Mehr Geld für Dieter Hecking

Autor : Maximilian Wessing | 05.06.2019

Der Boss des HSV, Bernd Hoffmann (56), hatte nach der Verpflichtung von Dieter Hecking (54) erst einmal genug. Der Vorstandsvorsitzende fuhr für ein paar Tage an die Nordsee, es folgt nun ein Urlaub in Südeuropa.

Nach den turbulenten Monaten muss Hoffmann durchschnaufen. Während die neuen sportlichen Verantwortlichen, Vorstand Jonas Boldt (37) und eben Trainer Hecking, den Grundstein für den angepeilten Aufstieg in der kommenden Saison legen.

Zur nächstmöglichen Rückkehr in die Bundesliga gibt es beim HSV keine Alternative. Und der Verein holt dafür noch einmal tief Luft: Nach SPORT BILD-Informationen planen die Verantwortlichen, den zunächst angepeilten Mannschaftsetat zu erhöhen: von den bei der DFL angegebenen 25 auf bis zu 28 Millionen Euro.

Damit wäre er dann höher als in der abgelaufenen Spielzeit (ca. 27 Mio. Euro). Vorausgesetzt: Mindestens zwei Spieler werden für adäquate Ablös-summen verkauft. Sowohl Douglas Santos (25) als auch Rick van Drongelen (20) und Julian Pollersbeck (24) haben die ausdrückliche Wechsel-Freigabe. Insgesamt könnten sie rund 20 Mio. Euro einbringen.

Den Etat kann der Verein jedoch auch deshalb stemmen, weil die Fans trotz jahrelangen Rumpel-Fußballs ihm die Treue halten. Bestes Beispiel: Innerhalb einer Stunde, nachdem der HSV die Verpflichtung von Hecking bekanntgegeben hatte, verlängerten drei Unternehmen ihren Logen-Vertrag. Sie hatten sich zuvor eigentlich vorgenommen, das Engagement nicht zu verlängern. Die Hamburger kalkulieren, dass auch in der kommenden Spielzeit, wie zuletzt, 50 der insgesamt 52 Logen vermietet sein werden.

Der Verein wird weiterhin rund 25 Mio. Euro aus Sponsoring und Hospitality (VIP-Gäste) einnehmen.

Die Verpflichtung von dem erfahrenen Hecking (419 Bundesliga-Spiele als Trainer) zeigt bei aller Euphorie im Umfeld, wie verzwickt und teilweise chaotisch die Gemengelage im Volkspark ist. Nach SPORT BILD-Infos fand einen Tag, bevor Ex-Sport-Vorstand Ralf Becker (48) freigestellt wurde, noch ein Trainer-Gipfel mit ihm, Hoffmann und Markus Anfang (44/zuletzt Köln) statt. Auch mit Darmstadts Dimitrios Grammozis (40) verhandelte Becker, genau wie mit Ex-BVB-Trainer Peter Stöger (53), den Becker sogar in dessen Heimatstadt Wien besuchte.

24 Stunden nach den Verhandlungen mit Anfang wurde Becker dann mitgeteilt, dass ihn der HSV nicht mehr brauche. Hoffmanns Standpunkt war klar: Ein Experiment mit einem noch recht unerfahrenen Trainer, wie es zuvor auch Hannes Wolf (38) war, wird es unter seiner Führung nicht mehr geben.

Pikant: Schon vor der Entlassung Beckers stellte sich Boldt dem Aufsichtsrat des HSV vor und stellte klar: Mit mir verpflichtet ihr auch Dieter Hecking! Das Kontrollgremium hob den Daumen. 

Das Ergebnis ist allerdings beachtlich: Hecking unterschrieb einen Einjahresvertrag, der sich im Fall des Aufstiegs um eine Saison verlängert. Und wiederum noch ein Jahr weiterläuft, sollte er dann in der Bundesliga den Klassenerhalt schaffen. Auch beim Gehalt des Trainers zog sich der HSV gut aus der Affäre: Hecking, der bei seinem Ex-Klub Gladbach rund zwei Mio. Euro jährlich kassierte, bekommt in Hamburg etwas mehr als eine Mio. Euro Grundgehalt.

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