Bruno Labbadias Regeln für die Wende in Wolfsburg
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Bruno Labbadias Regeln für die Wende in Wolfsburg. Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Bruno Labbadias Regeln für die Wende

Damit Wolfsburg nicht wieder in die Relegation muss

Sein neues Trikot stellte der VfL Wolfsburg mit dem Verweis vor, Design und Farbe erinnern an die Meisterschaft 2009. Ähnlichkeiten hat es zudem mit dem Dress aus dem Pokalsieger-Jahr 2015. Bernd Osterloh (61), VW-Betriebsratschef und Aufsichtsratsmitglied des VfL, spricht vom Saisonziel „einstelliger Tabellenplatz“.

Das sind Sphären, in denen Bruno Labbadia (52) nach zwei Jahren Fast-Abstieg nicht denkt. Im Gegenteil: Wolfsburgs Trainer hat zunächst Grundlagen im Blick – und dafür Regeln aufgestellt.

Schon bei seiner ersten Rede nach dem Urlaub sagte Labbadia der Mannschaft: „Wir waren fast weg, aber wir haben es geschafft. Wir sind noch da, jetzt müssen wir die Bundesliga als Geschenk ansehen und vieles dafür tun, das zu nutzen.“ Das Wichtigste: Die Spieler müssen wieder eine Mannschaft werden. Dafür hat Labbadia diese Regeln aufgestellt:

Handy-Verbot!

„Wir legen großen Wert auf Gemeinsamkeit wie etwa beim Frühstück und Mittagessen. Da findet Kommunikation statt und dient auch zum täglichen Teambuilding“, sagt Labbadia. Dabei sind Handys strengstens verboten! Der Trainer: „Seitdem wird bei uns viel mehr miteinander gesprochen.“

Elf-Stunden-Tag!

„Intensiv-Wochen“ nennt Labbadia seine harte Vorbereitung. In der vergangenen Woche waren es 13 Trainingseinheiten und zwei Testspiele. Zwar fährt der VfL nicht ins Trainingslager, sondern bleibt in Wolfsburg, und die Spieler dürfen zu Hause schlafen. Aber um 7.45 Uhr müssen sie zu Kraft- und Stabilisationsübungen antreten, um 10.15 Uhr und 15.45 Uhr geht es auf den Platz. Die Spieler müssen die ganze Zeit auf dem Gelände bleiben und können sich zwischen den Einheiten hinlegen. Dafür ließ das Trainerteam extra Schlafmöglichkeiten schaffen. So entstehen Elf-Stunden-Tage.

Eigenverantwortung!

Labbadia ließ die Spieler neben eigenen Vorgaben selbst Regeln und Maßnahmen festlegen. Die Spieler sind selbst verantwortlich, wer welche Aufgaben übernimmt und wie es bestraft wird, wenn etwa die Kabine nicht auf oder der Trainingsplatz nicht abgeräumt wird. „Wir wollen die Eigenverantwortung der Spieler weiterentwickeln, damit sie diese auch auf den Platz übertragen. Die Spieler müssen auch etwas dazu leisten, eine Mannschaft zu werden und ihre Ziele zu verfolgen“, sagt Labbadia. „Wir haben einen klaren Rahmen mit Werten und Pflichten. Darin haben wir auch wichtige von der Mannschaft ausgearbeitete Regeln und Ideen mit einfließen lassen. Entscheidend ist, dass es jeden Tag von allen gelebt wird“, so der Coach. Und: In der Kabine und auf dem Platz wird nur noch Deutsch gesprochen. Ausländische Spieler sollen schnellstmöglich die Sprache lernen.

Gute Laune!

Damit die Spieler Abwechslung bekommen, lud Labbadia Gäste ein, mit denen auch andere Sportarten gespielt wurden. So waren Tischfußball-Weltmeister Chris Marks und NBA-Profi Daniel Theis beim VfL. „Und abends mal gemeinsam ins Restaurant oder in den Biergarten gehen, gehört auch dazu“, sagt der Coach.

Fan-Nähe!

„Wir wollen die Fans wieder mehr mitnehmen“, sagt Labbadia – und handelt. Den Trainingsstart legte er bewusst auf einen Sonntag. „So waren wir familienfreundlich“, sagt Labbadia. Gemeinsam mit Manager Jörg Schmadtke (54) und Sportdirektor Marcel Schäfer (34) gab es den ersten Fan-Talk seit über einem Jahr. Und die Trikotpräsentation bei VW war offen für Fans.