Was macht eigentlich Torsten „Lutscher“ Frings?

Autor : MANschaftsbus.de-Team | 10.09.2019

Torsten Frings blickt auf eine beeindruckende Bundesliga-Karriere zurück: In unserer Serie „Was macht eigentlich…?“ stellen wir den ehemaligen Werder-, BVB- und Bayern-Profi vor.

Torsten Frings hat noch nie ein Blatt vor den Mund genommen. In seinem erst zweiten Werder-Training bezeichnete der damals 20-Jährige den erfahrenen Mitspieler Andreas Herzog als „Lutscher“, was offenbar Eindruck machte und dem acht Jahre jüngeren Frings seinen Spitznamen bescherte. Auch heute ist der mittlerweile 42-Jährige immer noch Fan klarer Worte, wie er in einem Interview gegenüber t-online.de erklärte:

Die Menschen verstecken sich heutzutage oft lieber in der Anonymität des Internets, als einem die eigene Meinung direkt ins Gesicht zu sagen.

Mit seiner Meinung eckte er aber auch an. Nach der WM 2006 sorgte Joachim Löw als Nachfolger von Bundestrainer Jürgen Klinsmann für neuen Wind im DFB-Team, wodurch Spielertypen wie Frings immer weniger gefragt waren. Nachdem Löw den Mittelfeldspieler 2008 in der WM-Qualifikation zwei Mal nicht in der Startelf berücksichtigte, startete Frings eine öffentliche Diskussion über den Umgang Löws mit verdienten Spielern. Zwar entschuldigte sich der 79-malige Nationalspieler später. Am 11. Februar 2009 (0:1 gegen Norwegen) bestritt der Bremer jedoch sein letztes Länderspiel für Deutschland. Aber der Reihe nach.

402 Bundesliga-Spiele für Werder Bremen, Borussia Dortmund und Bayern München.

Über Alemannia Aachen kam der gebürtige Würselener zu Werder Bremen. Für die Bremer spielte er von 1997 bis 2002 und von 2005 bis 2011 und gewann dabei zweimal den DFB-Pokal (1999 und 2009). Zwischen 2002 und 2004 trug er für zwei Spielzeiten das BVB-Trikot, in dem er 47 Spiele absolvierte und zehn Treffer erzielte.

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Zwischen 2002 und 2004 trug er für zwei Spielzeiten das BVB-Trikot.

Im Anschluss wechselte der Mittelfeldspieler für eine Saison nach München, wo er mit dem FCB 2005 das Double feierte. Nach seiner erneuten Rückkehr zum SV Werder Bremen wurde er mit dem FC Toronto zum Abschluss seiner Spielerkarriere 2012 kanadischer Meister. Sein größter Erfolg als Nationalspieler war bei der Weltmeisterschaft 2002 in Südkorea und Japan, als er mit dem DFB-Team Vizeweltmeister wurde.

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Unter Felix Magath trainierte und spielte Torsten Frings beim FC Bayern München.

2013 wechselte er ins Trainergeschäft. Unter Viktor Skripnik war er als Co-Trainer der U23 von Werder Bremen aktiv. Nach der Entlassung von Robin Dutt übernahm Skripnik die Werder-Profis und Frings folgte ihm in den Trainerstab. Knapp zwei Jahre sammelte Frings als Co-Trainer Erfahrungen, bis er gemeinsam mit Skripnik entlassen wurde. Im Dezember 2016 übernahm Frings den damaligen Bundesligisten SV Darmstadt 98. Er konnte den Abstieg in die zweite Liga zwar nicht mehr vermeiden, aber die Lilien hielten an ihm fest, bis er nach einer schwachen Hinrunde den Klub im Dezember 2017 wieder verlassen musste.

„Nach meinem Engagement als Trainer von Darmstadt 98 wollte ich etwas Abstand vom Profifußball gewinnen. Das Aus hatte mich schon getroffen, da ich mit vollem Herzen dabei war und zumal es lange Zeit sehr gut lief.  Ich habe mich danach bewusst zurückgezogen, um in Ruhe Lehren aus meiner ersten Cheftrainer-Station zu ziehen und an verschiedenen Orten zu hospitieren. Außerdem war es mir wichtig, wieder mehr Zeit mit meiner Familie verbringen zu können, was davor zu kurz kam.“

Seit März 2019 läuft der ehemalige Nationalspieler für die Ü32-Altherrenmannschaft des Bremervörder SC in der niedersächsischen Kreisliga auf. In der vergangenen Saison wurde er einmal eingesetzt und in der aktuellen Spielzeit lässt ein Einsatz noch auf sich warten, weil er mit Sicherheit noch an seiner Trainerkarriere arbeitet:

„Es muss einfach vom Gefühl her passen. Auf eine Liga bin ich nicht festgelegt. Ich bin keiner, der sagt: Hier kommt Torsten Frings, ich habe ein paar hundert Bundesligaspiele, für mich zählt einzig die Bundesliga. Ich bin ein junger Trainer, der Bock hat, etwas zu bewegen. Von daher bin ich gespannt, was die Zukunft bringt.“

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