Neu-Trainer Glasner setzt auf Mitdenken, Libero und Yoga

Autor : Robert Schreier | 07.08.2019

Trainer Oliver Glasner (44) pflügte ohne Niederlage durch sieben Vorbereitungsspiele, die Generalprobe vor dem Pflichtspiel-Auftakt gewann Wolfsburg mit 8:1 (!) gegen Nizza. Für Josuha Guilavogui (28) ist in der neuen Saison sogar mehr drin als in der vergangenen.

Wir waren Sechster und können noch besser werden,

sagt der Kapitän des VfL. In SPORT BILD lüftet er die Glasner-Geheimnisse.

Unter Ex-Trainer Bruno Labbadia (53) spielte der VfL Ballbesitz-Fußball im 4-4-2 oder 4-2-3-1. Jetzt ist es Brutalo-Pressing im 3-4-3. Guilavogui: „In dem System sind wir stabiler. Wir lassen nicht viele Torchancen zu. Für unsere Angreifer ist es nicht so ein großer Unterschied zu unserem alten System, und da waren wir offensiv sehr stark.“

Die größte Veränderung betrifft Guilavogui selbst. Der Franzose spielt jetzt zentral in der hinteren Dreierkette – Libero, wie er es selbst nennt. „Meine Rolle ist noch etwas ungewohnt. Ich bewege mich noch nicht selbstverständlich, das kommt aber mit der Zeit. Ich muss etwa ab und zu noch schauen, wo die Abseitslinie ist“, sagt er. Dass er sich nicht beschwert, liegt vor allem an Glasner. Denn, so Guilavogui:

Unsere gute Form kommt durch den Trainer. Er hat einen klaren Plan. Jeder von uns weiß, was er zu tun hat.

Und das beginnt vor den Spielen. „Unser Training ist intensiver als zuvor. Wir machen etwas kürzere Einheiten, aber sie sind hart. So wie unser Spiel sein soll“, sagt Guilavogui. „Intensität ist das wichtigste Wort. Wenn wir nicht laufen oder nicht bereit sind zu kämpfen, wird es nicht klappen.“

Glasner setzt auf direkte Kommunikation. „Im Training ist es wie in der Schule. Der Trainer fragt uns immer, ob wir wissen, warum wir etwas machen. Seine häufigste Frage ist: ‚Versteht ihr das?‘ Dann ist es wie früher, als wir Kinder waren: Keiner will etwas Falsches sagen, also schauen wir lieber auf den Boden und sagen nichts“, erklärt Guilavogui. Und doch ist Glasners Ziel erreicht: Die Spieler denken mit. 

Der Trainer lässt sogar speziell den Kopf trainieren. Die Spieler müssen zum Beispiel zu Slalomstangen laufen, an denen Lichtsignale aufleuchten, ohne vorher zu wissen, an welchen Stangen es sein wird. In Spielformen mit mehreren Bällen müssen sie den Überblick behalten. Guilavogui:

Das ist wichtig, weil wir für unser Spiel schnell im Kopf sein müssen. Die Zuschauer werden merken, dass unser Tempo höher ist. Wir werden schneller umschalten als in der vergangenen Saison.

Power-Fußball mit hohen Belastungen – das erfordert viel Regeneration. Daran hat Glasner gedacht. Für die Spieler steht Yoga-Trainerin Stephanie Harrer (46) parat. Die machte schon die deutsche U 21 und die Spieler von Braunschweig fit. „Yoga ist sehr anstrengend, aber es hilft uns, besser zu regenerieren und weniger Verletzungen zu haben. Jeder Spieler merkt, wie wichtig Vor- und Nachbereitung des Trainings ist“, sagt Guilavogui.

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