. Die Tri­ple-Sie­ger der Bay­ern hat­ten in der Of­fen­sive Franck Ribéry und Arjen Rob­ben. Für Kings­ley Coman (24) und Serge Gna­bry (24) könnte nun die Stunde schla­gen, um aus ihrem Schat­ten zu tre­ten.

Nach SPORT BILD-In­for­ma­tio­nen soll City bis zum Schluss auf einen Tausch Coman gegen Sané ge­drängt ha­ben. Noch im fi­na­len Ge­spräch am Mon­tag vor einer Woche mit Txiki Be­gi­ri­stain (55) machte Sport­vor­stand Hasan Sa­liha­mid­zic (43) dem City-Sport­di­rek­tor klar, dass Coman un­ver­käuf­lich sei. Am Ende ak­zep­tierte City die Ab­löse von 49 Mil­lio­nen Euro plus mög­li­chen elf Mil­lio­nen Euro Boni. Den Be­trag von ins­ge­samt 60 Mil­lio­nen Euro hatte der Bay­ern-Auf­sichts­rat be­reits in sei­ner Sit­zung im März als Höchst­be­trag frei­ge­ge­ben.

Im Sturm-Zen­trum sind die Bay­ern 2020 denen aus dem Jahr 2013 mit dem kroa­ti­schen Kämp­fer Mario Mandzu­kic (34) sogar vor­aus: Ro­bert Le­wan­dow­ski (31) trifft, wie er will. 51 Pflicht­spiel­tore in die­ser Sai­son sind Spitze in Eu­ro­pa. Dabei sieht sich der An­grei­fer selbst erst „bei 90 Pro­zent“. Le­wan­dow­ski ist ein hei­ßer Kan­di­dat für den Welt­fuß­bal­ler 2020. Damit er als Topfa­vo­rit in die Wahl geht, braucht er das Tri­ple mit den Bay­ern!

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