Arnold: "Mehr Vorbereitung hätte gutgetan"

Autor : Robert Schreier | 13.05.2020

Die Bun­des­liga spielt wie­der – nach nur einer Woche Mann­schafts­trai­ning. Wirt­schaft­lich ist das wich­tig, für viele Fans eine Er­lö­sung. Doch wie den­ken die Spie­ler dar­über? Wolfs­burgs Füh­rungs­spie­ler Ma­xi­mi­lian Ar­nold (25) sagt:

„Ein oder zwei Wo­chen mehr Vor­be­rei­tung hät­ten gut­ge­tan.“

Mehr Zeit gibt es aber nicht. „Am An­fang wird es sich nach Test­spie­len an­füh­len. Aber spä­tes­tens, wenn es den ers­ten Vi­deo­be­weis gibt, weiß jeder Spie­ler, dass es ein ech­tes Bun­des­liga-Spiel ist. Uns hilft es nicht, dar­über zu jam­mern. Jede Mann­schaft hat die glei­chen Vor­aus­set­zun­gen“, sagt er – und ahnt, was ent­schei­dend sein wird: „Kon­di­tio­nell haben wir in der Pause gut ge­ar­bei­tet. Ich glaube aber, dass es nicht so sehr dar­auf oder auf Tak­tik an­kommt, son­dern auf den Kopf.“

Ar­nold er­klärt: „Sonst bist du ins Sta­dion ge­kom­men und hast die Fans ge­hört. Dann warst du im Flow. Wenn mich aus­wärts alle aus­pfei­fen, finde ich das ge­nauso geil. Jetzt muss man sich selbst in die­sen Modus brin­gen. Das wird schwie­rig.“

Er habe daran ge­dacht, „in der Ka­bine Fan­ge­sänge zu hö­ren. Aber dann kommst du ins Sta­dion, und es ist still. So wird es also auch nicht ge­hen.“ Der ent­schei­dende Kniff: „Man muss den Schal­ter im Kopf um­le­gen: Egal, was drum­herum ist, es zäh­len nur die 90 Mi­nu­ten. Wem das am bes­ten ge­lingt, der hat die größte Chan­ce, diese Spiele zu ge­win­nen.“

Ein mul­mi­ges Ge­fühl habe Ar­nold beim Neu­start nicht.

„Man kann das Ri­siko nicht kom­plett aus­schlie­ßen. Aber es wird alles dafür ge­tan, dass es so ge­ring wie mög­lich ist.“ In den Wolfs­bur­ger Ka­bi­nen hän­gen die Ver­hal­tens­re­geln aus. „Aber auch dar­über hin­aus wer­den wir min­des­tens jeden zwei­ten Tag an Dinge er­in­nert, aber bei uns zie­hen oh­ne­hin alle zu hun­dert Pro­zent mit.“

Die Fra­ge, ob er über­haupt unter die­sen Um­stän­den wie­der spie­len will, stellt sich für Ar­nold nicht. „Da­rum geht es nicht“, sagt er:“Wir haben Lust, wie­der Fuß­ball zu spie­len. Und es ist unser Job. Wir sind nicht da, um alles zu hin­ter­fra­gen. Es wird hier nie­mand ge­zwun­gen, aber wir haben einen Ver­trag. Wir be­kom­men gutes Geld und müs­sen eine Ge­gen­leis­tung dafür brin­gen“, sagt der Mit­tel­feld­spie­ler. Er weiß: „Das Pro und Con­tra uns Spie­lern ge­gen­über wird es immer ge­ben, wir kön­nen es nicht jedem recht ma­chen. Aber es hat einen grö­ße­ren Wert für die Ge­sell­schaft, wenn wir wie­der an­fan­gen zu spie­len.“

Und dabei auch Opfer zu brin­gen. Dass die Idee, wäh­rend der rest­li­chen Spiele in Dau­er­qua­ran­täne zu ge­hen, ver­wor­fen wur­de, macht ihn froh: „Eine Woche von der Fa­mi­lie weg zu sein, ist völ­lig in Ord­nung. Das haben wir in Trai­nings­la­gern sonst auch. Das für acht, neun Wo­chen zu ma­chen, wäre nicht dar­stell­bar ge­we­sen. Da hät­ten viele Spie­ler ver­mut­lich nicht mit­ge­macht.“

Auf einen All­tag könn­ten Spie­ler nicht ver­zich­ten.

„Ich schließe mich nicht zu Hause ein. Das Leben muss wei­ter­ge­hen, ich muss zum Bei­spiel ein­kau­fen ge­hen“, sagt Ar­nold. „Aber ich werde es auf ein Mi­ni­mum re­du­zie­ren und – wie alle an­de­ren auch – Maske tra­gen und zu­se­hen, dass ich nicht mit an­de­ren Leu­ten in Kon­takt kom­me. Hän­de­wa­schen und Des­in­fi­zie­ren sind so­wieso schon in Fleisch und Blut über­ge­gan­gen.“

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