Die Ermittlungen sind eingestellt: Wird Jatta 2023 Deutscher?

Autor : Maximilian Wessing | 04.09.2019

Die Vertragsverlängerung mit Bakery Jatta (21) im Januar war ein klares Signal: Der HSV setzt voll und ganz auf den Offensiv-Mann. Denn: Mit der Vertragsunterschrift bis 2024 hat Jatta den langfristigsten Kontrakt im gesamten Hamburger Kader.

Seitdem das Bezirksamt Hamburg-Mitte am Montag die Ermittlungen bezüglich seiner Identität eingestellt hat, ist seine Aufenthaltserlaubnis nicht mehr in Gefahr. Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (45) sagt:

Die aufgekommenen Zweifel an der Richtigkeit der Angaben haben sich im Rahmen der Anhörung nicht bestätigt.

In SPORT BILD hatten unter anderem zwei Trainer behauptet, dass Jatta in Wahrheit der zweieinhalb Jahre ältere Bakary Daffeh sei, dem er tatsächlich wie aus dem Gesicht geschnitten ist.

Die Mitteilung des Bezirksamts bedeutet für Jatta, dass er seinen großen Wunsch, Deutscher zu werden, weiter verwirklichen kann. Vor einem halben Jahr hatte SPORT  BILD berichtet, dass der Gambier gern deutscher Staatsbürger werden würde. Damals sagte er:

Ich wurde mit offenen Armen empfangen, und ich spüre sehr große Zuneigung. Wenn sich die Möglichkeit ergeben würde, Deutscher zu werden, würde ich sie gerne ergreifen.

In Deutschland ist eine Einbürgerung nach acht Jahren Aufenthalt möglich, das wäre bei Jatta 2023. Also noch während seiner HSV-Vertragslaufzeit. Damit würde er sehr wahrscheinlich die weitere Bedingung der Bundesrepublik erfüllen: nämlich „eine befristete Aufenthaltserlaubnis“ zu haben, „die ihrem grundsätzlichen Zweck nach zu einem dauerhaften Aufenthalt führen kann“.

Bei einem Profi-Fußballer ist das gegeben. Jatta müsste zudem einen Einbürgerungstest bestehen sowie ausreichende Deutsch-Kenntnisse nachweisen. Den vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aufgeführten Punkt, dass ein Antragsteller die „eigenständige Sicherung des Lebensunterhalts“ garantieren muss, dürfte Jatta mit seinem aktuellen Jahresgehalt von mehr als 300 000 Euro erfüllen.

Theoretisch wäre es dann auch möglich, dass Jatta deutscher Nationalspieler wird. Laut Fifa-Statuten ist das möglich, wenn ein Spieler seit seinem 18. Lebensjahr „mindestens fünf Jahre ununterbrochen auf dem Gebiet des betreffenden Verbands wohnhaft“ ist. Auch das wäre 2023 gegeben. Zudem hat Jatta noch kein A-Länderspiel für Gambia gemacht, was es unmöglich machen würde, für eine andere Nation aufzulaufen.

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