HSV: Die 30-Mio.-Euro-Woche

Autor : Maximilian Wessing | 20.05.2020

Trai­ner Die­ter Hecking (55) ver­suchte al­les, um seine Mann­schaft op­ti­mal auf den Neu­start vor­zu­be­rei­ten. So wurde für ein Trai­nings­spiel sogar ein Schieds­rich­ter en­ga­giert, um im Volks­park­sta­dion ein Geis­ter­spiel unter mög­lichst rea­len Be­din­gun­gen ein­üben zu kön­nen.

Die Ver­lie­rer des Trai­nings­spiels muss­ten we­nige Tage spä­ter dann die Ge­win­ner­mann­schaft beim Gril­len be­die­nen. Zudem muss­ten die Win­ter­neu­zu­gänge sin­gen. Wie lange hält diese gute Laune an? Nach dem 2:2 in Fürth steht der HSV vor der wich­tigs­ten Woche im Auf­stiegskampf:

Erst zu Hause gegen Spit­zen­rei­ter Bielefeld (Sonn­tag, 24.5.), dann beim di­rek­ten Konkur­ren­ten in Stutt­gart (Don­ners­tag, 28.5.).

Die Aus­wärts­schwä­che des HSV könnte zum entschei­den­den Fak­tor werden. Von den ver­gan­ge­nen zwölf Par­tien in der Fremde konn­ten Hecking &Co. nur eins ge­win­nen. Zudem ist die Mann­schaft in allen wich­ti­gen Ka­te­go­rien aus­wärts schlech­ter als zu Hau­se: In der Lauf­leis­tung (116,5 km zu 117,9 km pro Spiel), bei ge­won­ne­nen Zwei­kämp­fen (50,7 %zu 53,5 %), bei der Groß­chan­cen­ver­wer­tung (37% zu 64%) und auch bei den Ge­gen­to­ren (21 zu 9). Um nach zwei Jah­ren in die Bun­des­liga zu­rück­zu­keh­ren -dort würde der HSV rund 30 Mio. Euro pro Jahr mehr ein­neh­men -, muss Hecking diese Pro­bleme schnellst­mög­lich in den Griff be­kom­men – er braucht drin­gend AUFWÄRTS-Sie­ge!

Die Ham­bur­ger haben mit­tel­fris­tig einen großen Vor­teil, der beim zu­letzt chro­nisch klam­men Klub schon fast un­wirk­lich klingt: Sie haben Geld. Auf einem Fest­geld­kon­to. Klar: Durch die Zwangs­pause musste auch der Ex-Dino fi­nan­zi­elle Ein­bu­ßen hin­neh­men. In der Zeit ohne Fuß­ball wur­den Ge­halts­zah­lun­gen in Höhe von rund sechs Mio. Euro fäl­lig, ohne dass die sonst lau­fen­den Ein­nah­me­quel­len in Gänze flos­sen. Aber: In der letz­ten Haupt­sit­zung des Auf­sichts­ra­tes vor der Liga-Un­ter­bre­chung wurde eine Li­qui­di­tät von mehr als 20 Mio. Euro fest­ge­stellt. Die wich­tigs­ten Ein­nah­me­quel­len für diese Rück­la­gen: Die ver­gan­gene DFB-Po­kal-Sai­son, in der das Team bis ins Halb­fi­nale kam und durch die der HSV nach Abzug aller Ab­ga­ben sechs Mio. Euro ein­nahm. Hinzu kam der Trans­fer von Dou­glas San­tos (26). Die Ab­löse in Höhe von zwölf Mio. Euro wurde von Zenit St. Pe­ters­burg in einem Rutsch über­wie­sen.

Für die Bosse um Sport-Vor­stand Jonas Boldt (38) heißt das: Im Som­mer hat der HSV, egal ob der Auf­stieg ge­lingt oder nicht, fi­nan­zi­el­len Spiel­raum für neue Spie­ler.

Dazu wer­den Top-Ta­lente lang­fris­tig ge­hal­ten.

Nach Josha Va­gno­man (19) und Aaron Opoku (21) ver­län­gert das nächste Ta­lent: Jonas David (20/­Ver­trag bis 2021), der­zeit an die Würz­bur­ger Kickers ver­lie­hen, hat von Sport­di­rek­tor Mi­chael Mut­zel (40) einen neuen Kon­trakt bis 2024 vor­ge­legt be­kom­men. Nach der Sai­son wird der U20-Na­tio­nal­spie­ler den Ver­trag un­ter­schrei­ben.

Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie die Website und ihre Angebote nutzen und weiter navigieren, akzeptieren Sie diese Cookies. Änderungen können Sie in ihren Browsereinstellungen vornehmen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite Datenschutz & Cookies
Weiter