Trotz VW-Krise: Etat bleibt gleich

Autor : Robert Schreier | 17.06.2020

Der VfL Wolfs­burg kämpft im Sai­son-End­spurt dar­um, zum zwei­ten Mal in Folge in den Eu­ro­pa­po­kal ein­zu­zie­hen. Nach zwei Jah­ren, die in der Re­le­ga­tion ge­en­det wa­ren, pen­delt sich der Klub wie­der auf hohem Ni­veau ein. Damit das so wei­ter­geht, bleibt es bei der Un­ter­stüt­zung von Eig­ner Volks­wa­gen. Das Bud­get bleibt trotz Wirt­schafts­krise grund­sätz­lich un­ver­än­dert. Der VfL darf sogar ein­kau­fen ge­hen. Al­ler­dings nur unter be­stimm­ten Be­din­gun­gen.

Wie SPORT BILD er­fuhr, wird das Bud­get, das der VfL beim Li­zen­zie­rungs­ver­fah­ren der DFL für die kom­mende Sai­son angegeben hat­te, nicht wei­ter gekürzt. Die Un­ter­la­gen waren zu Be­ginn der Co­rona-Pan­de­mie ein­ge­reicht wor­den. Die Krise und deren Aus­wir­kun­gen waren da noch nicht ab­seh­bar. Zu­letzt hatte VW 2017 im Zuge des Diesels­kan­dals das VfL-Bud­get um 30 Pro­zent auf ge­schätzte 75 Mio. Euro pro Jahr ge­senkt. In die­sem Be­reich be­wegt sich die Zu­wen­dung auch noch ak­tu­ell.

Und der VfL darf auch wei­ter­hin in neue Spie­ler in­ves­tie­ren. Ein­zige Bedingung: Das auf­er­legte Budget wird nicht über­schrit­ten, und der VfL er­wirt­schaf­tet selbst Gel­der. Kon­kret heißt das: Die neun Mil­lio­nen Euro Ab­lö­se, die Augs­burg für Ver­teidiger Felix Uduok­hai (22) über weist, könn­ten für einen neuen Spie­ler aus­ge­ge­ben wer­den.

Der VfL sucht nach neuen Ver­tei­di­gern und An­grei­fern. Ob er aber tat­säch­lich im Som­mer zu­schlägt, ist offen – Trans­fer-Er­löse hin oder her. Denn, so sagt es Sport­di­rek­tor Mar­cel Schä­fer (36).“Wir wol­len grundsätz­lich wirt­schaft­lich ver­nünftig agie­ren. Ge­rade jetzt haben wir auch eine Ver­ant­wor­tung den Wolfs­bur­gern ge­gen­über. So­lange es vie­len Men­schen und un­se­rem Eig­ner wirt­schaft­lich nicht gut geht, wer­den wir keine un­ver­ant­wort­li­chen Dinge tun.“

Die Zei­ten sind auch für den Werks­klub schwie­rig. „Die Corona-Fol­gen sind für uns wie für alle Ver­eine gra­vie­rend. Die gesamte Wirt­schaft ist von Co­rona be­trof­fen und damit na­tür­lich auch die Au­to­mo­bil­wirtschaft“, sagt Tim Schu­ma­cher (46), Fi­nanz-Ge­schäfts­füh­rer des VfL. „Wir kön­nen auf die Un­ter­stüt­zung von Volks­wa­gen set­zen. Aber wir un­ter­lie­gen wie alle an­de­ren Kon­zern­ge­sell­schaf­ten einem im­men­sen Kos­ten­druck. Alle Pro­jek­te, die in Pla­nung wa­ren, ste­hen auf dem Prüf­stand. Wir kon­zen­trie­ren uns im Mo­ment auf die zwin­gend be­triebs­not­wen­di­gen The­men. Viele Pro­jekte sind daher auf­ge­scho­ben, um zu einem spä­te­ren Zeit­punkt neu zu be­wer­ten, was um­ge­setzt wer­den kann.“

Ei­nige Bau­pro­jekte wur­den be­reits ver­scho­ben. So sollte in der VW-Arena ei­ni­ges neu ge­stal­tet wer­den. Ein Trai­nings­platz sollte eine Ra­sen­hei­zung be­kom­men. Der be­rühmte Ma­gath-Hü­gel sollte einem Speed-Soc­cer-Court wei­chen. Es sollte eine neue App ent­wi­ckelt wer­den. Alles wurde vom Ver­ein ge­stri­chen -als An­ge­bot an VW, nach­dem der Kon­zern einen Aus­ga­ben-Stopp ver­hängt hat­te.

Die im­men­sen Ge­häl­ter aus der Al­lofs- und Rebbe-Ära spren­gen schon seit 2017/18 das vor­ge­ge­bene Bud­get. Die Ge­schäfts­füh­rer um Jörg Schmadtke (56) haben sich selbst wirt­schaft­li­che Ver­nunft auf­er­legt. Erste Fol­ge: Ver­tei­di­ger Robin Kno­che (28) ver­lässt den Ver­ein, weil er das An­ge­bot zur Ver­trags­ver­län­ge­rung mit stark re­du­zier­tem Ge­halt nicht an­neh­men woll­te.

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