Marcell Jansen soll neuer HSV-Präsident werden.
Aktuell aus
Marcell Jansen soll neuer HSV-Präsident werden. Quelle: Getty Images / All rights reserved.

HSV-Liebling Marcell Jansen soll neuer Präsident werden

Der Ex-Nationalspieler regiert jetzt schon mit

Den Rekord als jüngster Vereins-Präsident eines Profi-Klubs in Europa kann Marcell Jansen (33) nicht mehr aufstellen. Bei Inter Mailand regiert seit rund einem Monat Steven Zhang, ein 27-jähriger Unternehmer aus China. Und trotzdem: In Jansens Alter spielen die meisten seiner Kollegen noch aktiv Fußball. Er selbst  hingegen steht kurz davor, der 14. Präsident des Hamburger SV zu werden.

Vergangene Woche stellte sich Jansen beim HSV-Beirat vor, der darüber entscheidet, welche Kandidaten zur Wahl zugelassen werden. Das fünfköpfige Gremium attestierte dem ehemaligen Nationalspieler anschließend ein gutes Gespräch. Nach SPORT BILD-Info ist seine Nominierung beschlossene Sache – damit er dann am 19. Januar 2019 von den Mitgliedern zum neuen Oberhaupt gewählt werden kann.

Jansen soll, so die Pläne, gegen einen oder zwei Gegenkandidaten antreten. Dass der langjäh-rige HSV-Verteidiger von den Anhängern abgelehnt wird, gilt als unvorstellbar. Jansen ist Fan-Liebling, seit September lebenslanges Mitglied und spielt selbst noch in der dritten Mannschaft des HSV.

Im Volkspark gibt es kaum Zweifel: Jansen ist im kommenden Jahr neuer Präsident – und hinter den Kulissen wirbelt er jetzt schon mit!

Der ehemalige Nationalspieler hat bereits als Aufsichtsratsmitglied mehr Einfluss, als dieses Amt zunächst einmal vermuten lässt. Der 187-malige HSV-Profi, der bereits mit 29 Jahren seine Karriere freiwillig beendete, ist der wichtigste Ansprechpartner aus dem Gremium für die Verantwortlichen, gerade für Sport-Vorstand Ralf Becker (48). Der sagt zu SPORT BILD: „Wir sitzen regelmäßig zusammen und besprechen sportliche Themen hier beim HSV. Ich finde es gut und wichtig, dass wir einen Mann im Aufsichtsrat haben, der selbst im Profifußball gespielt hat und das Geschäft kennt.“ Und weiter: „Ich sehe ihn als Bereicherung für unseren Verein an und arbeite sehr gerne mit ihm zusammen.“ Auch bei Spielertransfers - sowie beim jüngsten Trainerwechsel (Hannes Wolf für Christian Titz) wurde Jansens Meinung stets mit einbezogen.

Jansens Macht würde mit der Wahl zum Präsidenten noch weiterwachsen. Er wäre der Chef der insgesamt 86 094 Vereinsmitglieder.  Von der Bowling- bis zur Skat-Abteilung.

Wie geht es weiter?

Bis 30. November läuft die Bewerbungsfrist für mögliche Kandidaten. Am 17. Dezember wird der Beirat dann offiziell bekanntgeben, welche Bewerber für die Wahl aufgestellt werden. Der Posten des Oberhauptes ist beim Zweitligisten vakant. Bernd Hoffmann (55), der im vergangenen Januar zum Präsidenten gewählt wurde, rückte mittlerweile zum Vorstandsvorsitzenden auf und gab sein vorheriges Amt auf.

Wichtig für Hoffmann: Jansen hat nicht vor, sich über das Präsidenten-Amt auf den Chef-Sessel der Profis in der ausgegliederten AG zu schleichen – so wie es Hoffmann selbst tat. Es ist kein Geheimnis, dass Jansen auch deswegen die maximale Unterstützung der aktuellen Führung genießt.

Jansen selbst will sich erst äußern, wenn der Beirat ihn offiziell zur Wahl zugelassen hat. Großen Wahlkampf muss er danach nicht mehr betreiben – dafür ist er Fan-Liebling genug.