Lucien Favre, der neue Mann auf der BVB-Trainer-Bank
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Lucien Favre, der neue Mann auf der BVB-Trainer-Bank Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Was sich unter Favre alles ändert

Im Team wird es einen neuen Kapitän geben

Ein Blick auf die Vereins-Homepage verrät, wie umfangreich der Umbruch bei Borussia Dortmund in diesem Sommer ist. Wo BVB-Fans sonst die Mannschaft und Steckbriefe der Spieler finden, werden sie zurzeit vertröstet: „Bitte gebt uns bis Anfang August Zeit, hier wieder den Vorhang zu öffnen.“ Bis dahin werde an der Mannschaftsdarstellung für die neue Saison gearbeitet. Die ist noch lange nicht fertig – weder im Netz, noch auf dem Platz. Dennoch ändert sich jetzt schon einiges, wenn Neu-Coach Lucien Favre (60) am Samstag die Spieler zum Trainingsauftakt erwartet.

Anders als seine Vorgänger verzichtet Favre selbst auf einen eigenen Mitarbeiterstab. Sein Co-Trainer beim BVB wird Edin Terzic (35), der bereits von 2010 bis 2013 als Scout für die Borussia arbei-tete. Der Verein initiierte seine Verpflichtung. Zuletzt war Terzic als Assistent von Slaven Bilic bei West Ham United tätig. Mit seinem Landsmann musste dort auch Terzic im November 2017 gehen. Dazu soll noch ein zweiter Co-Trainer Favre künftig unterstützen. Der Dortmunder Trainerstab ist künftig jedoch deutlich kleiner als unter Vorgänger Peter Stöger, der mit Manfred Schmid, Jörg Heinrich und Alexander Bade drei Assistenten besaß. Auch Wolfgang „Teddy“ de Beer ist nicht mehr dabei. Nach 17 Jahren als Torwarttrainer hat er sich beim BVB nun verabschiedet. Matthias Kleinsteiber, der die Torhüter in der vergangenen Saison zusammen mit de Beer betreute, ist nun alleine verantwortlich.

Zudem hat Betreuer Massimo Mariotti, der häufig als Dolmetscher für ausländische Stars wie Pierre--Emerick Aubameyang oder Michy Batshuayi fungierte, den BVB verlassen. Der Italiener arbeitet jetzt für den VfB Stuttgart, kümmert sich bei den Schwaben um die Integration und Unterstützung der nicht-deutschsprachigen Profis.

Dafür hat Favre jetzt mit Sebastian Kehl (38), der am Dienstag offiziell als Leiter der Lizenzspielerabteilung vorgestellt wurde, einen direkten Ansprechpartner. Der ehemalige BVB-Profi soll als Bindeglied zwischen Trainer, Team und Klubführung wirken. Sein Büro am Trainingsgelände in Brackel hat Kehl bereits bezogen, wird die Mannschaft bei und zwischen ihren Einheiten beobachten.

Auf die WM-Teilnehmer muss Favre vorerst noch verzichten. Topstar Marco Reus (29) hat nach dem frühen WM-Aus drei Wochen Urlaub. Dann soll er dem Team in die USA folgen, wo der BVB vom 18. bis 26. Juli drei Testspiele macht. Als designiertem Kapitän kommt Reus beim neuen BVB eine wichtige Rolle zu. Im Gegensatz zu André Schürrle (27): Der Weltmeister von 2014 dürfte den Verein bei einem guten Angebot verlassen.

Manager Michael Zorc (55) fahndet weiter nach einem Mittelstürmer und einem Außenverteidiger. Ex-Kapitän Marcel Schmelzer (30) ist nicht mehr gesetzt, Jeremy Toljan (23) überzeugte in der vergangenen Saison nicht. In Raphaël Guerreiro (24) sieht Favre aufgrund dessen Offensivdrangs einen Mittelfeldspieler. Im Tor trägt Roman Bürki (27) jetzt das Trikot mit der Nummer 1. Diesen Status muss der Schweizer gegen Marwin Hitz (30) behaupten. Kampflos will sich sein Landsmann, der aus Augsburg kam, nicht auf die Bank setzen – für den BVB verzichtete Hitz sogar auf die WM.