Oliver Glasner: Der Gute-Laune-Trainer

Autor : Nina Iwannek-Gressmann | 16.10.2019

Nach dem Trai­ning singt Josip Bre­kalo (21) gerne im Auto. Grund für seine gute Laune ist Trai­ner Oli­ver Glas­ner (45).

Un­sere Ein­hei­ten sind unter Trai­ner Glas­ner sehr in­ter­essant. Wir ma­chen immer Spaß­ein­hei­ten vor dem ech­ten Fuß­ball­trai­ning,

er­zählt Bre­ka­lo: „Ich freue mich jetzt immer auf das Trai­ning – und das be­deu­tet dop­pelte Mo­ti­va­tion!“

Zum Auf­wär­men gib­t’s unter Glas­ner kleine Wett­kämp­fe. Zum Bei­spiel hat er so­ge­nannte Fit­lights ein­ge­führt: Per Ta­blet wird ge­steu­ert, wel­che Lich­ter an den Ge­rä­ten leuch­ten. Die Pro­fis müs­sen sie per Be­rüh­rung aus­schal­ten, der Schnellste ge­winnt. Oder Kopf­ball-Ten­nis zu zweit: Das Duo mit den meis­ten Wie­der­ho­lun­gen ge­winnt.

Die Wett­kämpfe ma­chen aber nicht nur Spaß. Sie sind an­stren­gend für den Kopf und die Füße. Durch die Fit­lights wer­den bei­spiels­weise Re­ak­tion und An­ti­zi­pa­tion ver­bes­sert. Statt stumpf Kon­di­tion zu bol­zen, wer­den unter Glas­ner Ki­lo­me­ter in Übun­gen ab­ge­spult. In der Vor­be­rei­tung waren das oft weit über sie­ben!

So ge­lin­gen Glas­ner gleich zwei Din­ge: Alle Übun­gen zie­len auf sein in­ten­si­ves 3-4-3 mit Pres­sing-Fuß­ball ab. „Wir wol­len so ver­tei­di­gen, dass wir am bes­ten gar kei­nen Tor­wart brau­chen“, sagt Glas­ner. Dabei schiebt die de­fen­sive Drei­er­kette bei Ball­be­sitz teil­weise bis über die Mit­tel­li­nie nach vor­ne, um dem Geg­ner Platz und Nerv zu rau­ben. Wolfs­burg hat mit vier Tref­fern bis­her die we­nigs­ten Ge­gen­tore ge­fan­gen.

Als seine Spie­ler trotz der ers­ten Er­folge mit dem neuen Sys­tem noch frem­del­ten, trom­melte der Ös­ter­rei­cher die Truppe zu­sam­men, um über die Um­stel­lung zu spre­chen. Ka­pi­tän Jo­suha Guila­vo­gui (29) in der de­fen­si­ven Drei­er­kette und auch Bre­ka­lo, der vom Flü­gel wei­ter ins Zen­trum rück­te, muss­ten ihre neuen Rol­len erst be­grei­fen.

Der Trai­ner fragt uns im­mer, ob wir wis­sen, warum wir etwas ma­chen,

sagt Guila­vo­gui. Glas­ner er­klärte ihnen die Gründe dafür auch an­hand von Vi­deo­ana­ly­sen nach einem Spiel. Das Er­geb­nis: Wolfs­burg ist die ein­zige Mann­schaft, die noch nicht ver­lo­ren hat und steht auf Platz 2.

Auch im Trai­ner­stab setzt Glas­ner auf Mei­nungs­viel­falt. Um die Kom­mu­ni­ka­tion zu ver­bes­sern, ließ Glas­ner eine Wand im Ka­bi­nen­trakt ein­rei­ßen, damit aus zwei klei­nen Büros ein großes ent­steht. Nun sit­zen die Vi­deo­ana­lys­ten gleich neben ihm.

An Glas­ners Seite gibt es eine Trai­ne­rin. Bei Ste­pha­nie Har­rer (46), die auch bei der U21 des DFB tätig ist, kön­nen die Spie­ler auf frei­wil­li­ger Basis Yoga-und Me­di­ta­ti­ons­ein­hei­ten ab­sol­vie­ren. Immer mehr Spie­ler be­su­chen die Trai­ne­rin für Ein­zel­sit­zun­gen. Glas­ner: „Ich habe den Spie­lern ge­sagt: Das Ent­schei­dende ist der Kopf. Der Kör­per macht das, was der Kopf ihm sagt. Und da ist Ste­pha­nie Har­rer mit dem Yoga, mit au­to­ge­nem Trai­ning und Ent­span­nung sehr hilf­rei­ch.“

Nach Platz sechs im Vor­jahr wol­len die Wolfs­bur­ger unter Trai­ner Glas­ner nun die Grup­pen­phase in der Eu­ropa League über­ste­hen und auch in der Liga die Leis­tun­gen aus der letz­ten Sai­son be­stä­ti­gen. Bis­her läuft es.

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