Rund fünf Monate nach der schweren Knieverletzung (bereits die dritte in seiner Karriere) ist Kyriakos Papadopoulos (26) zurück auf dem Rasen.
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Rund fünf Monate nach der schweren Knieverletzung (bereits die dritte in seiner Karriere) ist Kyriakos Papadopoulos (26) zurück auf dem Rasen. Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Kyriakos Papadopoulos: „Die 2. Liga ist nicht mein Anspruch“

Der Grieche über seine Reha, die vielen Trainer-Wechsel und Gyros zum Aufstieg

Der HSV hat seinen Papa wieder! Rund fünf Monate nach der schweren Knieverletzung (bereits die dritte in seiner Karriere) ist Kyriakos Papadopoulos (26) zurück auf dem Rasen. 

Sport Bild: Kyriakos Papadopoulos, im Juli zogen Sie sich im Training einen traumatischen Knorpelschaden zu. Was denkt man, wenn man so eine Diagnose mitgeteilt bekommt?

Kyriakos Papadopoulos (26): Ich persönlich mittlerweile gar nichts mehr. Dafür war ich in meiner Karriere schon zu häufig verletzt. Meine erste größere Verletzung hatte ich ja schon mit 20 Jahren. Als ich danach wieder auf dem Platz angefangen habe, hatte ich noch richtig Angst. Da fragt man sich bei jedem Schritt: Hält alles? Kann ich je wieder richtig spielen? 

Wie ist es jetzt? 

Das ist überhaupt nicht mehr der Fall. Ich kenne meinen Körper mittlerweile ganz genau und weiß, was ich ihm zumuten kann. Ich liege im Reha-Plan weiter vorne als geplant. Ich kann schon wieder mit dem Ball arbeiten. Das war eigentlich noch gar nicht vorgesehen zu diesem Zeitpunkt. Wann ich dann wieder Spiele bestreite, kann ich noch nicht genau sagen. In dieser Saison wird es aber mit Sicherheit noch klappen, wenn keine Rückschläge kommen.

Der HSV hat mit Hannes Wolf nun schon den vierten Trainer in diesem Jahr. Kommen Sie da überhaupt noch mit?

Ich habe mich mit ihm schon ausgetauscht. Er hat mir gesagt, was er vorhat und dass ich mich bei ihm melden solle, wenn ich Hilfe bräuchte. Ansonsten halten mich meine Mitspieler auf dem Laufenden. Vor allem Aaron Hunt. Der sagt mir, was der Trainer erwartet, was er anders macht. Und ich bleibe natürlich auch immer durch unsere WhatsApp-Gruppe informiert.

Verraten Sie uns den Namen der Gruppe?

HSV.

Nur HSV? Nicht gerade kreativ …

Solange wir das auf dem Platz sind, reicht das.

Sie haben zum Ende der vergangenen Saison die Mannschaftsabende im griechischen Restaurant ins Leben gerufen und nach jedem Sieg dorthin zum Essen eingeladen. Planen Sie das auch in dieser Spielzeit?

Na ja, die Restaurant-Besuche fingen ja an, weil ich mich nach der öffentlichen Kritik am damaligen Trainer Christian Titz entschuldigen wollte. Und dann haben wir das beibehalten, weil es gut ankam. Und klar, ich kann mir gut vorstellen, dass ich das wieder ins Leben rufe, wenn ich wieder fit bin. Mit Gyros zum Aufstieg, das klingt doch gut (lacht).

Sind Sie auch jetzt als Verletzter ein Anführer?

Ich halte es so, dass ich mich sehr zurückhalte, wenn ich nicht spielen kann. Meine Kollegen müssen es derzeit richten, nicht ich. Sie müssen den Kopf hinhalten, sie müssen um die Punkte kämpfen. Da hilft es nicht, wenn ich sie noch irgendwie bewerte oder Tipps gebe. Das steht mir momentan nicht zu, und das stört auch.

Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass der HSV den Aufstieg packt?

Da bin ich mir sicher. Und ich hoffe, dass ich gegen Ende auch noch eingreifen kann. Denn ich denke, dass ich in jeder Liga helfen kann, auch wenn die 2. Liga nicht mein Anspruch ist. Im nächsten Jahr will ich mit dem HSV wieder oben spielen.