Die Klausel-Könige des HSV

Autor : Maximilian Wessing, Tobias Altschäffl | 14.03.2019

SPORT BILD enthüllt die wichtigsten Vertragsdetails der Profis: Mangala kostet nur im Falle des Aufstiegs eine Leihgebühr, Walace kann viel Geld einbringen

Beim HSV wird auf Kreativität gesetzt, in vielerlei Hinsicht. Nicht nur auf dem Platz, um das Abwehr-Bollwerk der meist defensiven Gegner zu durchbrechen. Vor allem auch auf dem Transfermarkt. Aufgrund der schlimmen Finanzlage (85 Mio. Verbindlichkeiten) müssen die Bosse jeden Cent herauskitzeln und bauen deshalb reihenweise Klauseln in die Verträge der Spieler ein. SPORT BILD enthüllt die wichtigsten!

Orel Mangala (20):

Der defensive Mittelfeldspieler ist bis Saisonende vom VfB Stuttgart ausgeliehen und einer der Leistungsträger. Eine Verlängerung der Leihe ist ausgeschlossen, aber: Das jetzige Modell ist aus Hamburger Sicht genial. Mangala kostet nur dann eine Leihgebühr, wenn der HSV aufsteigt. Dann wären rückwirkend rund 300 000 Euro fällig, die der HSV durch die dann steigenden Einnahmen stemmen könnte. Verpasst der Ex-Dino die Bundesliga-Rückkehr, muss er lediglich das Jahresgehalt des Belgiers (400 000 Euro) tragen. Der VfB selbst hat den Kontrakt mit Mangala nach SPORT BILD-Informationen vorzeitig und heimlich bis 2023 verlängert.

Walace (23):

Nach dem Abstieg wurde der brasilianische Nationalspieler für sechs Mio. Euro an Hannover 96 verkauft. Sollten die Niedersachsen in dieser Spielzeit absteigen (mit aktuell fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz sehr realistisch), wird Walace kaum zu halten sein. Der HSV kassiert dann 20 Prozent der Ablösesumme, die 96 für ihn einnimmt. Walace hat in Hannover eine Ausstiegsklausel in Höhe von 33 Mio. Euro – die nach den Grusel-Leistungen von ihm aber kaum ein Klub zahlen wird.

Julian Pollersbeck (24):

Die Klausel im Vertrag des Torhüters stammt noch aus der Zeit von Vorstandsboss Heribert Bruchhagen (70) und Sportchef Jens Todt (49) – und ist zum Glück für den HSV abgelaufen. Pollersbeck hat eine Ausstiegsklausel in Höhe von 12 Mio. Euro in seinem Kontrakt verankert, die allerdings nur im Falle eines Bundesliga-Abstiegs gezogen werden kann. Im vergangenen Sommer entschied sich Pollersbeck gegen Anfragen aus England, weil der HSV ihn zur Nummer 1 erklärte. So ist die Klausel in diesem Sommer ungültig. Der HSV könnte die Ablöse für den U-21-Europameister also frei verhandeln.

Die Veträge von David und Vagnoman können sich automatisch verlängern

 

Berkay Özcan (21):

Auch diesen Deal machte der HSV mit dem VfB Stuttgart. Wieder hängt der Vertrag mit dem möglichen Aufstieg des HSV zusammen. Das Modell: Der Zweitligist hat Özcan bis Saisonende ausgeliehen – zum Nulltarif. Lediglich das Gehalt (rund 250 000 Euro) muss der HSV zahlen. Im Sommer wird der Aufstiegsfavorit Özcan fest verpflichten. Im Falle des Aufstiegs kostet er drei Mio. Euro, bei Nicht-Aufstieg lediglich die Hälfte.

Hee-chan Hwang (23):

Die Leihgabe von RB Salzburg kostet den HSV keinen einzigen Cent, sobald er 20 Liga-Spiele absolviert, weil den Österreichern wichtig ist, dass er Spielpraxis bekommt. Hwang liegt derzeit bei 17. Aber: Spiele, die Hwang wegen Verletzungen verpasst, werden ebenfalls als Einsätze gewertet. Der Südkoreaner musste in dieser Spielzeit bereits für fünf Spiele verletzungsbedingt absagen. Heißt für den HSV: Für den Offensiv-Mann muss der Verein kein Geld nach Salzburg überweisen.

Josha Vagnoman (18) und Jonas David (19):

Die beiden U-19-Nationalspieler verlängerten vor einigen Monaten ihre Verträge bis 2021. Wenn sie bis dahin für den HSV 20 Bundesliga-Spiele absolviert haben, verlängern sich die Kontrakte automatisch bis 2022.

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