Wir werden ein Milliarden-Publikum haben

Autor : Tobias Altschäffl | 13.05.2020

SPORT BILD: Herr Rum­me­nig­ge, wie war Ihre erste Re­ak­tion, als am ver­gan­ge­nen Mitt­woch of­fi­zi­ell wur­de, dass die Bun­des­liga wie­der star­tet?

KARL-HEINZ RUM­ME­NIGGE (64): Wir waren na­tür­lich sehr glück­lich, als fest­stand, dass die Bun­des­liga den Spiel­be­trieb nun wie­der auf­neh­men darf. Wir müs­sen uns bei den Po­li­ti­kern im dop­pel­ten Sinne be­dan­ken: Ein­mal da­für, dass durch ihr um­sich­ti­ges Vor­ge­hen die Aus­brei­tung des Co­rona-Vi­rus so stark ver­lang­samt wer­den konn­te, dass man nun die Basis hat, die Liga wie­der zu star­ten. Und zwei­tens na­tür­lich für ihre in­ten­sive Prü­fung des Kon­zep­tes der DFL und die dar­auf ba­sie­rende Er­laub­nis, wie­der zu spie­len. Ich be­komme seit Mitt­woch An­rufe wie am Fließ­band aus halb Eu­ro­pa, aus Spa­ni­en, Eng­land, Ita­li­en. Alle gra­tu­lie­ren, sa­gen: Ihr habt eine tolle Po­li­tik und einen Li­ga­ver­band, der tolle Ar­beit leis­tet. Denn auch die DFL hat wirk­lich super ge­ar­bei­tet. Das größte De­sas­ter, wel­ches wir in Frank­reich er­lebt ha­ben, wurde ab­ge­wen­det: Eine Meis­ter­schaft, ent­schie­den am grü­nen Tisch.

Kann das Mo­dell der Bun­des­liga , wenn alles funk­tio­niert, ein Vor­bild für die ganze Sport­welt sein, län­der-und sport­ar­ten­über­grei­fend?

Egal, wo auf der Welt, und egal, in wel­cher Sport­art: Der so­ge­nannte Re-Start ist immer von zwei Fak­to­ren ab­hän­gig. Ers­tens, wie ist der Sta­tus der Ver­brei­tung des Co­rona-Vi­rus im je­wei­li­gen Land? Der zweite Fak­tor ist ein gutes Kon­zept des je­wei­li­gen Ver­ban­des. Das ist der DFL so­wohl in or­ga­ni­sa­to­ri­scher als auch in me­di­zi­ni­scher Sicht her­vor­ra­gend ge­lun­gen, nur so war die Ge­neh­mi­gung durch die Po­li­tik mög­lich. Ich wehre mich in die­sem Zu­sam­men­hang auch da­ge­gen, dass der Fuß­ball eine Son­der­be­hand­lung be­kom­men hät­te: Es geht im Pro­fi­fuß­ball wie in an­de­ren Bran­chen auch um die Aus­übung des Be­ru­fes. Das wird von der Po­li­tik er­mög­licht, wenn dabei das Ri­siko der Co­rona-Ver­brei­tung als ent­spre­chend ge­ring an­ge­se­hen wird.

Sie sa­gen, es gebe keine Son­der­be­hand­lung für den Fuß­ball?

Ich habe von An­fang an damit ge­rech­net, dass es bei dem sehr öf­fent­li­chen und sehr emo­tio­na­len Thema Fuß­ball nicht nur Bei­fall für den Fall des Re-Starts gibt. Der Fuß­ball muss und kann es aus­hal­ten, dass es Men­schen gibt, die keine Fern­seh­sen­dung aus­las­sen, um un­se­ren Sport zu kri­ti­sie­ren. Es liegt nun an uns, dass wir die Vor­ga­ben vor­bild­lich um­set­zen. Wir müs­sen unter Be­weis stel­len, dass wir mit dem Ver­trau­ens­be­weis der Po­li­tik super dis­zi­pli­niert um­ge­hen. Das ist ein Ap­pell, den die Ver­ant­wort­li­chen aller 36 Klubs an jeden Spie­ler, jeden Mit­ar­bei­ter rich­ten müs­sen. Es darf nicht noch ein­mal so ein Unfug wie bei Her­tha BSC im Fall Kalou pas­sie­ren. Auch der letzte Spie­ler weiß jetzt, dass er sich an die Re­geln hal­ten muss.

Wie wich­tig ist der Fuß­ball als Un­ter­hal­tung und Ab­len­kung für die von Co­rona ge­plagte Ge­sell­schaft?

Fuß­ball ist nicht sys­tem­re­le­vant, das dür­fen wir für uns nicht in An­spruch neh­men. Im Satz von Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder liegt aber für sehr viele Men­schen sehr viel Wahr­heit: „Ein Wo­chen­ende mit Fuß­ball ist we­sent­lich er­träg­li­cher als eines oh­ne.“ Ich bin über­zeugt: Am Sams­tag und Sonn­tag, wenn der Ball wie­der rollt, wer­den sich sehr viele Men­schen un­ge­heuer freu­en, denn der Fuß­ball ist ein er­heb­li­cher Teil des Wo­chen­en­des für viele Men­schen in Deutsch­land. Ich finde es auch eine tolle Geste von Sky, dass die Kon­fe­renz an den ers­ten Spiel­ta­gen kos­ten­frei an­ge­bo­ten wird. Da­nach wird es eben­falls ein sehr at­trak­ti­ves Preis-An­ge­bot ge­ben, damit ge­währ­leis­tet ist: Je­der, der die Bun­des­liga ver­fol­gen will, kann das ma­chen. Es gibt dar­über hin­aus noch einen wei­te­ren wich­ti­gen Punkt.

Wel­cher wäre das?

Die Bun­des­liga schafft es nun, als erste große Liga welt­weit den Spiel­be­trieb wie­der auf­zu­neh­men. Und wenn die Bun­des­liga als ein­zige Liga rund um den Glo­bus im TV über­tra­gen wird, dann gehe ich davon aus, dass wir auf der gan­zen Welt ein Mil­li­ar­den­pu­bli­kum haben wer­den. Das wird nicht nur eine Wer­bung für un­se­ren Fuß­ball, für die Bun­des­li­ga, son­dern für das ganze Land und ins­be­son­dere für die deut­sche Po­li­tik, die das mit ihrem sehr guten Vor­ge­hen erst mög­lich ge­macht hat. Als ich ein jun­ger Bur­sche war, war „Made in Ger­ma­ny“ ein Mar­ken­zei­chen. Das ging in den letz­ten Jah­ren etwas ver­lo­ren. Der Re-Start der Bun­des­liga zeigt auch: „Made in Ger­ma­ny“ ist wie­der ein ab­so­lu­tes Gü­te­sie­gel.

Nur ein TV-Sen­der spielt nicht mit.

Ich be­daure das Ver­hal­ten von Eu­ro­sport sehr, ja, ich finde es un­an­stän­dig, dass man in einer Krise einen Ver­trag auf­kün­digt. Und ich den­ke, dass das für Eu­ro­sport einen großen Image­scha­den be­deu­tet. Wer geht denn mit einem sol­chen Sen­der in der Zu­kunft noch eine Part­ner­schaft ein?

Wel­che kon­kre­ten Maß­nah­men trifft der FC Bay­ern nun vor dem Liga-Start?

Wie im DFL-Kon­zept vor­ge­schrie­ben, ist unser Team seit Sonn­tag im Hotel in Qua­ran­tä­ne, die Spie­ler haben in die­ser Woche nur mit den Kol­le­gen und be­stimm­ten Tei­len des Staffs Kon­takt. Am Sams­tag fliegt die Mann­schaft dann mit einem Char­ter­flie­ger nach Ber­lin. Da­nach set­zen wir – eben­falls gemäß DFL-Kon­zept – sechs Wo­chen lang eine Quasi-Qua­ran­täne um: Die Spie­ler wer­den außer am Trai­nings­ge­lände und im Sta­dion nur noch zu Hause sein, mit ihrer Fa­mi­lie , die wie die Spie­ler auch ge­tes­tet wird, oder al­ter­na­tiv die so­zia­len Kon­takte genau do­ku­mentiert . Diese Re­geln haben wir den Spie­lern auch klar mit­ge­teilt. Der Kon­takt­kreis ist also sehr stark ein­ge­schränkt. Das, was wir in der Liga um­set­zen, ist sogar eine deut­lich grö­ßere Ein­schrän­kung, als es in den Vor­ga­ben der baye­ri­schen Re­gie­rung für alle an­de­ren Men­schen vor­ge­se­hen ist.

Wer wird von den Ver­ant­wort­li­chen auf der Tri­büne sit­zen?

Bei Aus­wärts­s­pie­len ist eine De­le­ga­tion von vier Per­so­nen zu­ge­las­sen, bei Heim­spie­len acht. Aus­wärts müs­sen wir also etwas ro­tie­ren. Bei den Heim­spie­len kön­nen alle Vor­stände plus Her­bert Hai­ner, unser Prä­si­dent, im Sta­dion sein. Dar­über hin­aus würde ich mich freu­en, wenn auch noch Uli Hoe­neß und Franz Be­cken­bauer dabei wä­ren. Beide sind ja Eh­ren­prä­si­den­ten und haben sehr große Ver­dienste um den FC Bay­ern. Wir haben im Vor­stand fest­ge­legt, dass wir erst am Spiel­tag im Char­ter­flie­ger zu den Aus­wärts­s­pie­len an­rei­sen. Vor Ort wer­den wir kei­nen Kon­takt zum Team ha­ben, meine Kol­le­gen und ich gehen auch nach Schluss­pfiff nicht in die Ka­bi­ne.

Wird die Mann­schaft von Geis­ter­spie­len pro­fi­tie­ren, da sie tech­nisch und spie­le­risch die Beste der Liga ist und der Heim­vor­teil weg­fällt?

Es wird ganz wich­tig sein, sich men­tal auf die Spiele vor­zu­be­rei­ten. Schon zu mei­ner Zeit haben die Heim-Fans immer sehr gegen den FC Bay­ern Stim­mung ge­macht. Das war nicht immer nur zu un­se­rem Nach­teil, manch­mal haben wir uns damit ge­pu­sht und so sogar mo­ti­viert. Ich glaube nicht, dass es ein Vor­teil für uns ist, dass die geg­ne­ri­schen Fans nicht da sind. Wir haben aus einem He­xen­kes­sel gegen uns oft die Mo­ti­va­tion ge­zo­gen, nach dem Mot­to: „De­nen zei­gen wir’s, Män­ner!“ Die Mann­schaft, wel­che sich am bes­ten auf diese neuen Be­din­gun­gen ein­stel­len kann, wird Deut­scher Meis­ter.

In Dort­mund ohne Fans: Im Meis­ter-Gip­fel könnte der FC Bay­ern von den Co­rona-Be­din­gun­gen pro­fi­tie­ren!

Wir haben jetzt erst mal die Spiele in Ber­lin und zu Hause gegen Frank­furt. Alle Mann­schaf­ten müs­sen sich ja auch erst mal wie­der, nach der lan­gen Pau­se, auf diese neuen Ge­ge­ben­hei­ten ein­stel­len.

Ist die Mann­schaft ge­rüs­tet für den Neu-Start?

Wir haben nie auf­ge­hört zu trai­nie­ren. Hansi Flick und sein Staff hat­ten je­der­zeit Ant­wor­ten pa­rat, die Mög­lich­kei­ten wur­den mit dem so­ge­nann­ten Cy­ber­trai­ning per­fekt aus­ge­nutzt. Der Fit­ness-Stand wurde er­hal­ten und das Pass­s­piel nun im Grup­pen­trai­ning ver­bes­sert. Jetzt geht es um die Zwei­kampf­schu­lung und den letz­ten Schliff vor dem Start.

Glau­ben Sie, dass die Cham­pi­ons League zu Ende ge­spielt wird?

Ja, das ist der große Wille der Uefa und auch aller Ver­ei­ne, die noch im Wett­be­werb ver­tre­ten sind. Auch hier soll eine Ent­schei­dung auf dem Rasen fal­len. Der grund­sätz­li­che Be­schluss lau­tet: erst die na­tio­na­len Ligen zu Ende spie­len, dann die Cham­pi­ons League fort­set­zen. Ich emp­finde diese Ent­schei­dung von Uefa-Prä­si­dent Aleksan­der Ce­fe­rin als sehr sen­si­bel, rück­sichts­voll und wohl durch­dacht. Durch die In­itia­tive der Bun­des­liga kommt in die an­de­ren eu­ro­päi­schen Ligen nun Be­we­gung, den Spiel­be­trieb auch wie­der auf­zu­neh­men.

Dar­über würde sich auch Jür­gen Klopp freuen.

Das wäre ja das Fa­talste über­haupt: Wenn Li­ver­pool mit Jür­gen, der auf Sylt mein quasi Nach­bar ist, trotz des rie­si­gen Vor­sprungs nicht Meis­ter wür­de. Und das 30 Jahre nach dem letz­ten Titel in der Pre­mier Lea­gue. Ich habe ihm wäh­rend der Co­rona-Phase schon eine Nach­richt ge­schickt: „Ich drücke dir die Dau­men, dass es wie­der los­geht und du den ver­dien­ten Titel be­kommst!“

Frank­reich hat die Liga ab­ge­bro­chen , Paris und Lyon sind aber noch in der Kö­nigs­klas­se. Wie soll das funk­tio­nie­ren?

Das wird lei­der für die bei­den Klubs an­spruchs­voll wer­den. Jetzt müs­sen erst mal die na­tio­na­len Ligen zu Ende ge­spielt wer­den, und dann kann die Uefa den rest­li­chen Spiel­ka­len­der fest­le­gen. Es be­darf also noch der not­wen­di­gen Ge­duld.

Würde die­ses Tur­nier dann in Istan­bul statt­fin­den?

Das Fi­nale hat die Uefa nach Istan­bul ver­ge­ben. Alles Wei­tere und auch mög­li­che Op­tio­nen wer­den ex­klu­siv von der Uefa ent­schie­den. Ich gehe davon aus, dass sie sich dazu auch mit der ECA ab­stim­men wird.

Tho­mas Mül­ler träumt da­von, dass in der Mann­schaft ein Spi­rit wie 2013 ent­ste­hen kann. Da­mals stand am Ende das Tri­ple.

Seit Hansi Flick Chef­trai­ner un­se­rer Mann­schaft ist, ist der Spi­rit sehr gut. Die­ser Team­ge­danke hat uns 2013 in ent­schei­den­den Mo­men­ten ge­hol­fen. Das wol­len wir auch künf­tig wie­der in die Waag­schale wer­fen.

Hansi Flick, Tho­mas Mül­ler und Alphonso Da­vies ver­län­ger­ten wäh­rend der Co­rona-Pha­se: Zeigt das Bay­erns fi­nan­zi­elle Kraft?

Ich möchte mit einem Mär­chen auf­räu­men: Auch der FC Bay­ern steht vor großen wirt­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen und wird den Gür­tel enger schnal­len müs­sen. Noch mehr Sor­gen als um die ak­tu­elle Sai­son mache ich mir um die kom­mende Spiel­zeit. Das wird die ge­samte Bun­des­liga und ganz Fuß­ball-Eu­ropa be­tref­fen. Wenn wir bis Weih­nach­ten ohne Zu­schauer spie­len müss­ten, schlägt das bei allen ins Kon­tor. Das be­deu­tet Aus­fälle im Ticke­ting, bei den Spiel­tag­s­ein­nah­men, im Spon­so­ring. In die­sen Tagen ist unser Fi­nanz­vor­stand Jan-Chris­tian Dree­sen ex­trem ge­fragt und wich­tig für uns. Er muss mit klu­ger Hand pla­nen und die Si­tua­tion ge­mein­sam mit dem ge­sam­ten Vor­stand sehr sen­si­bel ma­na­gen, um den Scha­den in Gren­zen zu hal­ten.

Den­noch ver­fügt der FC Bay­ern über ein Fest­geld­kon­to, das jetzt noch wert­vol­ler ist.

Aber auch die­ses Fest­geld­kon­to, das wir uns in den zu­rück­lie­gen­den knapp zwan­zig Jah­ren seit der Aus­grün­dung der FC Bay­ern Mün­chen AG er­ar­bei­tet ha­ben, ist nicht un­er­schöpf­lich. Li­qui­di­tät ist heute das höchste Gut, nicht nur im Fuß­ball. Nur die Li­qui­di­tät ret­tet dich im Zwei­fels­fall vor dem größt­mög­li­chen Scha­den.

Lässt sich die Schraube tat­säch­lich zu­rück­dre­hen, wer­den Ab­lö­sen, Ge­häl­ter und Be­ra­ter-Ho­no­rare auf Sicht fal­len?

Wir un­ter­lie­gen den Markt­ge­set­zen von An­ge­bot und Nach­fra­ge. Die ver­gan­ge­nen zehn Jahre gab es immer dün­nes An­ge­bot und hohe Nach­fra­ge. Für den Som­mer sage ich vor­aus: Es wird hohes An­ge­bot mit ge­rin­ger Nach­frage ge­ben. Da­durch wer­den au­to­ma­tisch Ex­zesse der ver­gan­ge­nen Jahre kor­ri­giert. Wir sind im Mai, und ich habe nir­gends große Trans­fers fest­stel­len kön­nen. Es be­darf nun großen Ge­schicks.

Zum Bei­spiel?

Ich bin über­zeugt, dass es im Som­mer ver­mehrt Spie­ler­lei­hen und Tausch-Ge­schäfte geben wird.

Die Ab­lö­se­sum­men wer­den sin­ken: Sind 40 Mio. Euro die neu­en, bis­he­ri­gen 80 Mio. Euro?

Das kommt auf den Ein­zel­fall an. Es wird nach wie vor Spie­ler ge­ben, für die ein hoher Preis auf­ge­ru­fen wird. Die große Frage ist aber: Wer ist in der Lage, die­sen Preis zu zah­len? Cash ist eine Po­si­tion, die im Pro­fi­fuß­ball nicht mehr im großen Stil vor­han­den ist. Viel­leicht ist es gut, dass wir etwas ra­tio­na­ler und sta­bi­ler wer­den. Denn das Ri­siko für die Klubs ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren immer wei­ter an­ge­stie­gen.

Fällt auch der Preis für Leroy Sané?

Ich spre­che nicht über Spie­ler, die bei an­de­ren Ver­ei­nen unter Ver­trag sind. Ich kann nur über den Wert un­se­rer Spie­ler spre­chen. Klar ist: Auch wir müs­sen unter den neuen Ge­ge­ben­hei­ten weit­sich­tig agie­ren.

Kön­nen sich der FC Bay­ern und die Bun­des­liga nun Spie­ler leis­ten, die vor­her nicht fi­nan­zier­bar wa­ren?

Fuß­ball-Eu­ropa und die ganze Welt be­fin­den sich in einer fi­nan­zi­el­len Schock­star­re. Des­halb glaube ich nicht, dass ein Ney­mar oder Mbappé in die Bun­des­liga wech­seln wird.

Sie er­klär­ten zu Be­ginn der Co­rona-Kri­se, Trans­fers seien „on hold“. Gilt das nach wie vor?

Es ist die Auf­gabe von Hasan Sa­liha­mid­zic, Oli­ver Kahn und dem Trai­ner, sich Ge­dan­ken zu der Ka­der­pla­nung für die nächste Sai­son zu ma­chen. Das bein­hal­tet selbst­ver­ständ­lich mög­li­che Zu­gän­ge, aber auch Ab­gän­ge. Der wich­tigste Ver­trag, der ver­län­gert wur­de, war für mich der von Hansi Flick. Der Trai­ner ist der wich­tigste An­ge­stell­te, seine Ent­wick­lung ge­fällt uns sehr gut. Der Trai­ner­stab steht, damit sind wir total zu­frie­den.

Wann ver­län­gern Ma­nuel Neuer und David Ala­ba?

Wir wün­schen uns, dass am Ende alle ver­län­gern. Aber das liegt nicht ex­klu­siv in un­se­rer Hand. Wir haben den Spie­lern sehr se­ri­öse und faire Ver­trags­an­ge­bote ohne Co­rona-Dis­count auf den Tisch ge­legt. Es liegt nun an den Spie­lern, sie an­zu­neh­men.

Träumt Alaba von Spa­ni­en?

David ist bei uns sehr be­liebt, eta­bliert und wert­ge­schätzt. Er muss seine Zu­kunft für sich ent­schei­den. Alle Spie­ler beim FC Bay­ern sind ex­trem pri­vi­le­giert. Ich finde es wich­tig, sich in die­sen Zei­ten auch Ge­dan­ken zu ma­chen, wie man sich zum FC Bay­ern so­li­da­risch ver­hält.

Wie emp­fan­den Sie ei­gent­lich die öf­fent­li­che Ab­sage von Timo Wer­ner an den FC Bay­ern?

Ich bin ja ei­gent­lich über nichts mehr er­staunt, aber dass ein Spie­ler als Re­ak­tion auf Ge­rüchte in der Öf­fent­lich­keit eine sol­che Aus­sage macht, habe ich auch noch nicht er­lebt.

Haben Wer­ners DFB-Kol­le­gen Jos­hua Kim­mich und Leon Go­retzka be­wie­sen, dass sie die Füh­rungs­spie­ler der Zu­kunft sind? Ihre In­itia­tive „We kick Co­ro­na“ ist ein vol­ler Er­folg und zeugt von hohem Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein.

Die In­itia­tive fand ich à la bonne heu­re. Wir haben sie mit einem hohen sechs­stel­li­gen Be­trag un­ter­stützt. Beide haben selbst viel ge­spen­det und be­wie­sen, dass sie sen­si­bel und so­li­da­risch den­ken, über den Tel­ler­rand hin­aus­bli­cken. Ich bin über­zeugt, dass Jos­hua Kim­mich eines Tages unser Ka­pi­tän wird. Das ver­kör­pert er auf und au­ßer­halb des Plat­zes, wie er nun wie­der unter Be­weis ge­stellt hat. Leon Go­retzka hatte im Jahr 2020 bis zum Ab­bruch eine tolle Ent­wick­lung. Ich wün­sche ihm, dass er genau da wei­ter­macht. Er hat ge­zeigt, dass er ein Bay­ern-Mün­chen-Spie­ler ist.

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